Homöopathie Praxistipps

Aus Medikamenten hergestellte Nosoden – zum Kurieren unverzichtbar

Lesezeit: 4 Minuten Nosoden, die aus Medikamenten hergestellt sind, wie Cortisonum, Morphinum oder Penicillinum, kommen in der Homöopathie bislang nur selten zum Einsatz, obgleich sie dringend benötigt werden. Hierin sehe ich eine häufige Ursache für einen stagnierenden oder blockierten Heilungsprozess. Daher werde ich nun näher erläutern, weshalb allopathische Nosoden für den Heilungsprozess eine so große Rolle spielen.

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Aus Medikamenten hergestellte Nosoden - zum Kurieren unverzichtbar

Aus Medikamenten hergestellte Nosoden – zum Kurieren unverzichtbar

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Notwendiges Antidotieren von Medikamenten

Neben der Mitarbeit des Patienten hängt der Erfolg einer homöopathischen Behandlung, besonders wenn er schwer erkrankt ist, davon ab, ob ich alle häufig eingenommenen Medikamente oder stark wirkende Injektionen antidotieren (mit Hilfe von Nosoden ausleiten) kann. Ansonsten verzögern oder blockieren die in unserem Organismus angehäuften Medikamenten-Toxine den Heilungsprozess, so dass wir lästige Symptome, die uns mehr zusetzen als die ursprünglichen Beschwerden vor der Medikamenten-Einnahme, nicht wieder loswerden.

Anstatt gesund zu werden, geht es uns dann immer schlechter und auf einmal bemerken wir, wie manche Menschen es ausdrücken, dass wir nicht mehr wir selbst sind. Wir erkennen also erschrocken, dass wir an Vitalität und Stabilität sowie an Lebensqualität verloren haben.

Wirkungsweise von Medikamenten

Medikamente verhelfen uns in der Regel nicht zur Heilung, obwohl sie oft zu Beginn der Einnahme Symptome zum Verschwinden bringen. Wie in Bezeichnungen wie Antibiotika, ACE-Hemmer und Betablocker zum Ausdruck kommt, wirken Medikamente gegen (anti) die Selbstheilungskräfte, hemmen oder blockieren sie sogar.

Zu Zeiten, in denen unser Immunsystem ohnehin schon überfordert ist und nicht mehr aus eigenen Kräften sein Gleichgewicht zu finden vermag, schwächt eine derartige Wirkungsweise es noch weiter, anstatt ihm wieder zu voller Funktionsfähigkeit zu verhelfen und Heilung zu ermöglichen.

Wenn die Balance zwischen angreifenden Agenzien (Agens = Tuendes) und abwehrenden Kräften zunehmend entgleist, treten immer mehr Symptome auf. Nebenwirkungen, die man – weniger beschönigend – auch als UAW (unerwünschte Arzneiwirkungen) bezeichnet.

Wirkungsweise von Nosoden

Die passenden Nosoden dagegen lösen auf die blockierten Selbstheilungskräfte den benötigten Impuls aus, der sie reaktiviert. Wenn die Abwehrkräfte wieder ihre Funktion erfüllen, verdrängen sie Toxine und andere krankheitsauslösende Agenzien von ihrem Wirkort.

Durch den Impuls von zusätzlich eingesetzten Drainage-(Ausleitungs-)Arzneien wie z. B. Darmnosoden vermag unser Immunsystem anschließend die verdrängten Agenzien über Haut und Schleimhäute, d. h. über unsere Ausscheidungsorgane, aus unserem Körper zu entfernen und hierdurch unseren Beschwerden abzuhelfen.

Als Drainage-Arzneien kommen auch aus ungiftigen Heilpflanzen hergestellte Homöopathika wie Avena sativa (Hafer) und Allium ursinum (Bärlauch) – möglichst niedrig dosiert – in Frage. Im Internet finden Sie bei Hexal natürlich ein Heilpflanzen-Lexikon, in dem Sie sich kurz und bündig über Heilpflanzen und ihre Wirkung informieren können.

Die passenden Nosoden

Morphinum bei Schmerzmittelbelastung

Wenn wir Schmerz- und Betäubungsmittel eingenommen haben, bietet sich die Nosode Morphinum zum Antidotieren der gleichartigen Medikamenten-Toxine an. Bei Menschen, die trotz Einnahme von Schmerzmitteln die betreffenden Toxine nicht ausleiten, kann als UAW Schmerzüberempfindlichkeit auftreten.

So erging es einer Frau mit schweren Rückenschmerzen, die vom Arzt Analgetika (Schmerzmittel) verordnet erhalten und eingenommen hatte. Sie berichtete mir, dass ihr alles weh tue, sie alle Knochen spüre, und sie sogar den Pullover auf ihrer Haut als unangenehm empfände.

Paradoxerweise haben bei ihr die eingenommenen Analgetika Schmerzempfindungen hervorgerufen, also Symptome, die sie eigentlich beheben sollten – ein typisches Phänomen vieler schulmedizinischer Medikamente.

Cortisonum bei Steroidbelastung

Es gibt wohl nur wenige Erwachsene, die noch keine Steroide (Cortison) verabreicht erhalten haben. Alle anderen benötigen Cortisonum zum Abbauen der betreffenden Toxine. Manchen Menschen injizieren Ärzte sogar Steroide, z. B. wenn sie zuvor eine Wirbelsäulenentzündung nicht in den Griff bekommen haben oder vor der anschließenden Injektion von Immunsuppressiva (das Immunsystem unterdrückende Medikamente). Letzteres ist mir in der Krebstherapie begegnet, in der das so verabreichte Cortison die Nebenwirkungen des danach injizierten Immunsuppressivum reduzieren helfen sollte.

Fallbeispiel

Ein Patient, der u. a. an inneren Ulzerationen (Geschwürsbildungen) erkrankt war und daher verschiedene Kombinationen von Cortison- und Immunsuppressivum-Infusionen erhalten hatte, litt unter juckendem, brennendem, nässendem, großflächigem Hautekzem und heftigen Schleimhautsymptomen. Diese Beschwerden setzten ihm so sehr zu, dass er am liebsten aus seiner Haut gefahren wäre.

Ein typisches Symptom und eigentlich ein gutes Zeichen dafür, dass seine Selbstheilungskräfte ihre Funktion erfüllen und belastende Toxine den Ausscheidungsorganen zuführen, so dass sie über Haut und Schleimhaut den Körper verlassen, aber auch ein Symptom, das man bei richtiger Antidotierung nicht zu ertragen braucht!

Therapieverlauf

Ich sagte ihm wiederholt, dass er seine Beschwerden nicht loswürde, bis er seine Medikamente abgesetzt und antidotiert hätte. Er meinte aber, sie weiterhin mit Medikamenten in den Griff bekommen zu können.

Da es ihm damit aber noch schlechter ging, folgte er allmählich meinem Rat, verzichtete auf Medikamente und half mir, sie zu antidotieren. Als sein Konstitutionsmittel, eine Erbnosode, Streptococcinum, Darm- und Impfnosoden, sowie andere antidotierende Nosoden wie z. B. Cortisonum zwar bewirkten, dass seine Ulzerationen, Bewegungsapparat- und Verdauungsbeschwerden zurückgingen, aber seine ihn quälenden Hautsymptome nicht besserten, besorgte er mir, auf meine wiederholten Bitten hin, Reste der ihm verabreichten Immunsuppressiva, woraus ich ihm Nosoden herstellte, da sie nicht über den Handel zu beziehen waren.

Aus den Ausgangssubstanzen, die ich nacheinander erhielt, stellte ich in mehreren Schritten durch wiederholtes Verdünnen und Verschütteln jeweils eine Nosode her und sandte sie ihm jedes Mal zu. Sobald er diese zusätzlichen Nosoden eingenommen hatte, verschwanden seine Hautprobleme. Solch ein Therapieverlauf belegt die ursächliche Wirksamkeit der ausleitenden Nosodentherapie – bei konsequenter Durchführung!

Nachtrag: Weitere Medikamenten-Nosoden

Der erwähnte Patient hatte noch weitere Medikamenten-Nosoden benötigt:

  • ACC -aus dem gleichnamigen Schleimlöser hergestellt
    (Die ACC-Nosode musste ich ebenfalls selbst herstellen. Es gibt aber auch Apotheken, die sowohl für sich selbst als auch auf Kundenauftrag Homöopathika produzieren. Bei Bedarf bitte im Internet recherchieren!)
  • Nasivin -aus dem gleichnamigen Nasenspray erzeugt
  • Penicillinum -aus Penicillin, einem bestimmten Antibiotikum, gewonnen

Ohne diese Nosoden hätten die anderen, oben erwähnten Nosoden es nicht vermocht, seine Schleimhäute in Nase, Rachen, Bronchien und Verdauungstrakt zu sanieren und die UAW der häufig eingenommenen Medikamente, die man nicht selten auf ihren Beipackzetteln unter Nebenwirkungen wiederfinden konnte, abzubauen.

Funktion von Medikamenten-Nosoden

Medikamenten-Nosoden erfüllen nicht nur eine antidotierende und UAW abbauende Funktion, sondern erzielen eine weitere, sehr erwünschte Wirkung: Sie wirken oft besser als ihre schulmedizinischen Pendants.

Dies fiel z. B. einer Patientin auf, die mir erstaunt berichtete, dass Cortisonum ja besser wirke als das früher eingenommene Cortison. Zuvor hatte sie bemerkt, dass ihre Zunge anschwoll, und befürchtet, wie früher einen zugeschwollenen Hals und sogar einen Schock zu bekommen und Cortisonum eingenommen, worauf die Schwellung sofort zurückgegangen sei. So schnell, meinte sie, habe Cortison nie gewirkt.

Darüber hinaus war sie froh, anstatt an Vitalität und psychischer Stabilität durch die Einnahme des schulmedizinischen Cortisons zu verlieren, mit Hilfe des homöopathischen Cortisonum beides zurückzugewinnen. Gleichzeitig half ihr diese Nosode, ihre lang bestehende Abwehrschwäche gegenüber Infekten zu überwinden.

Weitere Informationen zu Nosoden und Nosodentherapie finden Sie hier

Bildnachweis: Kenishirotie / stock.adobe.com

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