Familie Praxistipps

11 Maßnahmen, die die Eingewöhnung in den Kindergarten gelingen lassen

Lesezeit: 3 Minuten Der erste Tag in der Kita bedeutet für Eltern aber auch für Kinder sehr viel Stress. Oft ist gar nicht zu erkennen, wem die erste längere Trennung schwerer fällt. Und so fließen nicht selten bei den Kleinen und den Großen Tränen. Unsere Tipps fördern eine schnelle Eingewöhnung in den Kindergarten und helfen Eltern, gelassen zu bleiben.

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11 Maßnahmen, die die Eingewöhnung in den Kindergarten gelingen lassen

11 Maßnahmen, die die Eingewöhnung in den Kindergarten gelingen lassen

Lesezeit: 3 Minuten

1. Wohlfühl-Kita finden

Nehmen Sie sich viel Zeit, um die richtige Kita für Ihr Kind zu finden. Machen Sie sich mit dem pädagogischen Programm vertraut, sprechen Sie mit anderen Eltern und besuchen Sie mit Ihrem Kind die Einrichtung an einem Schnuppertag. Wenn Sie als Eltern ein gutes Gefühl bei dem Kindergarten Ihrer Wahl haben, fällt es Ihnen viel leichter, Ihr Kind dort abzugeben.

2. Überwinden Sie Schuldgefühle

Berufstätige Eltern begleiten Schuldgefühle oft wie ein graues Gespenst. Sie nisten sich im Unterbewusstsein ein und beeinflussen nicht immer zum Besten die Erziehung. Außerdem merken Kinder, wenn Eltern ihre eigenen Entscheidungen in Frage stellen. Lassen Sie diese Grübeleien nicht zu.

Sie haben vernünftige Gründe, warum Sie Ihr Kind in die Betreuung geben. Sie wissen, Ihr Kind wird liebevoll betreut. Überlegen Sie sich stattdessen, wie Sie mit Ihrem Kind die gemeinsame Zeit mit Spielen oder Vorlesen sinnvoll nutzen.

3. Programmieren Sie sich positiv

Die meisten Kinder freuen sich auf den neuen Abschnitt im Kindergarten und gehen das Abenteuer offen an. Oft sind es dann die Ängste der Eltern, die die Kinder hemmen. Es ist ganz normal, wenn sich Eltern um ihr Kind sorgen. Versuchen Sie aber, sich nicht in negative Gedanken hineinzusteigern. Sobald sich Sorgen ausbreiten, sagen Sie ganz laut „Stopp“.

Und dann überlegen Sie sich die positiven Seiten: Die Erzieherinnen sind besonders lieb zu Kindern, das Gelände der Kita bietet viel Platz zum Toben, das pädagogische Konzept gefällt Ihnen sehr gut, Kinder schließen ganz schnell Freundschaften…

4. Ein Schnuppertag im Kindergarten

Kleine Kinder können sich unter einem Kindergarten nicht viel vorstellen. In einem guten Kindergarten ist es möglich, mit dem Kind einen Probetag zu verbringen. Ein guter Einstieg in den neuen Lebensabschnitt ist das gemeinsame Lesen eines Bilderbuches zu dem Thema. Hier bietet sich viel Gesprächsstoff. Ihr Kind kann Fragen stellen und sich so auf die neue Situation vorbereiten.

Literaturtipp:

Schneider, Liane: Conni kommt in den Kindergarten. Carlsen Verlag 1999.
ISBN: 978-3551515803

Das Bilderbuch aus der beliebten Conni-Reihe ist für Kinder von 3 bis 5 Jahren geeignet. Es beschreibt genau und liebevoll den Ablauf und das Geschehen im Kindergarten.

5. Die Eingewöhnungsphase

Sie kennen Ihr Kind am besten. Vielleicht kommt es mit einer schnellen Trennung besser zurecht. Anderen Kindern fällt der Abschied leichter, wenn er nur langsam und in Etappen vollzogen wird. Sprechen Sie sich mit den Erziehern ab, welche Methode Ihnen am meisten zusagt.

Lassen Sie sich auch nicht unter Druck setzen, wenn anderen Kindern die Eingewöhnung in den Kindergarten schneller gelingt. Das ist kein Wettkampf. Viel wichtiger ist es, dass Ihr Kind sein Vertrauen in die Eltern nicht verliert und gleichzeitig eine Bindung zu den neuen Bezugspersonen aufbaut. Das ist individuell zu entscheiden und mit den Erzieher/innen zu besprechen.

6. In der ersten Woche Zeit einplanen

Inzwischen bieten viele Einrichtungen einen behutsamen Einstieg in den Kindergarten nach dem Berliner Modell an. Am ersten Tag bleiben die Eltern die ganze Zeit bei Ihrem Kind und entdecken gemeinsam die Räumlichkeiten.

Am nächsten Tag ziehen sich die Eltern zurück und das Kind nimmt an gemeinsamen Aktionen wie dem Stuhlkreis teil. Nach drei bis vier Tagen reduzieren die Eltern kontinuierlich ihre Anwesenheit in der Kita.

7. Bewusst Abschied nehmen

Auch wenn Ihr Kind im Spiel vertieft ist, schleichen Sie sich nicht ohne Abschied aus der Kita heraus. Irgendwann bemerkt das Kind Ihre Abwesenheit und ist verunsichert. Durch diesen Vertrauensverlust lässt es die Eltern gar nicht mehr aus den Augen.

Sie erleichtern Ihrem Kind das Abschiednehmen, indem Sie ein Ritual einführen. Verabschieden Sie sich immer mit dem gleichen Satz, einer besonderen Umarmung oder geben Sie Ihrem Kind ein vertrautes Stofftier mit.

8. So fühlen sich Eltern wohl

Anfangs sollte Ihr Kind nur ein bis zwei Stunden alleine im Kindergarten bleiben. Hinterlassen Sie Ihre Handynummer und verabreden Sie mit den Erziehern, dass sie sich melden, wenn Ihr Kind sich nicht beruhigt. Versuchen Sie sich in der Zwischenzeit abzulenken, indem Sie sich zum Beispiel mit Freunden treffen. So malen Sie sich nicht ständig die schlimmsten Szenarien aus.

9. Pünktlich abholen

Kommen Sie in den ersten Tagen immer pünktlich, um Ihr Kind abzuholen. Wenn Sie unsicher sind, können Sie auch früher kommen und werden erleichtert feststellen, dass Ihr Kind glücklich und zufrieden mit anderen spielt.

10. Stress abbauen

Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Kind nach dem Kindergarten aggressiv oder müde wirkt. Das neue Zusammenleben mit anderen Kindern bedeutet für die Kleinen regelrecht Stress. Es braucht ein Ventil, um sich abzuregen.

Manchmal hilft ein Mittagsschlaf oder eine gemütliche Vorlesestunde. Manche Kinder wollen einfach nur eine Zeitlang alleine für sich bleiben.

11. Wenn Kinder unglücklich sind

Die meisten Kinder haben sich nach wenigen Tagen in den Kindergarten eingelebt und freuen sich auf die Zeit mit den neuen Spielkameraden. Es kommt aber auch vor, dass Kinder immer bei der Trennung weinen oder überhaupt nicht in den Kindergarten gehen möchten.

Versuchen Sie im Gespräch mit den Erzieherinnen die Ursachen zu ergründen. Vielleicht lassen sich ganz leicht Lösungen finden. Vielleicht ist das Kind durch traumatische Erlebnisse wie Scheidung oder Tod noch nicht für eine Trennung bereit. Manchmal ist es besser, das Kind erst einmal aus dem Kindergarten zu nehmen und nach einer angemessenen Zeit einen zweiten Versuch zu wagen.

Bildnachweis: S.Kobold / Adobe Stock

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