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Bänderriss im Sprunggelenk

Lesezeit: 3 Minuten Ein Bänderriss im Sprunggelenk gehört zu den häufigsten Verletzungen im Sport. Grund genug, sich mit der Verletzung näher zu beschäftigen. Wie erkennt man einen Bänderriss und wie behandelt man ihn?

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Bänderriss im Sprunggelenk

Bänderriss im Sprunggelenk

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Basketball, Volleyball, Handball – vor allem Sportarten, die durch schnelle Richtungswechsel und viele Sprünge geprägt sind, bergen die Gefahr, sich den Fuß umzuknicken. Ein unebener Untergrund erhöht das Risiko zusätzlich. Der Bänderriss tritt häufiger auf der nicht dominanten Seite auf. Rechtshänder verletzen sich also meist das linke Sprunggelenk.

3 Millionen Bänderrisse pro Jahr

Pro Tag zieht sich übrigens geschätzt einer von 10.000 Einwohnern pro Stadt einen Bänderriss zu. In einer Großstadt wie Köln, die rund 1 Million Einwohnern hat, kommt es so täglich zu rund 100 Bänderrissen oder 36.500 Bänderrissen im Jahr. Hochgerechnet reißen in Deutschland jährlich etwa 3 Millionen Mal die Bänder im Sprunggelenk.

Sich davor wirkungsvoll zu schützen, ist leider nicht möglich. Dennoch ist es sinnvoll, seine Beinmuskulatur, insbesondere die des Schienbeins, zu kräftigen und die Wadenmuskulatur regelmäßig zu dehnen. Ansonsten entsteht eventuell eine muskuläre Dysbalance, die einseitig Druck auf das Sprunggelenk ausübt und so ein Umknicken begünstigen könnte. Gute, auf die Bedingungen der jeweiligen Sportart abgestimmte Schuhe, gehören ebenfalls zu einer möglichen Verletzungsprophylaxe.

Anatomische Ursachen für einen Bänderriss

Haben Sie schon mal beobachtet, was passiert, wenn Sie auf die Zehen gehen? Ihre Sprunggelenke knicken ein wenig nach innen. Also genau in die Richtung, in die man auch meistens umknickt. Biomechanisch ist das eigentlich ein ganz normaler Vorgang, der durch den Verlauf der Achillessehne bestimmt wird. Eine verkürzte Wadenmuskulatur kann diese Bewegung noch verstärken. Kommt jetzt noch eine geschwächte Schienbeinmuskulatur (Antagonis) dazu, ist man schnell umgeknickt.

Funktion des Sprunggelenks

Das Sprunggelenk verbindet Fuß und Unterschenkel. Die unteren Enden des Schienbeins und des Wadenbeins sind durch mehrere Bänder mit dem Sprungbein verbunden. Bei einem Bänderriss sind meist die Außenbänder betroffen. Statistisch ist der Riss der Außenbänder mit rund 20 Prozent Anteil die häufigste Sportverletzung.

Eine Verletzung des Knochens im oberen Sprunggelenk ist seltener. Trotzdem kann es bei einer hohen Belastung von Außen zusätzlich zu einem Knochenbruch oder einer Knochenabsplitterung kommen. Bei einer akuten Verletzung ist dies aber für den behandelnden Arzt nicht immer eindeutig zu unterscheiden.

Deshalb wird bei Sprunggelenksverletzungen immer ein Röntgenbild gemacht, um Knochenverletzungen auszuschließen. Für die Therapie der Bänderverletzung spielt das Röntgenbild aber keine entscheidende Rolle mehr. Bleiben die Schmerzen aber noch nach 6 Wochen Therapie, bspw. mit einer Aircast- oder einer Godesberger-Schiene, empfiehlt sich, eine Kernspintomographie, um andere, folgenschwere Verletzungen auszuschließen.

So entsteht ein Bänderriss

Bänder reißen nicht von selbst. Erst durch eine mechanische Wirkung von Außen, wie etwa Umknicken oder ein Tritt eines Gegenspielers ins Sprunggelenk führt dazu, dass die Bänder überdehnt werden oder reißen. Zudem werden dabei auch lokale Blutgefäße beschädigt, was den Fuß anschwellen lässt. Dieser Bluterguss verursacht auch die Schmerzen, die jeder bestätigen kann, der sich schon mal den Fuß umgeknickt hat.

Sofortmaßnahmen beim Bänderriss

Bei einer akuten Sprunggelenksverletzung sollten Sie den Fuß sofort kühlen. Das lindert den Schmerz und verhindert, dass der Knöchel anschwillt. Umso früher und umso länger Sie kühlen, desto besser. Außerdem sollten Sie den verletzten Knöchel nicht belasten.

Diagnose Bänderriss

Die so genannte „gehaltene Aufnahme“ unterm Röntgenapparat galt früher als Standardmaßnahme, um einen Bänderriss zu diagnostizieren. Allerdings sind Weichteile, zu denen die Bänder ja auch gehören, auf einem Röntgenbild nicht zu sehen. Vielmehr kann der Arzt auf dem Röntgenbild lediglich die Breite des Gelenkspaltes interpretieren. Daraus zieht er dann Rückschlüsse, ob ein oder mehrere Bänder gerissen sind

Heute wird in den meisten Fällen von einer gehaltenen Aufnahme abgesehen. Zum einen ist die Untersuchung schmerzhaft und zum andern wird die mögliche Verletzung eventuell noch verschlimmert.

Heute reicht dem behandelnden Arzt, das Sprunggelenk auf Beweglichkeit, Stabilität, Schmerz und Schwellung zu untersuchen. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob und wie viele Bänder gerissen sind oder ob nur eine Bänderdehnung vorliegt. Solange keine Knochenverletzung hinzukommt, ist die Therapie mittlerweile gleich.

Therapie beim Bänderriss

Statt einer Operation, die früher unumgänglich schien, wird heute ein Bänderriss überwiegend konservativ behandelt. Nach den erste Hilfe Maßnahmen nach der PECH-Regel (Pause, Eisanwendung, Compressionsverband und Hochlagern) kann man Salben oder Medikamente zur Blutverdünnung einsetzen, um den Bluterguss möglichst schnell aus dem Sprunggelenk zu bekommen.

Sobald die Schwellung abgeklungen ist kann man langsam wieder mit dem Sport anfangen. Ohnehin ist Bewegung bereits nach wenigen Tagen zu empfehlen. Damit der Fuß trotzdem ruhig gestellt ist, bekommt man eine Schiene, die das Sprunggelenk seitlich stabilisiert und ein erneutes Umknicken verhindert.

Sind mehrere Bänder gerissen, wird gelegentlich noch operiert. Durch eine Operation kommt man zwar schneller wieder auf die Beine, nach etwa zwei bis drei Monaten erreicht man aber bei beiden Methoden, Operation und konservativer Therapie, die gleiche Stabilität im Sprunggelenk. Von daher sollte man sich gut überlegen, ob man das Risiko einer Operation auf sich nehmen möchte.

Bildnachweis: Lars Zahner / stock.adobe.com

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