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7 Tipps, wie Sie im Winter mit Kindern Vögel richtig füttern

Lesezeit: 3 Minuten Naturerfahrungen sind ein wichtiger Ausgleich zu dem von Medien geprägten Alltag Ihres Kindes. Bei der Beobachtung einer Futterstelle erleben Kinder ebenso viele spannende Momente, wie bei einem Videospiel. Gleichzeitig lernen Sie viele Zusammenhänge in der Natur kennen. Lesen Sie unsere Tipps, wie Sie Vögel richtig füttern.

3 min Lesezeit
7 Tipps, wie Sie im Winter mit Kindern Vögel richtig füttern

7 Tipps, wie Sie im Winter mit Kindern Vögel richtig füttern

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Vögel füttern – Pro und Contra

Bei der Fütterung von Wildtieren spalten sich die Meinungen der Experten und Tierfreunde in zwei Lager. Gegner sehen darin zum Beispiel einen massiven Eingriff in die Natur. Mit dem zusätzlichen Futter überleben zum Beispiel kränkliche Tiere, und diese können ihre schwachen Gene weitervererben. Außerdem kann eine nicht artgerechte Fütterung sogar zum Tod gesunder Tiere führen.

Naturschutzorganisationen wie der Naturschutzbund e. V. (NABU) befürworten die Winterfütterung, da auf diese Weise Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene die Natur hautnah erleben. Oft weckt dieser Kontakt mit Tieren den Wunsch, sich für den Schutz der Umwelt aktiv zu engagieren. Das Futter für die Vögel sollte allerdings artgerecht sein und es ist wichtig, auf die Hygiene zu achten. Allerdings erreicht die Winterfütterung nur die heimische Tierwelt und so gut wie keine Vögel, deren Bestand bedroht ist.

Zeitrahmen der Winterfütterung

Eine Zeitlang wurde von Naturschützern empfohlen, Vögeln nur bei Frosttemperaturen zu füttern. Inzwischen gibt es sogar den Rat, die Futterstelle das ganze Jahr über zu betreiben. Der NABU rät zu einer Winterfütterung von November bis Ende Februar, wobei sich angesichts des immer später eintretenden Winters die Zeiten auch verschieben können. Wenn Sie eine Futterstelle einrichten, achten Sie unbedingt darauf, diese bis zum Ende des Winters konsequent zu versorgen. Denn die Tiere verlassen sich auf diese Nahrungsquellen.

Eine saubere Futterstelle

Große Futterhäuschen sehen zwar gut aus, sind aber nicht empfehlenswert. Die Vögel können hier mit Kot das Futter verschmutzen und so können sich schnell Krankheiten verbreiten. Wenn Sie trotzdem ein offenes Futterhaus verwenden wollen, müssen Sie es regelmäßig mit heißem Wasser reinigen. Legen Sie deshalb immer nur wenig Futter aus. Tragen Sie bei der Reinigung Gummihandschuhe.

Pflegeleicht und hygienisch sind so genannte Futtersilos. Die Körner bleiben in diesen Futterspendern trocken und sauber, eine ständige Reinigung bleibt Ihnen erspart. Wenn Sie Platz haben, können Sie auch mehrere kleine Futtersilos aufstellen. Es gibt auch spezielle Futterstellen für Vögel, die lieber vom Boden picken.

Der perfekte Standort

Suchen Sie einen Standort für Ihre Futterstelle, an dem das Futter vor Regen und Schnee geschützt ist. Das Futterhaus gehört an einen übersichtlichen Platz, damit sich keine Katzen anschleichen können. Bewährt hat sich ein Abstand von drei bis vier Metern zu Büschen und Bäumen. Wählen Sie einen Standort, von dem Sie die Tiere bequem beobachten können. Denken Sie daran, große Glasscheiben mit Vogel-Schutz-Aufklebern zu sichern.

Auf Hygiene achten

Kontrollieren Sie täglich den Futterplatz. Entdecken Sie Kot oder andere Verunreinigungen, entfernen Sie die Körner und säubern Sie die Futterstelle mit heißem Wasser. Bei milden Temperaturen können leicht Krankheiten wie die Salmonellose oder Trichomonaden auftreten. Wenn Sie tote Vögel entdecken, kann ein Hygieneproblem vorliegen.

Stellen Sie sofort die Fütterung ein und werfen Sie die Futterreste weg. Säubern Sie gründlich das Futterhäuschen und desinfizieren Sie es mit verdünnter Essigessenz. Fassen Sie die toten Tiere nicht mit bloßen Händen an, da manche Krankheiten auf Menschen übertragen werden. Am besten versetzen Sie die Futterstelle an einen anderen Ort. Kleine Futterstellen sind auf jeden Fall hygienischer als ein großes Vogelhäuschen.

Das richtige Vogelfutter

Die heimischen Vögel lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Zu den Körnerfressern gehören Meisen, Finken und Sperlinge. Ihnen schmecken Sonnenblumenkerne, Nüsse, Körner und Samen. Rotkehlchen, Amseln und Drosseln sind dagegen Weichfutterfresser. Sie mögen Haferflocken, Mohn, Rosinen und Obst. Letzteres kann leicht gefrieren, wenn Sie es in Stückchen schneiden. Legen Sie deshalb immer zum Beispiel ganze Äpfel aus. Salzige Nahrung wie Käse und Wurst, Brot und reines Fett wie Butter ist für Vögel ungeeignet.

Wenn Sie Futter wie Sonnenblumenkerne selbst ernten, lagern Sie es sauber und trocken. Bevorzugen Sie beim Kauf von Futtermischungen nur Ware, die ein Zertifikat von Vogelschutzverbänden, wie zum Beispiel der LBV, trägt. Verzichten Sie auch auf Meisenknödel in Netzen, da sich hierin die Füße der Tiere verfangen können.

In unserem nächsten Beitrag finden Sie Rezepte, wie Sie Vogelfutter mit Kindern selbst machen.

Spannende Vogelbeobachtung

Es macht Kindern Spaß, das rege Treiben an Ihrer Futterstelle zu beobachten. Aber schnell tauchen die ersten Fragen nach der Vogelart auf. Besorgen Sie sich aus der Bücherei ein Buch mit guten Abbildungen von den heimischen Vögeln. Oder Sie besuchen die Internetseite der NABU, wo die wichtigsten Wintervögel vorgestellt werden.

Schlagen Sie Ihrem Kind vor, ein Beobachtungsheft anzulegen. Jede Doppelseite wird einem Vogel zugeordnet. Hier kann Ihr Kind Fotos oder Abbildungen des Vogels einkleben und seine Beobachtungen notieren:

  • Wann und zu welcher Uhrzeit wurde das Tier gesichtet?
  • Was frisst das Tier?
  • Aussehen?
  • Besonderheiten?

Unser Tipp:

Für kleine Vogelfreunde gibt es vom Kosmos Verlag den Experimentierkasten „Vögel füttern und beobachten“. Es enthält ein liebevoll gestaltetes Beobachtungsheft mit 31 Stickern der gängigen heimischen Wintervögel. Außerdem gibt es Forschermaterial für Sommer und Winterexperimente, sowie viele leicht nachzumachende Ideen für die kreative Vogelfütterung mit den entsprechenden Materialien.

Bildnachweis: kichigin19 / stock.adobe.com

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