Gesundheit Praxistipps

Augenlasern – Brille adé?

Lesezeit: 4 Minuten Jeder Zweite in Deutschland hat eine Sehschwäche und ist auf entsprechende Sehhilfen angewiesen. Oftmals sind Brillen und Kontaktlinsen jedoch alles andere als bequem und nicht selten werden sie vom Träger als störend empfunden. Eine mögliche Alternative: Das Augenlasern.

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Augenlasern – Brille adé?

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Wer sich damit befassen möchte, wird schnell feststellen, dass dies nicht nur ein oft unübersichtlicher, hart umkämpfter Markt ist, sondern es auch viele Methoden gibt. Doch wie findet sich die geeignete Variante, worauf sollte geachtet und wo können diese Eingriffe durchgeführt werden?

LASIK (Laser-assisted in Situ Keratomileusis)

Bei der heutzutage mit 34 Millionen Behandlungen weltweit häufigsten Variante wird in einer ambulanten Behandlung zunächst die oberste Schicht der Hornhaut mithilfe eines sogenannten Mikrokeratoms – einem mechanischen Hobel – vom Auge abgehoben und der "Flap", also der vorübergehend umklappbare Lappen gebildet.

Im Anschluss wird das Gewebe unter der Hornhautschicht mit einem Excimerlaser, von einem zuvor individuell auf das Auge eingestellten Computer gesteuert, schrittweise abgetragen und dadurch gezielt modelliert. Zuletzt wird die Flap durch Zurückklappen wieder in ihre ursprüngliche Position gebracht.

Auf diese Art und Weise kann eine sehr schnelle und vergleichsweise schmerzfreie Verbesserung der Sehschärfe hergestellt werden, da im Gegensatz zu anderen Verfahren die Hornhautoberfläche nicht nachwachsen muss und unterhalb der schmerzempfindlichen Schichten gearbeitet wird.

Augenlasern – Brille adé?

Die obere Hornhautschicht wird gelöst, umgeklappt, das Auge gelasert und die Hornhaut als sogenannter Flap wieder in Position gebracht (LASIK) ©Nemo – Pixabay.com (CC0 1.0)

Bei der Weiterentwicklung der normalen LASIK – der Femto-LASIK – wird statt des mechanischen Hobels ein berührungsfreier und computergestützter Femtosekunden-Laser verwendet, also ein Laser der im Bereich von billiardstel Millisekunden Lichtpulse aussendet, um die oberste Hornhautschicht zu lösen.

Dabei sind dadurch, dass die weiter oben gelegenen Schichten nicht berührt werden müssen, ein etwas tieferes Ansetzen des Schnittes und auch das Arbeiten an Augen mit geringerer Hornhautdicke möglich. In der Regel sind diese beiden Methoden die empfehlenswertesten, da die Wahrscheinlichkeit einer Vernarbung nahezu ausgeschlossen und der Heilungsprozess am schnellsten ist, wobei die Femto-LASIK seit dem ersten Einsatz 2001 allgemein als fortschrittlicheres und risikoärmeres Verfahren gilt. Wie auch bei der normalen LASIK, muss hier die Hornhautoberfläche dank des Flaps nicht nachwachsen.

Eine besondere Variante der Femto-LASIK ist die SmILE (Small Incision Lenticle Extraction), bei der vom Laser kein vollständiger Flap, sondern nur ein kleiner Einschnitt gemacht, durch den ein sogenanntes Lentikel entfernt werden kann. Ein Lentikel ist ein linsenförmiges Gewebestück, das im Gegensatz zu allen anderen Verfahren nicht verdampft, sondern herausgeschnitten und durch den kleinen Einschnitt entfernt wird.

Die Smile-Methode gilt als die fortschrittlichste aller Möglichkeiten zur operativen Sehschärfenverbesserung, die mittlerweile von zahlreichen Fachärzten und Anbietern angeboten wird. Die wichtigsten Informationen zu den unterschiedlichen Verfahren lassen sich heute umfangreich online bei den jeweiligen Spezialisten wie auf SmileEyes.de abrufen. So kann über ein Onlineformular die erste Kontaktanfrage erfolgen oder sich auch über Finanzierungsoptionen informiert werden.

PRK (Photorefraktive Keratektomie)

Als Urform des Augenlaserns ist diese Methode nahezu komplett von modernen Alternativen wie LASIK oder LASEK abgelöst. Lange Zeit lang war sie die effektivste Möglichkeit, wurde jedoch durch die dabei gesammelten Erfahrungen zu ihren schonenderen Nachfolgern weiterentwickelt.

Hierbei wird das Deckhäutchen ("Epithel" – die oberste Hornhautschicht) mit einem stumpfen chirurgischen Messer komplett, also ohne verbleibenden Flap entfernt und das Auge nach der Anwendung des Excimer-Lasers mit einer Kontaktlinse abgedeckt, die das operierte Auge schützt, bis das Deckhäutchen nach einigen Tagen nachgewachsen ist. Allerdings bringt diese Vorgehensweise etwas stärkere, vorübergehende Schmerzen mit sich.

Augenlasern – Brille adé?

Im Jahr 2013 wurden 129.000 LASIK-Operationen allein in Deutschland durchgeführt – Tendenz steigend (©2014 Market Scobe und VSDAR über Statista.com) ©Statista.com (zur Statistik)

LASEK (Laser Epithethial Keratomileusis)

Der Unterschied zwischen LASIK und LASEK liegt darin, dass kein Flap gebildet wird, sondern eine besonders dünne Schicht des Deckhäutchens mit einer speziell dafür entwickelten Flüssigkeit aufgeweicht wird, bis es mit einem Spatel verschoben werden kann und wie üblich die zuvor berechneten Teile des Gewebes mit dem Excimer-Laser abgetragen werden können.

Anschließend wird das Deckhäutchen wieder zurückgeschoben und mit einer Schutzlinse abgedeckt. Da bei diesem Verfahren kein anschließend schützender Flap entsteht, ist es entsprechend etwas schmerzhafter. Gleichzeitig ist LASEK jedoch auch eine sinnvolle Ergänzung der LASIK-Methode, die aufgrund von Mensch zu Mensch unterschiedlicher Hornhautdicken, nicht in jedem Fall anwendbar ist.

Epi-LASIK

Als relativ neue Methode der Augenlaserbehandlungen kann die Epi-LASIK angesehen werden. Sie kommt als Alternative zum Einsatz, wenn die Hornhaut für eine konventionelle LASIK oder Femto-LASIK zu dünn ist und kann als Kombination aus PRK und LASEK angesehen werden.

Im Gegensatz zu LASEK wird jedoch keine aufweichende Lösung, sondern ein stumpfes Mikrokeratom (der computergesteuerte mechanische Hobel) genutzt, um ausschließlich das äußerste Deckhäutchen zur Seite zu schieben. Damit wird gewissermaßen versucht, die Vorteile von LASIK und LASEK zu kombinieren.

Im Gegensatz zur PRK wird das Epithel bzw. besonders dünner Flap wieder zurückgeklappt und fungiert als Wundschutz, welcher durch eine Kontaktlinse ergänzt wird.

Wer kann durch Augenlasern behandelt werden?

Die LASIK-Methoden eignen sich für Personen mit einer Kurzsichtigkeit bis minus acht, einer Weitsichtigkeit bis plus vier und einer Stabsichtigkeit von bis zu drei Dioptrien, können allerdings durch eine zu dünne Hornhaut verhindert werden – In einem solchen Fall ist auf LASEK auszuweichen.

Diese kann jedoch erhebliche Fehl- und die meisten Fernsichtigkeiten nicht behandeln. Generell gilt: Je größer die zu behandelnde Sehschwäche, desto größer das Risiko des Verfahrens. Und starke Hornhautverkrümmungen können unter Umständen alle Methoden ausschließen, was jedoch im Einzelfall zu bewerten ist.

Das obligatorisch vorangehende, meist kostenlos angebotene Beratungsgespräch klärt alle Fragen und hilft, die richtige Methode zu wählen. Dies ermöglicht es, die Risiken zu minimieren und das bestmögliche Ergebnis erzielen zu können. Um die entsprechende Nachsorge kümmert sich in der Regel der beratende und operierende Arzt, damit Komplikationen besser vorgebeugt werden kann.

Die aktuellen Verfahren der Augenlaserbehandlung bieten auf diese Weise, eine effektive und vor allem nachhaltige Korrektur von Sehfehlern, bei einem normalerweise überschaubaren Risiko. Und durch den medizinischen Fortschritt wird in Zukunft wahrscheinlich die Sicherheit und Effizienz der Methode noch weiter steigen.

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