Arbeit & Beruf Praxistipps

Baufinanzierung trotz negativem SCHUFA-Eintrag – ist so etwas überhaupt möglich?

Lesezeit: 3 Minuten Um sich den lang ersehnten Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen zu können, müssen sich die meisten Menschen im Normalfall finanziell gesehen weit aus dem Fenster lehnen – denn bekanntlich haben nur die wenigsten mal eben mehrere hunderttausend Euro auf der hohen Kante. In der Regel nutzt ein Großteil der zukünftigen Bauherren und Eigenheimbesitzer stattdessen eine Immobilienfinanzierung. Doch was passiert eigentlich, wenn das Kreditinstitut bei der Bonitätsüberprüfung auf einen negativen SCHUFA-Eintrag stößt? Ist eine Baufinanzierung mit einem schlechten Score dann überhaupt noch möglich? Grundsätzlich lässt sich diese Frage mit einem Ja beantworten, allerdings spielen dabei gleich mehrere Faktoren eine wichtige Rolle, damit die Baufinanzierung sogar mit negativer SCHUFA trotzdem noch funktionieren kann.

3 min Lesezeit
Baufinanzierung trotz negativem SCHUFA-Eintrag – ist so etwas überhaupt möglich?

Baufinanzierung trotz negativem SCHUFA-Eintrag – ist so etwas überhaupt möglich?

Lesezeit: 3 Minuten

Die meisten Menschen gehen verständlicherweise davon aus, dass ein Kreditnehmer in der Regel über eine möglichst hohe Bonität verfügen muss, um eine Baufinanzierung von der Bank zu erhalten. Wer Schulden, laufende Kredite oder gar Probleme mit der SCHUFA hat, dem wird ein solcher Baukredit hingegen mit hoher Wahrscheinlichkeit verwehrt. Dabei handelt es sich jedoch um einen Irrglauben, denn obschon ein negativer SCHUFA-Eintrag und eine damit verbundene schlechte Kreditwürdigkeit grundsätzlich zu Problemen führen können, lehnen nicht alle Banken den Kreditantrag automatisch ab. Das liegt zum einen daran, dass nicht alle Einträge bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (kurz SCHUFA) aktuell oder auch tatsächlich korrekt sind. Zum anderen lehnt die Bank den Baufinanzierungsantrag häufig nur dann direkt ab, sofern sich der potentielle Kreditnehmer in der Vergangenheit schwerwiegende Verstöße oder sonstige Verfehlungen geleistet hat.

Baufinanzierung mit negativem SCHUFA-Eintrag? Wie funktioniert das Ganze eigentlich genau?

Bevor wir näher auf die Frage eingehen, wie eine Baufinanzierung trotz einem negativen SCHUFA-Eintrag möglich ist, sei vorab gesagt, dass es sich bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung um eine sogenannte privatwirtschaftliche Auskunftei handelt, deren Hauptzweck es ist, ihre Vertragspartner über die Kreditwürdigkeit (auch Bonität genannt) dritter Parteien zu informieren. Laut der SCHUFA wurden bislang die Daten von rund 80 Prozent aller deutschen Bürger gesammelt, die dann unter anderem Banken und verschiedenen anderen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Dabei wird jedem Verbraucher ein sogenannter Score-Wert zugeordnet, der zwischen 1 und 100 liegt. Und je niedriger dieser Wert ist, desto höher ist die Ausfallwahrscheinlichkeit der betreffenden Person.

Damit ein negativer SCHUFA-Eintrag zustande kommt, reicht es häufig bereits schon aus, wenn man Rechnung nicht bezahlt, , Mahnungen zu lange ignoriert, Ratenzahlungen versäumt oder es zu anderen Problemen bei der Rückzahlung eines Kredites kommt. Dieser SCHUFA-Eintrag bleibt übrigens sogar dann noch bestehen, wenn alle offenen Rechnungen bezahlt wurden – und zwar insgesamt drei Jahre lang. Allerdings kommt es leider auch immer wieder zu fehlerhaften Eintragungen, Verwechslungen oder vergessenen Löschungen veralteter Daten. Daher empfiehlt es sich, bereits schon vor der Antragsstellung auf eine Baufinanzierung bei der Bank den eigenen SCHUFA-Eintrag auf eventuelle Fehler hin zu überprüfen. Diese Einsicht ist übrigens einmal pro Jahr kostenlos möglich. Und falls bei der Überprüfung falsche oder veraltete Einträge entdeckt werden, kann man eine Berichtigung beantragen, um den Score-Wert zu verbessern und die eigene Bonität wiederherzustellen.

Welche Möglichkeiten gibt es, um eine Baufinanzierung trotz negativer SCHUFA zu erhalten?     

Sofern es bei der Überprüfung der Kreditwürdigkeit zu Komplikationen kommen sollte (zum Beispiel durch einen negativen SCHUFA-Score), wird der Kreditnehmer von der Bank darüber in Kenntnis gesetzt und kann dann dazu Stellung nehmen. Doch auch wenn es sich tatsächlich um einen berechtigten Eintrag handelt, hat der Darlehensnehmer trotzdem noch immer die Möglichkeit, eine Baufinanzierung zu erhalten. Dazu kann er entweder einen Bürgen vorschlagen, der von der Bank als ausreichend solvent betrachtet wird, um eventuelle Komplikationen bei der Rückzahlung des Immobilienkredites finanziell abzufedern – oder einen zweiten Kreditnehmer benennen, der oder die keine negativen SCHUFA-Einträge besitzt und im Optimalfall zudem auch über ein gewisses Eigenkapital verfügt (beispielsweise der Ehepartner).

Des Weiteren kann eine Baufinanzierung trotz negativem SCHUFA-Eintrag bewilligt werden, wenn der Kreditnehmer ein hohes Eigenkapital (zum Beispiel im Falle einer anstehenden Erbschaft) und zudem ein gesichertes Einkommen (unbefristete Festanstellung) nachweisen kann. Darüber hinaus könnte der Kreditnehmer auch ein Darlehen bei einer ausländischen Bank aufnehmen, da der SCHUFA-Score in zahlreichen anderen Ländern keine derart entscheidende Rolle spielt. Allerdings sind in der Regel nicht nur die Zinsen deutlich höher als bei einer deutschen Bank, auch der stetig schwankende Wechselkurs fremdländischer Währungen und sonstige wirtschaftliche Probleme können unter Umständen zu ungeahnten Komplikationen führen. Daher sollte man sich genau überlegen, ob ein derart hoher Baukredit bei einer ausländischen Bank tatschlich eine gute Idee ist.

Mit welchen potentiellen Konsequenzen muss man bei einer Baufinanzierung mit einem negativen SCHUFA-Eintrag rechnen? 

Falls die Bank dem Kreditnehmer trotz eines negativen SCHUFA-Eintrages tatsächlich eine Baufinanzierung ermöglicht, muss der künftige Eigenheimbesitzer zum einen mit deutlich höheren Bauzinsen rechnen. Zinsaufschläge von drei Prozent und mehr sind dabei keine Seltenheit, da sich die Bank auf diesem Wege vor eventuellen Verlusten und potentiellen Ausfällen schützt. Zum anderen muss es sich bei dem Haus oder der Eigentumswohnung um eine sogenannte werthaltige Immobilie handeln. Falls das Ein- oder Mehrfamilienhaus also beispielsweise baufällig sein sollte oder sich die gewünschte Eigentumswohnung in einer schlechten Lage befindet, kann die Bank eine Baufinanzierung ohne Weiteres ablehnen. Ebenso sollte ein gewisses Eigenkapital von mindestens 20 oder im Optimalfall 30 Prozent des gesamten Kaufpreises vorhanden sein, damit der Kreditnehmer das eigene finanzielle Risiko minimieren kann. Und da im schlimmsten Fall eine Privatinsolvenz droht, falls bei der Finanzierung beziehungsweise der Rückzahlung des Kredites etwas schief geht, sollte man sich ganz genau überlegen, ob sich ein derartiges Risiko tatsächlich lohnt.  

Bildnachweis: nopparat / stock.adobe.com

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: