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Behandlung von Arthrose: Schmerz- und Bewegungstherapie

Lesezeit: 3 Minuten Arthrose-Schäden lassen sich nicht beheben, doch kann mit der richtigen Behandlung zumindest das weitere Fortschreiten der Erkrankung vermieden werden.

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Behandlung von Arthrose: Schmerz- und Bewegungstherapie

Behandlung von Arthrose: Schmerz- und Bewegungstherapie

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Arthrose ist eine Erkrankung, deren Folgen kaum reversibel sind. Dementsprechend zielt die Therapie in erster Linie darauf ab, die Schmerzen zu lindern, Bewegungseinschränkungen zu beseitigen sowie zu verhindern, dass die Zerstörung des Knorpels weiter fortschreitet.

Glücklicherweise kann der Entwicklung bei frühzeitiger Entdeckung und korrekter Behandlung Einhalt geboten werden, sodass langfristige Beschwerden verhindert werden können. Die Behandlung bei einer Arthrose gliedert sich in die Schmerz- und die Bewegungstherapie:

Physikalische Therapie

Die physikalische Therapie kann unterschiedliche Ansätze verfolgen. Grundsätzlich hat sie aber zum Ziel, Entzündungen und Schwellungen zu beseitigen und die Beweglichkeit des Gelenks wieder herzustellen. Mögliche Maßnahmen sind beispielsweise:

TherapieformZielMaßnahmen
KrankengymnastikBeseitigung von Bewegungseinschränkungen, Abbau von MuskelschwächenÜbungen zur gezielten Stärkung von Muskeln
MassagenFörderung der Durchblutung, Entspannung von MuskelnTeilkörpermassagen
KältetherapieBeseitigung von Schwellungenz. B. Eisbeutel, Kryopacks, Moor- und Paraffinpackungen, kalte Stickstoffdämpfe
WärmetherapieFörderung der Durchblutung, Entspannung von Muskeln (nicht bei akuten Entzündungen)z. B. warme Körnerkissen, Fangotherapie, Wärmekissen, Wärmeumschläge
SporttherapieTraining von Muskeln und Gelenken, bessere Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen, die bei Bewegung gebildet werdenBewegung und Sport, gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Aquagymnastik, Radfahren, leichtes Wandern
Gewichtsreduzierungweniger Belastung der Gelenke durch geringeres KörpergewichtErnährungsumstellung gepaart mit körperlicher Aktivität
HilfsmittelUnterstützung des geschädigten Gelenks bei seiner Funktionelastische Bandagen, Pufferabsätze (Schuhe), Gehstützen, Verbände

Die physikalische Therapie sollte immer Teil der Behandlung sein. Eine rein medikamentöse Behandlung führt bei Arthrose in aller Regel nicht zum Erfolg.

Medikamente zur Schmerzbehandlung

Um die Schmerzen, die mit einer fortgeschrittenen Arthrose einhergehen, zu bekämpfen, können verschiedene Schmerzmedikamente eingesetzt werden. In Frage kommen hier:

MedikamentNutzen
Schmerzsalben/-gelsSchmerzsalben auf Basis nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) wirken nur lokal. Der Wirkstoff dringt dabei nicht tief in die Haut ein, weshalb eine Beeinflussung des Schmerzes von außen nur bei knapp unter der Haut liegenden Gelenken (z. B. Knie, Ellbogen, Hand) möglich ist. Alternativ kann auch ein Salbenverband angelegt werden, wodurch der Wirkstoff besser eindringen kann.
Einnahme von NSARMithilfe von Schmerzmedikamenten kann der Schmerz beseitigt und damit eine Bewegungstherapie ermöglicht werden. Allerdings sollte Art und Dosierung der Medikamente stets der Arzt festlegen, um Nierenschäden vorzubeugen. Besonders häufig werden nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verschrieben (z. B. Diclofenac). Diese setzen nicht am Gehirn an, sondern blockieren das Hormon Prostaglandin, das für den Weitertransport des Schmerzes verantwortlich ist. NSAR können allerdings bei dauerhafter Einnahme Studien zufolge den Knorpelabbau zusätzlich verschlimmern.
Präparate für den MagenschutzNSAR beeinträchtigen die Schutzfunktion des Magens gegen die eigene Magensäure, weshalb dieser langfristig Probleme machen kann. Deshalb wird parallel ein Präparat für den Magenschutz verschrieben, meist in Form von gut verträglichen Zäpfchen. Alternativ können auch Retardkapseln verwendet werden, durch die der Wirkstoff zeitverzögert an den Körper abgegeben wird.
Cox-2-Hemmer (z. B. Celecoxib, Rofecoxib)Cox-2-Hemmer sind eine Weiterentwicklung der NSAR, die die Prostaglandine im Magen nicht blockieren, sondern nur im betroffenen Gewebe. Deshalb sollen hier die Nebenwirkungen in Hinblick auf den Magen geringfügiger ausfallen.

Neben den am häufigsten verwendeten Wirkstoffen Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen und Acetylsalicylsäure gibt es eine Vielzahl möglicher Wirkstoffe, auf denen nichtsteroidale Antirheumatika basieren können:

  • Acemetazin
  • Indometacin
  • Nabumeton
  • Tenoxicam
  • Dexiprofen
  • Ketoprofen
  • Meloxicam

Sie weisen gegenüber den anderen Wirkstoffen keine nennenswerten Vorteile auf, können aber bei unerwünschten Nebenwirkungen eine Alternative darstellen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose

Es gibt eine Vielzahl weiterer möglicher Behandlungsmethoden, zu denen jedoch oftmals keine gesicherten Erkenntnisse über die Wirksamkeit vorliegen, zum Beispiel:

  • Vitamin E: Angeblich soll die Verabreichung von Vitamin E-Präparaten einen ähnlichen schmerzlindernden Effekt wie Diclofenac haben, allerdings mit deutlich weniger Nebenwirkungen. Ein eindeutiger wissenschaftlicher Beweis fehlt bisher.
  • Hyaluronsäure: Dieses Medikament wird mittels Spritzen direkt in das betroffene Gelenk gespritzt. Mangels wissenschaftlicher Nachweise ist die Wirkung umstritten.
  • Cortison: Cortison kann bei einer massiven Reizung helfen, den Gelenkstoffwechsel wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Eine dauerhafte Anwendung sollte jedoch ausscheiden, da der Wirkstoff selbst ebenfalls den Knorpel schädigen kann.
  • Akupunktur: Akupunktur kann zwar an und für sich nichts gegen Arthrose ausrichten. In mehreren Studien wurde jedoch bewiesen, dass sie sehr gute Ergebnisse bei der Linderung von chronischen Schmerzen liefern kann.

Bildnachweis: narstudio / adobe stock

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