Pflege

Altersgerechtes Wohnen durch Licht: Licht in Altenheimen

Altersgerechtes Wohnen durch Licht: Licht in Altenheimen
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Altersgerechtes Wohnen durch Licht spielt vor allem in Altenheimen eine besondere Bedeutung für die Bewohner. Allerdings ist der Zweck eines Altenpflegeheimes anders gelagert als im Krankenhaus, da die Bewohner nicht nur übergangsweise untergebracht sind, sondern diese Einrichtung Wohnraum und Zuhause zugleich darstellt.

Licht im Altenheim muss Wohnlichkeit und Ambiente schaffen
Daher sind Kriterien wie Wohnlichkeit, Ambiente und die Erzeugung eines zeitgemäßen Milieus, mit dem sich die Heimbewohner identifizieren können, stärker zu gewichten, als im Krankenhaus.

Dennoch muss die Funktionalität gewährleistet sein und im Vordergrund stehen. Spezielle Krankheitsbilder und das daraus resultierende Verhalten stellen eine hohe Anforderung an die Beleuchtung. "Visuellen Beeinträchtigungen" sind im Altenpflegeheim bei einer Vielzahl der Bewohner vorhanden.

Als weiteres ist der Anteil (60 bis 80% der Heimbewohner) an dementiell erkrankten Menschen drastisch angestiegen und steigt weiter.

Probleme, die speziell bei dementiell erkrankten Menschen auftreten sind:

  • Die Ruhelosigkeit bei vielen Bewohnern; diese werden "Wanderer" genannt. Diese Problematik betrifft hauptsächlich den Flurbereich.
  • Die Sturzgefahr; diese betrifft das komplette Pflegeheim, da ältere Menschen grundsätzlich nicht mehr so homogen im Bewegungsablauf sind. Sie tritt bei dementiell erkrankten Menschen (Fehleinschätzungen, Trugbilder) verstärkt auf. Durch besondere Aufmerksamkeit des Pflegepersonals, Vermeidung von "Stolperfallen" und die in den Abschnitten Flurbereich und Bewohner-Zimmer aufgeführten lichttechnischen Ansätze, kann eine Verminderung herbeigeführt werden.
  • Oft die Tag-Nacht-Verschiebung, da bei dieser Personengruppe grundsätzlich eine Orientierungslosigkeit festzustellen ist. Die Tag-Nacht-Verschiebung hat zur Folge, dass Bewohner morgens nur schwer wach werden und abends, bzw. nachts nicht zur Ruhe kommen. Dies erfordert eine hohe Flexibilität des Pflegepersonals und bedarf teilweise eines höheren Personaleinsatzes. Häufig werden an einem zentralen Ort im Pflegeheim so genannte "Nachtcafes" eingerichtet, in denen sich diese Bewohner aufhalten können.

Damit bei dieser Bewohner-Gruppe das "Timing-System" unterstützt wird und sie sich wieder weitgehend am Tagesverlauf orientieren können, ist ein möglichst hoher Anteil an Tageslicht in den Fluren, Aufenthaltsräumen und Bewohnerzimmern notwendig.

Da dies, baulich bedingt, häufig nicht im notwendigen Maß realisiert wird, kann versucht werden, durch ein dynamisches künstliches Licht mit unterschiedlichen Lichtfarbtemperaturen, den Tagesverlauf nachzuempfinden. Dadurch wird versucht, die so genannte "innere Uhr" positiv zu beeinflussen und an einen durch Tageslicht beeinflussten natürlichen Tagesablauf anzunähern. Folglich kann mit Licht der Alltag der Bewohner und des Pflegepersonals wesentlich erleichtert werden.

Über Ihren Experten

Dr. Britta Kanacher

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