Computer Praxistipps

Android 4 vereint Smartphone- und Tablet-PC

Lesezeit: 3 Minuten Android 3 ist noch dabei, den Markt stürmisch zu erobern, da schwirren schon Informationen zu Android 4.0 durch die Szene. Die sind insofern sehr wichtig, als dass es zu einer Verschmelzung der Android-Smartphone- und Tablet-Versionen kommen wird. Damit schafft Android es wieder zu einem Betriebssystem mit einheitlicher Plattform. Welche Neuheiten und Strategien noch zu erwarten sind, lesen Sie in diesem Artikel.

3 min Lesezeit

Android 4 vereint Smartphone- und Tablet-PC

Lesezeit: 3 Minuten

Android 4 heißt "Ice Cream"
Mit der Version 3.0 hat sich das verbreitete und beliebte Mobil-Betriebssystem Android in Versionen speziell für Tablet-PCs und Versionen für Smartphones divergiert. Auch wenn bislang noch kaum Android-3.x-Systeme am Markt zu haben sind, geht die Arbeit in den Android-Entwicklungslabors natürlich schon den nächsten Schritt.

Auf der Google-Entwicklerkonferenz "I/O" 2011 im kalifornischen San Francisco zeigte sich das Unternehmen recht auskunftsfreudig und kündigt einige wissenswerte Details zu Android 4 an. Da die Namensgebung für die Android-Versionen immer in alphabetisch aufsteigender Reihenfolge vorgenommen wird, war also nun ein Name mit einem "I" am Anfang zu erwarten. Das System erhält folgerichtig den Namen "Ice Cream Sandwich", verkürzt wird es wohl nur als "Ice Cream" (dt. = Eiscreme) bezeichnet werden.

Android 4 für Smartphones und Tablet-PCs
Dieses zukünftige Android Major-Release wird als zentrales Feature eine Zusammenführung der bisherigen Android-Betriebssysteme für Smartphones und Tablet-PCs mit sich bringen. Doch das ist nur ein Teil der neuen Strategie, denn Android Version 4 soll viel mehr der Einstieg in eine neue Android-Ära werden, in der das Betriebssystem von den Endgeräten unabhängig gemacht werden soll.

Bedeutet zuerst: Die Android-Entwickler brauchen sich nicht mehr darum kümmern, ob sie eine App für einen Android-Tablet-PC schreiben oder für ein Smartphone mit Android. Doch diese Kerneigenschaft hat auch für Sie als Anwender zukünftig erhebliche Auswirkungen.

Android 4 skalierbar für jede Art von Steuerungsaufgaben
Denn Android soll derart skalierbar sein, dass es sich nicht nur ganz einfach mit Desktop-PCs oder modernen Fernsehgeräten verbinden kann, sondern zur universellen Steuerzentrale für jegliche technischen Systeme wird. Ob Waschmaschine, Multimedia-Komponente, elektronisches Spielzeug oder Heimelektronik wie in Überwachungsanlagen – Android wird zukünftig Lösungen für alle Systeme anbieten.

Damit steht Android mehr denn je in der Tradition des Betriebssystems Linux, aus dem Android ja ursprünglich entwickelt wurde. Denn eine Spezialität von Linux war seit jeher die enorme Skalierbarkeit.

Die bisher bekannten und branchenüblich "gesicherten" Fakten:

  1. Google sichert zu, dass Android 4 in allen Teilen unter einer Open-Source-Lizenz verteilt wird. Das ist für die Entwicklung der Plattform von großer Bedeutung. Speziell für Entwickler vereinfacht das die Arbeit und für die Gerätehersteller entfallen etwaige Lizenzverfahren und -gebühren.
  2. Das Design der Nutzeroberfläche wird in Android 4 auch für Smartphones so angelegt, dass alle Objekte die gleiche Holographie-ähnliche, räumliche Tiefe wie bei der Tablet-Version von Ice Cream erhalten.
  3. Android beherrscht Multitasking, also das parallele Ausführen von Anwendungen. Das wird in Ice Cream mit dem "Multitasking-App-Switcher" besonders unterstützt. Der Multitasking-App-Switcher zeigt alle laufenden Programme in Form kleiner Thumbnails (daumennagelgroße Vorschau) an und ermöglicht ein schnelles Umschalten zwischen den Apps.
  4. Wer Tablet-PCs mit Android kennt, hat die Action-Bar am oberen Bildschirmrand schätzen gelernt, mit der sich je nach aktiver App zugehörige Funktionen ausführen oder programmspezifische Einstellungen vornehmen lassen.
  5. Die Action-Bar hält mit Android 4 auch in die Smartphone-Version Einzug.
    Einen Unterschied macht Ice Cream bei der am unteren Bildschirmrand angebrachte System-Bar, die Ihnen globale Statusinformationen und Benachrichtigungen anzeigt, sowie auf manchen Systemen auch Navigationselemente enthält. Die System-Bar wird es wegen des knappen Platzes auf den typischen 4-Zoll-Displays von Smartphones auf diesen Android-Geräten nicht geben.
  6. Android unterstützt seit der Version 3.1 neben der Standardschnittstelle USB (Universal Serial Bus) auch Eingabegeräte wie Gamepad, Joystick und Maus. Diese Fähigkeiten übernimmt Android 4.0 modular, je nachdem, welche Hardware-Plattform gesteuert wird. Ein Joystick am Kühlschrank macht ja auch wenig Sinn.
  7. Bislang eher spekulativ sind Informationen, dass sich auch Funktionen von Google TV in Ice Cream wiederfinden könnten. Da allerdings Streaming-TV auf mobilen Geräten ein enormer Zukunftsmarkt für die Werbewirtschaft ist, ist das auch eine durchaus plausible Entwicklungsmöglichkeit.

Ab wann wird es Android-Smartphones und -Tablet-PCs mit Ice Cream geben?
Nach unterschiedlichen Informationen wird das Release-Datum frühestens im vierten Quartal 2011 bzw. gegen Ende des Jahres 2011 sein. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass mit der Veröffentlichung von Ice Cream nicht vor Mitte 2012 zu rechnen ist.

Fazit:
Google setzt offenbar alles daran, mit Android den Konkurrenten Apple und das iOS-Betriebssystem vom Thron der Marktführerschaft zu schubsen. Den derzeitigen Zahlen nach wird das zwangsläufig passieren, denn täglich kommen weltweit 400.000 Android-Systeme hinzu. Aber selbst wenn das soweit ist, wird es Apple relativ wenig beeindrucken, denn maximalen wirtschaftlichen Erfolg in einer Nische zu erzielen, ist ja die Apple-Spezialität schlechthin.

Von Google Chrome OS ist hingegen nur noch wenig zu hören. Speziell in Deutschland ist die Skepsis gegenüber einem "Internet-Betriebssystem" groß, bei dem man seine Daten komplett aus der Hand und der lokalen Kontrolle fort gibt. Derzeit scheint es denkbar, dass Google für den sicheren Erfolg von Android bereit ist, Chrome OS zu opfern. Denn sogar für Google wäre es schwierig, dem Kunden überzeugend zu kommunizieren, warum ein Unternehmen zwei Betriebssysteme pflegt. Die Zukunft heißt Android.

Tipp: Weitere Informationen zu der ursprünglichen Entwicklung von Android bietet Ihnen dieser Experto-Beitrag

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: