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Amazon Glacier: Tipps zur Datensicherung in der Cloud zu Cent-Preisen

Lesezeit: 3 Minuten Amazon bietet mit Amazon Glacier einen neuen Cloud-Dienst für die Langzeit-Datensicherung zu Cent-Preisen an. Trotz Niedrigpreis verspricht Amazon nahezu hundertprozentige Sicherheit für Ihre gespeicherten Daten. Dabei können Sie die Region wählen und Ihre Daten auf einem europäischen Server ablegen, damit auch hiesige Datenschutzgesetze für die Speicherung gelten. Ist Amazon Glacier für Ihre Zwecke geeignet? Wie richten Sie die Datensicherung ein?

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Amazon Glacier: Tipps zur Datensicherung in der Cloud zu Cent-Preisen

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Wodurch sich Amazon Glacier von anderen Online-Speicherdiensten unterscheidet

Zwar ist die Geschichte des Cloud-Computing gerade einmal drei Jahre alt und steckt daher noch in den Kinderschuhen, doch Sie haben bereits jetzt reichlich Auswahl an Online-Laufwerken, Online-Speicherdiensten und Online-Backup-Lösungen für die Datensicherung im Web.

Wer wie Amazon in diesem Markt noch einen neuen Online-Speicherdienst etablieren will, sollte schon etwas Besonderes anzubieten haben – das genau ist bei Amazon Glacier (dt. Gletscher) gleich in mehrfacher Hinsicht der Fall:

  • Der große Unterschied von Amazon Glacier ist zunächst der sensationell günstige Preis, denn abgesehen von eingeschränkten kostenlosen Angeboten erhalten Sie sonst nirgendwo eine professionelle Datenarchivierung ab einem Cent im Monat.
  • Dazu ist der belegbare Online-Speicherplatz nicht beschränkt, während Mitbewerber hier enge Grenzen ziehen und zum Beispiel wie bei Telekom Cloud nur 25 GB anbieten oder bei iCloud 85 GB.
  • Amazon Glacier hat zwar eine Obergrenze für die maximale Größe einer Datei, aber diese liegt mit 5 TB so hoch, dass sie wohl nur für die IT-Verantwortlichen weniger Großunternehmen von Bedeutung ist. Zum Vergleich: SkyDrive hat zum Beispiel eine maximale Dateigrenze von 300 GB beim Online-Upload oder 2 GB über den SkyDrive-Client auf dem PC oder Mac. Die Obergrenze von maximal 2 GB gilt auch für die meisten Mitbewerber.
  • Die Verfügbarkeit von Amazon Glacier ist praktisch weltweit und in die Regionen US-East (N. Virginia), US-West (N. California), US-West (Oregon), Asien Pazifik (Tokyo) und EU-West (Irland) eingeteilt.

Sichern Sie zum Beispiel bei Amazon Glacier alle Ihre Fotos, Videos, Musik und Dokumente und belegen damit 200 GB auf Servern in der EU-Region, kostet Sie das gerade einmal 2,20 EUR im Monat. Doch so günstig das Angebot auf den ersten Blick auch erscheint, so sollten Sie dennoch die Preisliste genau studieren, denn bei häufigem Zugriff entstehen zusätzliche Kosten und womöglich ärgerliche Wartezeiten.

Für welche Daten Amazon Glacier gedacht ist und wann es sich für Sie lohnt

Amazon Glacier ist für die Langzeitarchivierung von Daten gedacht, vor allem für Daten von Firmen. Sie können als Privatperson aber auch Ihre Fotos und Musik dort zur Sicherheit archivieren und es wird dennoch nicht allzu teuer.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie die gesicherten Daten nur selten benötigen, etwa bei einem Verlust der Daten auf Ihrem Rechner und von Ihrer lokalen Sicherung. Der Preis setzt sich nämlich nicht nur aus der Gebühr für die Datenspeicherung zusammen, sondern Sie zahlen zusätzlich auch für Anfragen und Datenübertragung Gebühren.

Der Abruf von bis zu 5 Prozent der durchschnittlichen Speichermenge pro Monat und das Übertragen bis zu 1 GB pro Monat ausgehender Daten ist dabei allerdings kostenlos. Für die Übertragung hochgeladener Daten zahlen Sie zudem nicht extra.

Solange Sie jeden Monat einfach die neuen Daten zur Sicherung hochladen und nur beim Verlust der Daten wieder herunterladen, kosten Sie 100 GB gerade einmal 1,10 EUR im Monat, dafür können Sie sonst bestenfalls den Strom einer externen USB-Festplatte bezahlen. Das zeigt wie günstig Amazon Glacier für die Langzeitarchivierung ist.

Wie Sie Amazon Glacier in drei Schritten einrichten

Das Einrichten von Amazon Glacier und das Verwalten der Daten über die Web-Schnittstelle "Amazon Simple Storage Service" (Amazon S3)  ist ganz einfach und mit einer englischen Anleitung von Amazon Schritt für Schritt erläutert:

  1. Sie rufen die Webseite von Amazon S3 auf, klicken auf "Jetzt anmelden" und melden sich mit einem vorhandenen Amazon-Konto an. Haben Sie noch kein Amazon-Konto, erstellen Sie zunächst ein solches Konto über "I am a new user".
  2. Nach der Anmeldung erstellen Sie ein Datenarchiv, das von Amazon als "Bucket" bezeichnet wird. Dabei wählen Sie die gewünschte Region, in der die Daten gespeichert werden sollen. In Europa empfiehlt sich die EU-Region, sofern die Daten nicht von einem Unternehmen außerhalb Europas stammen oder Sie den Preisvorteil einer anderen Region nutzen möchten und diesen höher als den besseren Datenschutz in der EUR bewerten.
  3. Laden Sie die Daten in das Bucket. Das kann je nach Geschwindigkeit Ihrer Internetverbindung und der Datenmenge durchaus mehrere Stunden oder auch Tage dauern. Dies gilt jedoch für jeden Online-Speicher.

Sollen noch andere Personen Zugriff auf die archivierten Daten haben, stellen Sie die Zugangskontrollen entsprechend ein. Neu zu archivierende Daten laden Sie über Amazon S3 wie beim ersten Mal herauf. Im Bedarfsfall nutzen Sie den Webdienst Amazon S3 auch zum Herunterladen, Bewegen oder Löschen von Dateien.

Warum Amazon Glacier jedoch kein Backup-Ersatz ist

So günstig Amazon Glacier auch ist, der Dienst richtet sich derzeit vor allem an Entwickler und Firmen, die den Dienst in eigene Software einbauen. Amazon bietet dazu Software-Entwicklungswerkzeuge für Android, iOS, Java, .NET, PHP und Ruby an.

Sobald die Entwickler dann Schnittstellen zu Amazon Glacier in ihre Backup-Programme oder andere Software mit Datenspeicherung eingebaut haben, kann der Speicherdienst auch automatisiert zur Datensicherung verwendet werden.

Weitere Informationen zu Amazon Glacier und anderen Online-Speichern

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