Wie Alphawölfe führen – Ein Modell für Familienbetriebe?

Ein Alphawolf führt sein Rudel aus der Mitte heraus, fürsorglich und kooperativ.

Es hat sich viel verändert in Sachen „Führung“: Von den strengen Fabrikherrn und Patriarchen des 19. Jahrhunderts über das Harzburger Modell bis zum Führen mit Zielen nach Peter Drucker. An Konzepten und Modellen mangelt es nicht. So haben Wolfsforscher herausgefunden, dass ein frei lebender Alphawolf sein Rudel aus der Mitte heraus führt, fürsorglich und kooperativ. Ist dieses Modell auch für Familienbetriebe geeignet?

Wölfe zeigen Gefühle wie Freude, Kummer, Leid, Trauer, aber auch uneigennütziges Verhalten. Verletzte Tiere werden niemals im Stich gelassen, sondern von ihren Familienmitgliedern unterstützt, auch bei der Nahrungsbeschaffung.

Jungwölfe (1 Jahr alt) übernehmen verschiedene Arbeiten im Rudel, wie zum Beispiel die des Aufpassers. Sie melden jede Störung der alltäglichen Routine, etwa wenn sie Kojoten oder Bären sichten. Die Welpen suchen dann sofort Schutz im Bau.

Alphawölfe bestehen nicht zwangsläufig auf Distanz zu rangniederen Tieren. Diejenigen Wölfe, die viel miteinander spielen, haben mehr Körperkontakt, unabhängig von Rang und Geschlecht. Es gibt kein genormtes Sozialverhalten bei Wölfen. Frei lebende Wölfe bilden individualistische Familienverbände. Das sind anpassungsfähige Zweckgemeinschaften und ökonomisch betrachtet für jedes Mitglied von Nutzen.

Der Alphawolf als Teamchef

Bei Alphawölfen handelt es sich um erfahrene Teamchefs. Sie geben sozialen Halt, sorgen für Sicherheit und erteilen ihren Jungen bis zur Selbständigkeit praktischen Lebensunterricht. Alt und Jung verhalten sich kooperativ, zeigen Gemeinsinn und pflegen freundliche Rituale. Der Leitwolf zeigt ein Führungsverhalten, das auf die Menschenführung in Unternehmen übertragbar ist. Die Wolfsfamilie ist das Team. Wenn die Wolfsfamilie ein Elternteil verliert, wandern die zurückgebliebenen Mitglieder ratlos umher, bis die vakante Alphaposition durch einen gestandenen Neuankömmling wieder besetzt werden kann.

Die soziale Kompetenz von Wolfseltern beruht auf Wissen, Erfahrung und Verzicht auf die Rechte des Ranghöheren. Es geht letztlich nur um das Überleben und die Fortpflanzung der eigenen Gene. Um dies zu erreichen, muss sich der Wolf mit seinen Rudelmitgliedern arrangieren. Wölfe verhalten sich kooperativ.

Alphawölfe führen Ihr Rudel als anerkannte Autorität. Ein Alphawolf führt sein Rudel aus der Mitte heraus. Er ist souverän und verhält sich zu seinem Rudel tolerant, beschützt es und sorgt dafür, dass es allen gut geht. "Gehorsam" spielt dabei keine Rolle. Die Rudelmitglieder folgen ihm freiwillig.

Veröffentlicht am 24. Oktober 2012