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ACE-Hemmer: Wirkungsvolle Medikamente gegen Bluthochdruck

Lesezeit: 2 Minuten ACE-Hemmer sind eine wichtige Wirkstoffgruppe bei der Therapie von hohem Blutdruck (Hypertonie). Sie senken den Blutdruck und beugen dadurch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen vor. Doch wie wirken diese Medikamente und was genau müssen Sie bei ihrer Einnahme beachten?

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ACE-Hemmer: Wirkungsvolle Medikamente gegen Bluthochdruck

ACE-Hemmer: Wirkungsvolle Medikamente gegen Bluthochdruck

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Folgende drei Fakten klären Sie auf:

Fakt 1: So helfen ACE-Hemmer

Bluthochdruck entsteht in vielen Fällen durch das in der Nebenniere produzierte Hormon Angiotensin II. Es sorgt bei gesunden Menschen in Stresssituationen dafür, dass sich die Blutgefäße verengen. Dadurch verringert sich der Querschnitt der Gefäße und der Blutdruck steigt an.

Außerdem sorgt der Botenstoff dafür, dass mehr Aldosteron in das Blut abgegeben wird. Aldosteron sorgt dafür, dass mehr Kochsalz und Wasser im Körper verbleiben und weniger durch die Nieren ausgeschieden wird. Dadurch steigt das Blutvolumen im Körper, was den Druck zusätzlich erhöht.

Bei dauerhaft erhöhtem Blutdruck ist in vielen Fällen ein ständig erhöhter Angiotensin-II-Spiegel die Ursache. Hier kommen ACE-Hemmer zum Einsatz. ACE-Hemmer ist die Abkürzung für die Bezeichnung „Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer“ oder auf Deutsch: Angiotensin-Verwandlungs-Enzym Hemmer. Diese Wirkstoffe hemmen die Produktion von Angiotensin II und bewirken damit eine Absenkung des Blutdrucks.

Zudem sorgen ACE-Hemmer für die erhöhte Ausscheidung von Wasser und Kochsalz aus dem Körper, was den Blutdruck zusätzlich sinken lässt. Da sich durch diese Medikamente enge Blutgefäße wieder weiten und weniger Druck in den Blutgefäßen aufgebaut wird, gestaltet sich die Arbeit für das Herz leichter. Es kann wieder müheloser arbeiten.

Ein weiterer Pluspunkt der ACE-Hemmer ist ihre positive Wirkung auf den Stoffwechsel des Herzens. Sie wirken anderen körpereigenen Stoffen wie Bradykinin entgegen und sorgen somit dafür, dass die Blutgefäße dauerhaft erweitert bleiben. Der Herzmuskel selbst profitiert ebenfalls von ACE-Hemmern, da diese Stoffe einen Wachstumsfaktor für Zellen und Gefäße darstellen und wichtige Aufgaben bei der Regeneration erkrankten Gewebes leisten.

Ärzte verwenden diese Medikamentengruppe auch bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sowie bei der Behandlung nach einem Herzinfarkt. Durch die ACE-Hemmer können sich krankhafte Verdickungen des Herzmuskels wieder zurückbilden. Sie entstehen, weil der Herzmuskel mehr Muskelmasse aufbaut, um seine Schwäche auszugleichen.

Fakt 2: ACE-Hemmer sind gut verträglich

Neben ACE-Hemmern gibt es noch weitere Medikamente gegen Bluthochdruck wie Beta-Blocker, Calciumkanalblocker oder Arzneimittel auf Nitro-Basis. Diese wirken sich jedoch auf die Herzfrequenz aus. Beta-Blocker führen zu einer Verlangsamung des Pulses während Nitropräparate und Medikamente wie Nitrendipin oder Nifedipin zu einer Erhöhung der Herzfrequenz führen. Patienten empfinden das häufig als unangenehm.

ACE-Hemmer wirken hingegen hauptsächlich auf die Blutgefäße. Zusammen mit oben genannten Wirkungsweisen regulieren sie den Blutdruck daher besonders schonend und angenehm.

Fakt 3: Reizhusten als Nebenwirkung der ACE-Hemmer

Neben einem starken Blutdruckabfall in der Anfangszeit ist vor allem heftiger Reizhusten eine häufige Nebenwirkung der ACE-Hemmer. Etwa 10 – 20 % der Patienten sind davon betroffen. Wissenschaftler vermuten unterschiedliche Ursachen. Zum einen wird der Botenstoff Bradykinin gegebenenfalls nicht mehr ausreichend abgebaut und kann den Hustenreiz auslösen. Zum anderen könnte es zu einem Blutstau in den Blutgefäßen der Lunge und dadurch zu dem Hustenreiz kommen.

Tritt bei der Behandlung mit ACE-Hemmern ein trockener Husten auf, informieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt. Er kann Ihnen Präparate zur Linderung des Hustens verschreiben oder das Medikament durch andere Blutdrucksenker ersetzen. Setzen sie den ACE-Hemmer nicht eigenmächtig ab, da sich dies unter Umständen negativ auf Ihre Herzfunktion auswirken kann.

Wichtig: Manchmal kommt es bei der Einnahme von ACE-Hemmern zur Bildung des gefährlichen Quincke-Ödems (Angioödem), bei dem Haut und Schleimhäute stark anschwellen. Rufen Sie bei diesen Anzeichen den Notarzt, da sich daraus unter Umständen ein lebensbedrohlicher Zustand entwickeln kann.

Fazit:

ACE-Hemmer sind eine gut verträgliche Wirkstoffgruppe gegen Bluthochdruck. Sie senken nachweislich die Sterblichkeit von Herz-Kreislauf-Patienten und sorgen auf lange Sicht für eine Verbesserung des Allgemeinbefindens und der Herzleistung.

Bildnachweis: wutzkoh / stock.adobe.com

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