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Beziehung & Partnerschaft: Wenn die Eifersucht zupackt

Lesezeit: 3 Minuten Die Erkenntnis kommt meist langsam, aber mit Macht: Sie merken, dass Sie von einem anderen wie dessen persönlicher Besitz betrachtet werden. Oder Sie werden von der Furcht gequält, die Zuneigung eines Menschen zu verlieren. Eifersucht kann jeden treffen – als Opfer wie als Täter. Sie sind dieser gewaltigen Emotion aber nicht so hilflos ausgeliefert wie es manchmal den Anschein hat. Hier die wichtigsten Tipps.

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Beziehung & Partnerschaft: Wenn die Eifersucht zupackt

Beziehung & Partnerschaft: Wenn die Eifersucht zupackt

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Machen Sie sich den Hintergrund klar

Eifersucht ist Angst vor Verlust. Es geht immer um eine Dreiecks-Situation: 3 Menschen oder 2 Menschen und ein attraktives Gut (Besitz, Ansehen, Anerkennung). Ein eifersüchtiger Mensch wird in paradoxer Weise hin- und hergerissen zwischen Liebe und Hass: Er hat Angst, den geliebten Menschen oder die geliebte Sache zu verlieren – und beginnt daher, das eigentlich Geliebte zu hassen. Es geht also nicht um Fakten, sondern um Vorstellungen.

Daher:

Vergessen Sie rationale Erklärungen

Eifersucht braucht keine vernünftige Erklärung – auch wenn es dem Eifersüchtigen manchmal so vorkommt, als sehe er alles „ganz klar“. In Wirklichkeit tut er gerade das nicht. Viele Beziehungen werden durch eifersüchtige Phantasien belastet. Sie gehen daran kaputt, dass der Eifersüchtige seinem Partner nicht vertrauen und dessen Gegenwart nicht unbeschwert genießen kann. Durch seine Allmachtsansprüche und sein Misstrauen zerstört er die Beziehung

Erkennen Sie die Warnsignale

Eifersucht ist verbunden mit einem Cocktail verschiedenster Gefühle: Angst, Wut, Ohnmacht, Scham und Trauer. Dazu können viele körperliche Symptome kommen. Eifersucht ist die Emotion des doppelten Zweifels: Der Selbstzweifel führt zur Selbstabwertung („Ich bin nicht so liebenswert, nicht so attraktiv, reich, klug wie …“). Der Fremdzweifel verleitet dazu, dem anderen etwas Negatives zu unterstellen und ihn damit abzuwerten.

Durchschauen Sie Ihren Wunsch nach Beherrschung

Eifersucht ist die Bestrebung, die geliebte Person ganz für sich in Anspruch zu nehmen. Sie machen Ihrem Partner Szenen, spionieren hinter ihm her, kontrollieren seine Sachen und Räume. Sie suchen seine Worte nach „Indizien“ ab. Verhängnisvoll daran: Je weniger Sie konkret finden, desto mehr malen Sie sich die schwärzesten Befürchtungen in Ihrer Phantasie aus.

Gegenmittel: Genießen Sie bewusst die Gegenwart des Partners und belasten Sie sie nicht mit Verdächtigungen. Malen Sie sich seine positiven Seiten aus, sagen Sie ihm auch, was Ihnen an ihm gefällt. Damit wird auch Ihr eigener Wille schwinden, ihn zu beherrschen.

Enttarnen Sie Ihre Projektionen

Die Eifersucht auf einen phantasierten Rivalen gehört zu den „Entlastungsprojektionen“: Sie schieben Ihr mangelndes Selbstwertgefühl von sich weg und hängen es dem Rivalen an. So müssen Sie sich nicht mehr mit Ihren negativen Anteilen auseinandersetzen und fühlen sich dadurch kurzfristig besser. Langfristig blockieren Sie damit wichtige Reifungsprozesse – etwa die Einsicht, wie liebenswert Sie auch mit Ihren Schwächen und Fehlern sein können.

Gegenmittel: Bekennen Sie sich zu Ihrer Eifersucht! Holen Sie sie aus dem unbewussten Bereich in Ihr Bewusstsein. Führen Sie einen schriftlichen Dialog mit ihr. Fragen Sie Ihre Eifersucht wie eine Person aus: Warum bist du da? Was muss ich tun, dass du verschwindest? Schildern Sie Ihrer Eifersucht das Leiden, das sie bei Ihnen und anderen verursacht. Nach jedem schriftlichen Satz von Ihnen darf die Eifersucht sprechen. Halten Sie ihre Aussagen ebenfalls schriftlich fest. Probieren Sie es aus: Diese Methode der „aktiven Imagination“ ist äußerst effektiv, um Selbstbetrügereien zu entlarven.

Entdecken Sie die Freiheit der Partnerschaft

Die Verlassensangst ist so groß, weil Eifersüchtige ihr Selbstvertrauen weitgehend aus der Beziehung zum Partner (oder zu der ersehnten Sache) beziehen. Nur hier fühlen sie sich liebenswert und in Ordnung. Sie brauchen die dauernde Nähe des anderen und seine ständige Bestätigung. Genau das aber nervt den Partner. Statt Liebe wird Kontrolle und Zwang erlebt. Das kann dazu führen, dass der Partner tatsächlich Abstand oder gar die Trennung sucht.

Gegenmittel: Stellen Sie sich Ihre Zweierbeziehung nicht als einen Raum vor, in dem immer beide zusammen sein müssen, sondern als ein Haus mit 3 Zimmern – ein gemeinsamer Raum der Ganzheit und Intimität des Paars, dazu für jeden ein eigenes „Entwicklungs-Zimmer“. Sie gleichen Zukunftswerkstätten, in denen jeder mit sich selbst weiter kommen kann. Beide führen in den „Paarraum“ und dienen dazu, sich ebenbürtig und bewusst als Paar zu begegnen.

Trennen Sie Ihre Eifersucht von sich ab

Sie sind vielleicht eifersüchtig, aber Sie sind nicht Ihre Eifersucht. Es ist ein Programm, das in Ihnen abläuft. Eine Zusammenballung von Gefühlen, die manchmal einer Krankheit gleicht – und die wie eine Krankheit auch wieder abklingen kann.

Gegenmittel: Betrachten Sie die Eifersucht wie eine schwierige Angestellte, die „zu einem Spaziergang rausgeschickt wird“. Mag sie draußen plagen, wen sie will, sie hat mindestens 2 Stunden Ausgang. Wenn sie zwischendurch auftauchen sollte, sagen Sie ihr, dass sie hier noch nichts zu suchen hat. Steigern Sie dieses Programm, bis Sie Ihre Eifersucht auf einen mehrwöchigen Urlaub schicken können. Irgendwann sollten Sie ihr endgültig kündigen und sie offiziell entlassen.

Bildnachweis: Dragana Gordic / stock.adobe.com

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