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Aggressivität bei Demenzkranken

Lesezeit: < 1 Minute Bei einer Demenz können Krankheitsstadien auftreten, in denen der Betroffene besonders zu Aggressivität neigt. Viele Erkrankte reagieren zudem mit Gewalt, wenn sie sich überfordert oder hilflos fühlen. In diesem Beitrag verraten wir Ihnen, welche Situationen zu aggressivem Verhalten führen können.

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Aggressivität bei Demenzkranken

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Aggressivität bei Demenz: Die Ursachen

Aggressionen treten nicht ohne Grund auf, auch wenn die Ursache nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist. Manchmal kann es eine richtige Herausforderung sein, die Gründe für aggressives Verhalten aufzudecken. Deswegen ist es wichtig, dass Sie genau beobachten, ob Gewalttätigkeit eng mit einer bestimmten Situation verbunden ist oder sich bei besonderen Handlungen wiederholt. Versuchen Sie diese auslösenden Faktoren dann so weit wie möglich zu reduzieren, bis sich eine deutliche Veränderung im Verhalten des Betroffenen zeigt.

Häufen sich gewalttätige Übergriffe meist in den Morgenstunden? Versuchen Sie, die morgendliche Pflege- oder Frühstücksprozedur zeitlich etwas nach hinten zu schieben, vielleicht fühlt sich der Betroffene morgens überfordert und weiß sich dann nicht anders zu wehren.

Wenn aggressives Verhalten scheinbar wahllos auftritt, sollten Sie mit dem behandelnden Arzt abklären, ob es sich um eine krankheitsbedingte Erscheinung handelt. Hat eine Medikamentenumstellung das Verhalten beeinträchtigt oder ist Gewalttätigkeit eine „normale“ Nebenwirkung? Sprechen Sie mit dem Arzt, wenn der Betroffene scheinbar grundlos aggressiv wird.

Speziell für Pflegepersonal: Machen Sie sich ein Bild von der Biografie des Bewohners und befragen Sie Angehörige nach seinen Vorlieben und Abneigungen. Als Pfleger und/oder Angehöriger müssen Sie besonders viel Empathie aufbringen und sich fragen, wie Sie selbst gerne behandelt werden würden.

Beispielsituationen, die Aggressivität hervorrufen können

1. Hektische Essensdarreichung und/oder Missachtung der Essgewohnheiten
2. Fixierung an Bett oder Stuhl
3. Missachtung der Intimsphäre beim Waschen und Duschen
4. Handlungen gegen den Willen des Betroffenen ausführen
5. Unbekannte Schmerzen, zum Beispiel bei der Mundpflege
6. Zwang zur Krankengymnastik oder zum Waschtraining
7. Vorwürfe und Maßregelungen
8. Mangelnder Respekt und/oder völlige Ignoranz gegenüber den Wünschen des Betroffenen
9. Lautes und/oder zu schnelles Sprechen oder Schreien sowie Ansprache von hinten oder der Seite
10. Reizüberflutung durch Radio/Fernseher/Vorlesen
11. Veränderungen im gewohnten Tagesablauf
12. Ständig neue Personen und/oder wechselndes Pflegepersonal

Bildnachweis: DDRockstar / stock.adobe.com

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