Pflegende Angehörige

Typische Symptome bei Alzheimer und anderen Formen der Demenz

Typische Symptome bei Alzheimer und anderen Formen der Demenz
Andrea Fettweis
geschrieben von Andrea Fettweis

Als Laie können Sie zwar keine Diagnose stellen, dennoch gibt es etliche Symptome, die typisch für eine Demenz sind. Sollte ein Angehöriger unter einer oder mehrerer der folgenden Beschwerden leiden, ist es höchste Zeit, einen Facharzt oder eine Gedächtnisambulanz aufzusuchen.

Demenz ist der Oberbegriff für mehrere Erkrankungen, bei denen Nervenzellen des Gehirns zugrunde gehen. Das Resultat sind eingeschränkte Hirnleistungen, die sich im Verlauf der Krankheit weiter reduzieren und viele Fähigkeiten beeinträchtigen. Die bekanntesten Demenzformen sind die Alzheimer-Krankheit, die Frontotemporale Demenz, die Vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz, die Creutzfeld-Jakob-Krankheit und das Korsakow-Syndrom.

Erste Symptome der Alzheimer-Krankheit

Von allen Demenzkranken leidet ein großer Teil an der Alzheimer-Krankheit. Die ersten Symptome sind Gedächtnisstörungen, Vergesslichkeit, Sprach- und Wortfindungsstörungen sowie Orientierungsprobleme. Mit der Zeit verändern sich auch die Persönlichkeit und die Denkfähigkeit des Betroffenen, sodass alltägliche Aktivitäten immer schwerer umzusetzen sind.

Dieser Ratgeber hilft Ihnen, besser mit Demenzkranken umzugehen: Demenz und Alzheimer verstehen: Erleben, Hilfe, Pflege

Symptome der Frontotemporalen Demenz

Diese Demenzform tritt meist schon vor dem Seniorenalter zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Sie beginnt mit dem Abbau der Nervenzellen im Schläfen- und Stirnlappen. Da in diesen Bereichen das soziale Verhalten gesteuert wird, zeigen die Patienten ein verändertes Gefühlsleben und fallen durch Aggressionen, Taktlosigkeit oder durch Teilnahmslosigkeit auf. Etwas später bekommen sie Sprachstörungen und finden nur schwer passende Begriffe für ihre Gedanken.

Erste Symptome der vaskulären Demenz

Die vaskuläre Demenz wird durch Durchblutungsstörungen hervorgerufen, die Nervenzellen im Gehirn absterben lassen. Ein erhöhtes Risiko, daran zu erkranken, besteht daher bei allen Patienten, die unter einer Gefäßerkrankung leiden, zum Beispiel zu hoher Blutdruck, Schlaganfall, Diabetiker und Raucher. Sobald Sie merken, dass Sie (oder Ihr Angehöriger) in allen Aktivitäten langsamer werden, Probleme beim Denken haben und Ihre Stimmung schwankt, sollten Sie sich bei einem Neurologen oder in einer Gedächtnisambulanz vorstellen.

Merkmale einer Lewy-Körperchen Demenz

Diese Demenz ist der Alzheimer-Krankheit sehr ähnlich, daher werden beide oft verwechselt, zumal es etliche Mischformen dieser Demenzen gibt. Zu Beginn schwanken die geistigen Leistungen und die Aufmerksamkeit recht deutlich. Dazu kommen optische Halluzinationen, die in vielen Einzelheiten wahrgenommen werden. Zudem können leichtes Händezittern und steife Bewegungen Beschwerden machen.

Symptome der Creutzfeld-Jacob-Krankheit

Sie ist die am schnellsten verlaufende Demenz und führt innerhalb von sechs bis zwölf Monaten zum Tod. Die Symptome unterscheiden sich deutlich von denen anderer Demenzformen: unwillkürliche Muskelzuckungen, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen plagen den Betroffenen heftig. Das Gehirn wird durch Eiweißablagerungen schwammartig zerstört, was allerdings nicht durch einen Virus verursacht wird, wie man lange Zeit annahm.

Erste Hinweise auf ein Korsakow-Syndrom

Betroffene mit dieser Demenzform fallen durch eine ausgeprägte Merkunfähigkeit auf. Neue Informationen können nicht mehr gespeichert werden. Typisch sind auch Orientierungsstörungen. Diese Defizite werden von den Patienten durch sogenannte Konfabulationen auszugleichen versucht. Das heißt, sie erfinden Geschichten, die reale Erlebnisse ersetzen sollen. Korsakow wird häufig durch dauerhaft hohen Alkoholkonsum verursacht, kann jedoch auch durch Infektionen oder Traumata ausgelöst werden.

Lesen Sie auch, welche Leistungen Demenzkranke ab 2015 für die häusliche Pflege erwarten können.

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Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.