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Aromapflege bei Demenz

Lesezeit: 2 Minuten Die Aromatherapie/Aromapflege in der Pflege und Begleitung an Demenz erkrankter Menschen wird immer häufiger diskutiert. Mit der Aromapflege ist es möglich, den Anvertrauten ein Stück Liebe und Geborgenheit, Wärme und Mitgefühl, wie auch Hilfe und Unterstützung zu geben.

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Aromapflege bei Demenz

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Aromapflege: Positive Erfahrungen bei der Arbeit mit Demenzkranken
Unser Haus widmet sich zum Wohle unserer Bewohner seit etwa 2003 auch der Aromapflege, wobei wir gerade bei der Versorgung Demenzerkrankter viel   Positives berichten können. Schon im alten Ägypten hieß es: “Kein Tag ist glücklich ohne Wohlgeruch“.

Und so sind ätherische Öle in unseren Häusern nicht nur Duftverbesserer, sondern sie tragen auch erheblich als Stimmungsheber, also auf psychischer Ebene, aber auch – zum Beispiel in Einreibungen oder Bädern – auf physischer Ebene zum Wohlbefinden unserer Bewohner bei. Ich möchte Ihnen in diesem Artikel einen Weg aufzeigen, wie man die Aromapflege in der Versorgung Demenzerkrankter aufgreifen kann.

Aromatherapie/Aromapflege kann bei Demenzkranken einige belastende Symptome bessern
Verwendet man zum Beispiel Lavendelöl (Lavendel fein oder Lavendel extra – nicht Lavandin super) bei den betreffenden Personen zur Inhalation und auch Einreibung/Massage, so konnten Ihre Medikamente gegen Verhaltensauffälligkeiten und Schlaflosigkeit häufig reduziert oder gar abgesetzt werden. Lavendel wirkt wunderbar bei Erregung, Schlafstörungen, Angst, Stress, Depression und abnormem Verhalten.

Diese Symptome hatten sich nach Beginn der Anwendung bereits am dritten Tag der Aromapflege signifikant gebessert. Dabei sprachen Symptome wie Erregung und Angst jedoch besser an, als Depression oder abnormes Verhalten. Wir setzen so zum Beispiel Lavendel auf unserem Pflegebereich mit an Demenz erkrankten Bewohnern jeweils am Abend zur Vorbereitung auf die Nachtruhe ein.

Aber auch die Pflegepersonen profitieren in der Regel vom Einsatz ätherischer Öle: Sie empfinden die mit ihrer Arbeit verbundene Belastung geringer als vorher.

Ätherische Öle in der Betreuung von Menschen mit Demenz werden in der Regel nicht im klassischen therapeutischen Sinne verwendet
Während in der Aromatherapie ätherische Öle zur Heilung von Krankheiten eingesetzt werden, betreiben wir Aromapflege.

Bei uns werden die ätherischen Öle eher dazu genutzt, um zum Beispiel  Erinnerungen zu wecken (gedächtnisfördernd eingesetzt – denn Geruchserlebnisse werden in unserem Langzeitgedächtnis gespeichert und können auch Jahrzehnte später erinnert und mit  Lebenssituationen verbunden werden – Vanille, Orange, Bergamotte, Zimt ) oder aber, sie für alltägliche Tätigkeiten zu aktivieren und die Konzentrationsfähigkeit zu fördern (zum Beispiel mit Litsea cubeba oder Rosmarin).

Dabei werden die Düfte durch Riechen oder über die Haut aufgenommen (Inhalation, Einreibungen und Massagen). Gerade für Menschen mit Demenz, können ätherische Öle in Verbindung mit kleinen Massagen (oder einfach nur das Halten der Hand mit einem ausgewählten Duft) eine immense Wohltat bedeuten. Denn wenn der sprachliche Weg nicht mehr eindeutig betretbar ist, müssen andere Formen der Kommunikation gefunden werden, um Zugang zueinander finden zu können und um den kranken Menschen "seelisch zu halten".

So sind Düfte sehr gut in der Betreuung an Demenz Erkrankter einsetzbar. Erinnerungen werden geweckt und können in der Biographiearbeit zum Beispiel in Seniorenpflegeheimen sehr nützlich sein.

Gespräche anregen durch Aromapflege
Bei sonst eher stillen, in sich gekehrten Bewohnern oder Bewohnern mit Demenz können diese in der Einzelbetreuung als Einleitung oder Anregung zum Gespräch genutzt werden. Die Bewohner finden leichter über die Düfte zu alten Erinnerungen.

Bei dem Einsatz ätherischer Öle bei an Demenz Erkrankten muss jedoch darauf geachtet werden, dass zu Gesprächseinleitung mit ätherischem Öl je Gesprächstreffen nur ein Duft eingesetzt wird. Leicht kommt es bei diesen Bewohnern zu einer Reizüberflutung, welche zu Rückzug und Verschlossenheit führt. Düfte können auch hier entweder stimulierend, aber auch beruhigend, entspannend wirken.

Mögliche ätherische Öle zur Erinnerungspflege und Aktivierung

  • Rosmarin
  • Litsea cubeba
  • Zitrone
  • Pfefferminz
  • Eukalyptus

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