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10 Tipps nehmen Kindern die Angst vorm Baden

10 Tipps nehmen Kindern die Angst vorm Baden
geschrieben von Adelheid Fangrath

Babys und Kleinkinder durchleben verschiedene Phasen, in denen sie plötzlich Ängste entwickeln. Nicht immer gibt es einen bestimmten Auslöser, warum Kinder die Angst vorm Baden entwickeln. Oft helfen schon kleine Veränderungen, um wasserscheue Kinder mit dem nassen Element anzufreunden.

Warum haben Kinder Angst vorm Baden

Die meisten Kinder fühlen sich im Wasser pudelwohl. Das nasse Element ist Babys vertraut, weil sie während der Schwangerschaft vom Fruchtwasser umhüllt sind. Nach der Geburt prasseln allerdings viele Eindrücke auf das Kind ein. Da genügt schon eine Kleinigkeit, um das Baby zu verunsichern. Ein grelles Licht im Badezimmer oder eine zu große Badewanne führen schnell zu einem Unbehagen und damit zu einer mehr oder weniger starken Abneigung gegenüber dem Baden.

Kleinkinder entwickeln oft Ängste vor dem Wasser, wenn sie unangenehme Situationen erleben. Es reicht schon, kurz mit dem Kopf unter Wasser zu tauchen oder Seife in die Augen zu bekommen, schon mag es nicht mehr Baden. Es ist aber auch nicht ungewöhnlich, wenn Kinder sich von einem Tag auf den nächsten ohne ersichtlichen Grund vor dem Wasser fürchten.

Kinder durchlaufen in ihrer Entwicklung mehrere Phasen, in denen sie sich scheinbar grundlos vor allem möglichen ängstigen. Wenn Sie die Ängste der Kinder ernst nehmen, lernt es mit dem Angstgefühl umzugehen, es zu verstehen und zu überwinden.

10 Tipps für wasserscheue Kinder

1. Nehmen Sie die Angst Ihres Kindes ernst:

Für die Eltern besteht das oberste Gebot, die Angst des Kindes ernst zu nehmen. Das ist nicht immer leicht, wenn das Kind schon beim Anblick der Wanne mit Badewasser hysterisch kreischt. Da hat es wenig Sinn zu erklären, dass das Wasser ganz ungefährlich ist. Überlegen Sie sich, wovor Sie sich fürchten.

Angst vor Spinnen oder Mäusen ist genauso unbegründet, denn die kleinen Tiere sind in der Regel harmlos. Lachen Sie Ihr Kind also niemals aus und vermeiden Sie extreme Konfrontationen mit dem Wasser. Damit erreichen Sie nur das Gegenteil und verstärken die Abneigung. Es hilft Ihrem Kind, wenn Sie die Angst vorm Baden respektieren und gemeinsam mit dem Kind nach Lösungen suchen.

2. Verändern Sie das Umfeld für Babys :

Besonders bei Babys reicht es oft aus, wenn Sie die Räumlichkeiten wechseln. Vielleicht war der bisherige Badeort zu grell beleuchtet. Vielleicht hallt es in dem Badezimmer. Oder die Temperatur im Raum war zu kühl. Stellen Sie die Badewanne doch nächstes Mal in die Küche oder in das Wohnzimmer. Es kann auch helfen, die Badewanne auszutauschen.

Vielleicht fühlt sich das Baby in einem engen Badeeimer geborgener. Im Bauch war es auch immer beengt. Achten Sie darauf, dass Ihr Baby beim Baden mit den Beinen und Po Wannenwand bzw. -boden berührt.

3. Verändern Sie das Umfeld für Kleinkinder:

Hat Ihr Kind Angst vorm Baden, verändern Sie ebenfalls die räumlichen Bedingungen. Vielleicht ängstigt sich Ihr Kind vor der großen Badewanne. In diesem Fall badet das Kind in einer Kinderbadewanne oder in einem Wäschekorb aus Plastik. Suchen Sie gemeinsam die Ersatzwanne aus. Das Kind kann sie auch bunt bemalen oder mit Stickern bekleben, um ein positives Verhältnis aufzubauen.

4. Wassertiefe anpassen:

Hat ein Kind panische Angst vor dem Wasser, sitzt es zunächst erst einmal in der Wanne ohne Wasser. So kann es im Trockenen erste Ängste abbauen. Als nächsten Schritt füllen Sie nur den Boden mit Wasser. Hat sich Ihr Kind daran gewöhnt, steigern Sie nach und nach die Wasserhöhe. Diese Methode funktioniert aber nur, wenn Ihr Kind Ihnen vertraut und Sie sich immer an die Absprachen mit dem Kind halten.

5. Vorsicht Wasserhahn:

Manche Kinder finden den Wasserhahn bedrohlich, weil dort scheinbar endlos Wasser durchfließt. Wickeln Sie einen Schal oder Handtuch um den Wasserhahn. Oder das Lieblingsstofftier des Kindes „bewacht“ den Hahn. So weiß Ihr Kind, dass während der Badezeit kein Wasser aus dem Hahn fließt. Möchte es mehr Wasser, füllen Sie in der Küche warmes Wasser in ein Gefäß. Ihr Kind gießt es dann selber aus.

6. Quietschente und Co.:

Sorgen Sie beim Baden für Ablenkung. Badespielzeug oder einfache Becher faszinieren das Kind und sorgen dafür, dass es nicht die ganze Zeit auf seine Ängste fixiert ist. Auch knisternder Badeschaum kann das Kind begeistern. Es kann aber auch passieren, dass Ihr Kind den Schaum bedrohlich findet. Probieren Sie den Badezusatz erst im Waschbecken aus.

7. Augen vor Wasserspritzer schützen:

Für viele Kinder ist es schlimm, wenn Sie Wasser in die Augen bekommen. Hier schafft eine Kinder-Taucherbrille Abhilfe. Sie ist auch sehr nützlich, wenn Kinder sich nicht gerne die Haare waschen lassen.

Lesen Sie diese Tipps, wie Sie Kindern die Angst vorm Haare waschen nehmen.

8. Badespaß mit Eltern:

Für Kinder gibt es kein schöneres Vergnügen, als gemeinsam mit der Mama oder dem Papa zu baden. Auch wasserscheue Kinder fühlen sich geborgen und trauen sich viel mehr zu. Diese Methode funktioniert allerdings nur dann, wenn das Kind dem Elternteil vertraut. Wer mit einem ängstlichen Kind badet, achtet sorgsam darauf, es nicht durch heftige Bewegungen oder Spritzer zu verunsichern.

9. Rollentausch:

Kinder verlieren schneller ihre Furcht vor dem Baden, wenn sie die Rolle der Eltern übernehmen. Nehmen Sie ein Bad und bitten Sie Ihr Kind, Sie mit dem Waschlappen zu waschen. Bei Kleinkindern kann es auch einen positiven Effekt ergeben, wenn diese ihre Puppe oder ihr waschbares Kuscheltier waschen.

10. Bleiben Sie geduldig:

Fürchtet sich ein Baby oder Kind vor dem Baden, brauchen Sie sehr viel Geduld. Denn sobald Sie Druck auf Ihr Kind ausüben, wird sich die Abneigung gegen das Wasser noch weiter verstärken. Bevor sich der Badetag für Sie und Ihr Kind zum Stresstag entwickelt, verzichten Sie auf das Baden.

Ihr Kind wird auch sauber, wenn Sie es mit einem Waschlappen waschen. Empfehlenswert sind Waschlappen in Handpuppenformat mit lustigen Motiven für Kinder. Machen Sie das Waschritual zu einem lustigen Spiel. Je mehr positive Erlebnisse das Kind mit dem Waschen/Baden verbindet, desto schneller gewöhnt es sich an das Wasser.

Bildnachweis: Oksana Kuzmina /stock.adobe.com

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