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6 Ursachen für Diabetes Typ 2

Lesezeit: 4 Minuten Im Gegensatz zu Diabetes Typ 1, dem häufig eine Autoimmunerkrankung zugrunde liegt, hat ein Diabetes Typ 2 ganz andere Ursachen. Einige davon lassen sich vermeiden, auf andere haben Sie dagegen kaum Einfluss.

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6 Ursachen für Diabetes Typ 2

6 Ursachen für Diabetes Typ 2

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Lesen Sie hier, welche 6 Gründe es für diese Form der Zuckerkrankheit gibt und wie Sie das Risiko einer Erkrankung möglichst klein halten.

Unkontrollierbare Risiken für Diabetes Typ 2

Einige Ursachen, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, lassen sich nicht beeinflussen. Sie gelten als Grundrisiko, das einige Menschen mit sich bringen. Es ist sinnvoll, diese Risiken zu kennen, damit Sie Ihren Blutzucker frühzeitig im Auge behalten und regelmäßig kontrollieren lassen können. Auch eine gesunde Lebensweise kann dazu beitragen, die Gefahr einer Zuckerkrankheit möglichst gering zu halten.

1. Genetische Veranlagung für Diabetes Typ 2

Kommt Diabetes Typ 2 in Ihrer Familie vor, erhöht sich damit automatisch Ihr eigenes Risiko, ebenfalls daran zu erkranken. Die Ursache liegt hierbei in den Genen, die das Erbmaterial weitergeben. Besonders wichtig sind dabei Gene, die die Insulinproduktion und -abgabe beeinflussen. Auch Genveränderungen, die Übergewicht fördern, sind für die Diabetesforschung interessant und können auf eine spätere Entwicklung eines Typ 2 Diabetes hindeuten.

Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Sie durch erbliche Veranlagung diese Zuckerkrankheit haben, hängt vom Grad der Verwandtschaft zu den betroffenen Familienmitgliedern ab. Generell gilt: je enger die Verwandtschaft, desto höher das Risiko. Bei Kindern, deren Eltern Diabetes Typ 2 entwickelt haben, besteht ein Risiko von bis zu 50 Prozent, dass sie ebenfalls daran erkranken. Bei Geschwistern von Typ 2 Diabetikern liegt die Wahrscheinlichkeit sogar bei 60 Prozent, dass sie selbst im Laufe ihres Lebens diese Krankheit entwickeln. Bei Zwillingen ist sie mit nahezu 100 Prozent am höchsten.

2. Hohes Lebensalter als Risiko für Diabetes Typ 2

Neben der genetischen Veranlagung kann auch ein hohes Lebensalter den Ausbruch einer Diabetes Typ 2 Stoffwechselstörung begünstigen. Bei sehr alten Menschen kann mit der Zeit die Leistung der Bauchspeicheldrüse nachlassen. Dadurch wird zu wenig Insulin produziert und die Zuckerwerte im Blut steigen an. Ausreichend körperliche Betätigung, die sich positiv auf den Blutzucker auswirkt, können viele ältere Leute oft nicht mehr ausüben, was die Entstehung des Diabetes zusätzlich begünstigt.

Da früher hauptsächlich hochbetagte Menschen Diabetes entwickelt haben, heißt diese Zuckerkrankheit auch heute noch umgangssprachlich „Altersdiabetes“. Diese Bezeichnung ist nicht mehr korrekt, da heute Menschen aller Altersgruppen von Kindern bis zu Greisen an Diabetes Typ 2 erkranken.

Kontrollierbare Risiken für Diabetes Typ 2

Neben den oben genannten Faktoren, auf die der Betroffene kaum Einfluss hat, sind folgende Ursachen und Risiken für Diabetes Typ 2 beeinflussbar. Das bedeutet, dass Sie selbst etwas dafür tun können, um gesund zu bleiben. Selbst wenn Sie bereits an einem Typ 2 Diabetes erkrankt sind, können Sie den Verlauf der Krankheit durch Ihr Verhalten verbessern oder lindern.

3. Übergewicht – Hauptursache für Diabetes Typ 2

Übergewicht gilt heute erwiesenermaßen als Hauptrisiko für Stoffwechselstörungen wie Diabetes Typ 2. Rund 80 % der Betroffenen sind übergewichtig. Hierbei ist besonders das Fett im Bauchraum der Auslöser. Das liegt daran, dass Fettzellen unterschiedliche Botenstoffe an das Blut abgeben.

Diese Botenstoffe beeinflussen die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen. Werden sie unempfindlicher gegen das Insulin, benötigt der Körper größere Mengen, damit der Zucker von den Zellen aus dem Blut aufgenommen werden kann. Das belastet die Bauchspeicheldrüse, die irgendwann nicht mehr mit der Produktion von Insulin hinterher kommt.

Heute ermitteln Fachleute das Diabetesrisiko neben dem Body-Maß-Index zusätzlich mit dem Taillenumfang des Patienten. Eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung zeigt zudem, dass eine rasche Gewichtszunahme im jüngeren Lebensalter eine besonders große Gefahr darstellt, später Diabetes Typ 2 zu bekommen.

4. Bewegungsmangel begünstigt Diabetes Typ 2

Bewegung ist ebenfalls ein gutes Mittel, um das Diabetesrisiko herabzusetzen. Wenn Sie schon Diabetes Typ 2 haben, können sich Ihre Zuckerwerte durch regelmäßige sportliche Aktivität sichtbar verbessern.

Warum ist das so? Bei der Bewegung werden Muskelgruppen aktiv. Sie benötigen für ihre Arbeit Energie in Form von Glukose. Sind die körpereigenen Depots dafür leer, holen sich die Muskelzellen ihren Brennstoff aus dem Blut. Das Resultat: Der Blutzuckerspiegel sinkt.

Dabei ist es nicht nötig, sich stundenlang zu verausgaben. Schon ein täglicher Spaziergang oder eine Runde Radfahren reichen aus, um den Blutzucker zu senken.

Dagegen ist laut der Meinung der Spezialisten Bewegungsmangel in Verbindung mit Übergewicht mit die größte Risiko-Kombination für Typ 2 Diabetes.

5. Metabolisches Syndrom – der schleichende Beginn von Diabetes Typ 2

Bevor Diabetes Typ 2 zum Ausbruch kommt, leiden viele Menschen schon an einem oder allen vier der folgenden Symptome:

  • Bluthochdruck
  • Insulinresistenz
  • Fettstoffwechselstörung mit erhöhten Cholesterin- und Triglyzeridwerten
  • Übergewicht mit hohem Bauchfettanteil

Dieses riskante Quartett heißt in Fachkreisen auch Metabolisches Syndrom und gilt, ähnlich wie die Kombination Übergewicht und Bewegungsmangel, als häufige Ursache für die Entstehung von Diabetes Typ 2.

Die vier Symptome treten bei vielen Betroffenen gemeinsam auf und gehören generell eng zusammen. Besonders riskant an einem Metabolischen Syndrom ist, dass es sich schleichend entwickelt und in der Anfangszeit keine oder kaum Beschwerden verursacht. Dadurch bleibt es lange unerkannt. Oft werden Patienten erst darauf aufmerksam, wenn akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gefäßprobleme oder Diabetes Typ 2 auftreten.

6. Ernährungsgewohnheiten

Es gibt inzwischen auch Hinweise darauf, dass bestimmte Lebensmittel die Entstehung von Diabetes Typ 2 fördern können. Dazu gehört zum Beispiel der Verzehr von großen Mengen an Fleisch- und Wurstwaren. Das Überangebot an Eisen und der Stoff Nitrosamin in diesen Produkten wirkt auf lange Sicht schädigend auf die Betazellen der Bauchspeicheldrüse und damit auf die Insulinproduktion.

Generell ist auch eine ungesunde, einseitige Ernährung ein Risiko für Diabetes, da die Speisen meist zu zuckerhaltig sind und zu viel Fett aufweisen. Das wiederum begünstigt die Entstehung von Körperfett und Übergewicht.

Fazit:

Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen und Risiken für einen Diabetes Typ 2. Grundsätzlich steigt die Gefahr erheblich, wenn Sie erblich vorbelastet sind. Auch Übergewicht und viel Bauchfett sind als Hauptauslöser dieser Stoffwechselerkrankung bekannt.

Die gute Nachricht ist, dass Sie selbst aktiv etwas gegen die meisten Ursachen unternehmen können. Regelmäßige Bewegung sowie eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie wenig Fleisch und Wurst leisten dabei schon einen großen Beitrag.

Bildnachweis: Chinnapong / stock.adobe.com

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