Pflege

Mobilitäts-Status erfassen und phasengerecht beschreiben

Eine genaue und nachvollziehbare Bewegungsbeschreibung in Pflegeanamnesen und -berichten fällt den Pflegenden oft schwer. Zwar findet man in Pflegeplänen Listen von Problemen in Zusammenhang mit der Mobilität der Pflegebedürftigen, aber selten lässt sich aus der Dokumentation der Mobilitätsstatus nachvollziehbar herauslesen.

In diesem Zusammenhang können sich viele Fragen ergeben:

  • Welche Gehstrecke kann der Bewohner/Patient allein bewältigen?
  • Welche Zeit benötigt er dafür?
  • Wurde ein Test (timed up & go) durchgeführt?
  • Besteht Sturzgefahr und wenn ja, warum?
  • Wie ist das Gangbild?
  • Wird ein Hilfsmittel benutzt? Kann er es alleine benutzen?
  • Kann er den Rollstuhl benutzen oder muss er geschoben werden?
  • Kann der Bewohner / Patient stehen oder gehen?
  • Kann er sich alleine und ohne Hilfe (z.B.: vom Bett in den Rollstuhl) umsetzen?
  • Wo hält er sich tagsüber auf? Wie kommt er zu den verschiedenen Orten?
  • Kann er im Falle eines Hilfebedarfs Hilfe herbeirufen (klingeln)?
  • In welcher Phase⃰ der Immobilität befindet er sich?

Die folgende Tabelle und die anschließenden Fragen können checklistenartig helfen, den Mobilitäts-Status des Bewohners oder Patienten zu erfassen. Insbesondere die Zuordnung der von Angelika Zegelin vorgenommenen Phasen auf dem Weg zur Bettlägerigkeit können eine Orientierung geben.
⃰ vgl.: Sabine Schrank u.a.: Prävalenzerhebung zur Bettlägerigkeit und Ortsfixierung, in: Pflegewissenschaft 04/2013, S. 230 – 238

 PhaseMerkmale Anmerkungen
1InstabilitätSchlechter Allgemeinzustand, Schmerzen, Depression, Gangunsicherheit, SchwindelRisikofaktoren Sturz
2EreignisphaseHeimeinzug, Krankenhausaufenthalt, Sturz, Infekt, Verlusterlebnis, neue Umgebung, Diagnose 
3Immobilität im RaumWechsel zwischen verschiedenen Orten fällt schwer.Hilfsmittel
4aOrtsfixierung – leichte FormEin Transfer ist nicht mehr ohne Hilfe möglich!
Gewisser, selbstbestimmter Bewegungsradius im Rollstuhl.
Kann er Hilfe rufen?
4bOrtsfixierung – mittelschwere FormNoch kurze Strecken selbst (z.B. vom Zimmer zum Essenstisch oder Bad). 
4cOrtsfixierung – schwere FormHält sich tagsüber überwiegend am gleichen Ort auf, zu dem er bewegt oder transferiert wurde.Leichte Bettlägerigkeit?
5aBettlägerigkeit – leichte FormWird noch für 4-5 Stunden täglich aus dem Bett heraus mobilisiert.Bei Mobilisierung ortsfixiert?
5bBettlägerigkeit – mittelschwere FormWird nur noch zu bestimmten Anlässen transferiert (Ausscheiden, Duschen) 
5cBettlägerigkeit – schwere FormHält sich 24 Stunden täglich im Bett auf.Sterbephase?

timed up & go (Test): 

□ unter 10 sec     

□ 11-19 sec    

□ 20-29 sec    

□ über 30 sec

Wegstrecke ohne Begleitung: ……. Meter     Gangbild: …………………..
Wegstrecke mit Begleitung:    ……. Meter   
Hilfsmittel:       □ Rollator        □ Rollstuhl    □ Gehstock    □ Gehfrei   

Transferbeschreibung: (evtl. eingesetzte Hilfsmittel: Lifter, Drehscheibe, Kinästhetik, …)

□ mit einer Person
□ mit zwei Personen

Erkrankungen, die den Bewegungsapparat betreffen oder Einfluss auf die Beweglichkeit haben: …

Kann er jederzeit Hilfe rufen?     □ ja     □ nein
Wenn nein: Wie wird sichergestellt, dass er in seinem Hilfe-Ersuchen oder seinem Bewegungsdrang wahrgenommen wird? (Klingelmatte?)

Diese checklistenartige Übersicht kann helfen, einen Überblick über den Mobilitätsstatus zu erhalten.

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Michael Thomsen