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Android-Pannenhilfe: Apps lassen sich nicht installieren oder starten

Lesezeit: 4 Minuten Android-Smartphones haben die Marktführerschaft unter den Mobiltelefonen übernommen. Zentrale Fähigkeit aller Smartphones ist die flexible Ausstattung und Erweiterung mit Apps, ganz nach Anforderung und Interessenlage des Anwenders. Treten bei der Installation von Apps Fehler auf oder lassen sich Apps nicht in Betrieb nehmen, sorgen die folgenden Maßnahmen für schnelle Abhilfe.

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Android-Pannenhilfe: Apps lassen sich nicht installieren oder starten

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Android-Pannenhilfe: Apps lassen sich nicht installieren oder starten

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Apps sind die „Killerapplikation“ der Smartphone-Anwendung

Der entscheidende Vorteil moderner Smartphones gegenüber klassischen Handys liegt in der Möglichkeit, das Gerät mit Apps (Abkürzung von „application“, dt. Anwendung) ganz nach Wunsch auszustatten. Da es sich hierbei um eine zentrale Fähigkeit von Smartphones handelt, ist es sehr im Interesse von allen Beteiligten an der Entwicklung und Vermarktung dieser Plattform, dass die App-Installation schnell und unkompliziert durchzuführen ist.

Das ist auch im führenden Google-Betriebssystem Android im Allgemeinen so, trotzdem kommt es immer mal wieder vor, dass sich eine App nicht installieren oder nach der Installation nicht in Betrieb nehmen lässt. Mit den nachfolgend beschriebenen Maßnahmen schöpfen Sie alle Möglichkeiten der App-Installation auf Android-Smartphones aus.

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1. Datenverbindung, WLAN & Co.

In manchen Fällen ist die Lösung des Installationshemmnisses ganz naheliegend: Es fehlt die Datenverbindung. Wer als „Smartphone-Newbie“ den Market über das vorinstallierte Symbol nicht starten kann, hat möglicherweise weder eine Mobilfunk-Datenverbindung noch eine WLAN-Verbindung.

Nutzen Sie für Installationsvorgänge aus Kosten- und Geschwindigkeitsgründen bevorzugt eine WLAN-Verbindung. Wenn Sie eine SIM-Karte aus einem Handy in einem Smartphone weiterverwenden, ist möglicherweise noch gar kein Datentarif freigeschaltet oder – noch gefährlicher – es wird „automatisch und aus Servicegründen“ ein irre teurer Minutentarif eingesetzt.

2. Android-Versionen

Android startete im Massenmarkt mit der Version 1.5. „Cupcake“. Tatsächlich werden heute nur noch sehr wenige aktive Geräte mit einer solchen alten Android-Version (Veröffentlichung 2009) aktiv eingesetzt. Beachten Sie bei Installationsproblemen trotzdem, ab welcher Android-Version der Betrieb einer App möglich ist, eine Inkompatibilität der neuen Apps zu den 1.x-Versionen von Android besteht recht oft. Die Information zur erforderlichen Android-Version für den Betrieb einer App finden Sie im Google Play-Store in der rechten Spalte mit dem Titel „Über diese App“. Welche Art der Datenverbindung Ihr Android aktuell einsetzt, zeigt er Ihnen in der Statuszeile am oberen Rand des Touchscreens.

3. Fehlender Speicherplatz

Android-Smartphones und Tablets sind in den allermeisten Fällen mit einem SD/SDHC-Speicherkarten-Slot ausgestattet. Mit einer SDHC-Speicherkarte können Sie den internen Speicher des Geräts um maximal weitere 32 GB Speicherplatz externen Speichers aufrüsten. Allerdings wird für die Installation weiterer Apps zunächst einmal immer der interne Speicher eingesetzt, der je nach Ausstattung recht schnell am Ende sein kann, wenn Speicherfresser wie beispielsweise Google Maps installiert werden.

Weist bei der Installation eine Fehlermeldung auf ein Problem mit dem Speicher hin, prüfen Sie zunächst, wo noch wie viel freier Speicher zur Verfügung steht. Dazu rufen Sie „Systemeinstellung / Speicherverwaltung“ auf. Es empfiehlt sich bei knappem internem Speicher schon vorausschauend Apps auf der Speicherkarte zu installieren.

Andernfalls verschieben Sie Apps mit hohem Speicherbedarf auf die Speicherkarte. Um eine App zu verschieben, benutzen Sie „Systemeinstellungen / Anwendungen / Anwendungen verwalten“. Vielleicht finden Sie ja auch die eine oder andere App, die Sie mit gutem Gewissen löschen können.

4. Installation „aus unbekannten Quellen“ erlauben

Im Gegensatz zu der Installation von Apps beim iPhone oder iPad sind Sie bei Android-Systemen nicht auf die Verwendung des Google Play-Store angewiesen. Sollte sich also bei der Installation ein Problem zeigen, können Sie in vielen Fällen die Apps auch beim Entwickler bzw. der Herstellerfirma erhalten. Damit umgehen Sie Probleme, die sich direkt aus der Store-Software oder dem Store-Betrieb ergeben.

Android-Anwendungen erhalten Sie außerhalb des Play-Stores im Regelfall als APK-Datei (Android Application Package). Die APK-Datei enthält zwar alle benötigten Daten, die Installation ist aber trotzdem deutlich umständlicher als über den Play-Store. Voraussetzung ist insbesondere, dass diese Installationsart aus Sicherheitsgründen erst erlaubt werden muss. Dazu rufen Sie „Systemeinstellungen / Sicherheit“ und bei „Unbekannte Quellen“ setzen Sie ein Häkchen bei „Installation von Nicht-Market-Anwendungen zulassen“ und bestätigen den nachfolgenden Warnhinweis.

5. Probleme im Google Play Store

Bei der App-Installation aus dem Google Play-Store kann es auch zu spezifischen Fehler kommen wie beispielsweise „Paketdatei weist Fehler auf“. Erhalten Sie diese Meldung beim Installationsversuch, sollten Sie als erste Maßnahme sich erneut in den Play-Store einloggen und die App erneut herunterladen. In vielen Fällen klappt die Installation beim zweiten Versuch.

Zuweilen kommt es vor, dass der Downloadvorgang nach einiger Zeit abbricht. Dabei spielt bei der mobilen Installation die Netzqualität eine zentrale Rolle. Versuchen Sie die Installation dann nach Möglichkeit in einer Betriebszeit mit weniger Last oder einer Funkzelle ein paar Kilometer weiter.

Weiterhin ist es in dem Fall eines Abbruchs sinnvoll, den Cache der Play-Store-App zu löschen. Das führen Sie durch mittels „Systemeinstellungen / Anwendungen“ und suchen in der Liste „Google Play-Store“. Halten Sie den Finger kurz auf dem Listeneintrag, dann wird die App-Info geöffnet. Scrollen Sie ein wenig nach unten und tippen auf die Schaltfläche „Cache löschen“. Tritt der Fehler nach der Installation eines Play-Store-Updates auf, finden Sie hier als Gegenmaßnahme auch die Schaltfläche „Updates deinstallieren“.

6. Neues oder alternatives Shop-Konto benutzen

Es hat auch schon Fälle gegeben, in denen es mit einem Google Play-Store-Konto Probleme gab, die beispielsweise mit der Gerätesynchronisation zusammenhingen. Manchmal werden Probleme im Market auch von Wartungstätigkeiten an den Google-Servern verursacht. Es ist daher immer eine gute Idee, die App-Installation einfach zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu probieren.

Wer rabiat vorgehen möchte oder ein bestehendes Google-Play-Store-Konto löschen möchte, kann dies folgendermaßen tun: „Systemeinstellungen / Konten & Synchronisation / Google“. Auch die Möglichkeit, ein neues Google-Play-Store-Konto anzulegen, finden Sie dort. Wählen Sie dort „Google“ aus und folgen Sie den angezeigten Schritten. Beachten Sie, dass das Play-Store-Konto und das allgemeine Google-Konto nicht dasselbe sind.

Alternative Möglichkeit: Wer den Play-Store vermeiden möchte, kann alternativ den „Amazon App-Shop für Android“ installieren. Der ist zwar im Gegensatz zum Play-Store nicht vorinstalliert (außer bei den Amazon-Kindle-Geräten) und die Auswahl erheblich kleiner, dafür sind die Apps aber von Amazon auf Sicherheit und Lauffähigkeit getestet und täglich gibt es eine kostenpflichtige App gratis.

7. Mit Sicherheit Probleme: Rechte-Verwaltung und Sicherheits-Apps

Android-Apps zeigen Ihnen im Rahmen der Installation an, auf welche Systemkomponenten zugegriffen wird und welche Rechte die App für den Betrieb „gerne hätte“. Das sind meistens auffallend viele, schließlich benötigt eine „Taschenlampen-App“ keine Internet-Verbindung. Als Sicherheitstipp ist daher häufig zu lesen, dass Sie die App-Rechte stets aufmerksam und kritisch betrachten sollten und unklare Rechte entziehen bzw. gar nicht erst erteilen sollten.

Dies ist jedoch standardmäßig gar nicht möglich, denn die Rechte werden zwar aufgelistet, können jedoch nicht einzeln selektiert werden. Dies ist jedoch seitens des Betriebssystems nur auf gerooteten Android-Systemen möglich. Ausweg: Benutzen Sie die App „Ultimate App Guard“, die es in einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Pro-Version gibt und Ihnen auch auf nicht-gerooteten Android-Systemen die genaue Rechte-Kontrolle ermöglicht. Halten Sie jedoch immer im Hinterkopf: Lässt sich eine App nicht installieren oder funktioniert nicht richtig, können auch fehlende Rechte die Ursache sein.

Auch Sicherheits-Apps, die gegen Schadsoftware schützen oder den Mailverkehr überwachen, können „mit Sicherheit“ Probleme bei der App-Installation verursachen. Speziell kleine Tricks wie die Installation einer App, indem die APK-Datei an eine Mail angehängt wird, können als Intrusionsversuch gewertet und geblockt werden. Schalten Sie dann kurzzeitig für den Installationsvorgang die Sicherheitssoftware aus.

Hinweis: Die beschriebenen Befehle beziehen sich auf Android 4.0 und können daher beim Verwenden anderer Android-Versionen abweichen.

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Bildnachweis: hbrh / stock.adobe.com

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