Mitarbeiterführung

Selbstmord als letzter Ausweg aus der Mobbing-Falle?

„Selbstmord ist billiger als eine Abfindung“ betitelte der Wiesbadener Kurier ein Interview zum Thema Mobbing. Und tatsächlich ist Selbstmord für viele Gemobbte scheinbar der letzte Ausweg aus dem alltäglichen Terror. Doch soweit muss es nicht kommen.

Gewerkschaften schätzen, dass drei bis fünf Prozent der Beschäftigten gemobbt werden. Das heißt, jeden Tag gehen im Durchschnitt 1,5 Millionen Arbeitnehmer mit Angstgefühlen an ihren Arbeitsplatz. Solange sie noch dort hingehen. Denn vielen erscheint die Situation am Arbeitsplatz derart ausweglos, dass nur noch der Selbstmord als Lösung gesehen wird. So gaben denn 42 Prozent der befragten Mobbingopfer an, sich mit Suizidgedanken zu tragen.

15 bis 20 % der Selbstmorde in Deutschland werden  Mobbingsituationen zugeschrieben
Bei 11 000 Selbstmorden im Jahr kann man von etwa 1600 bis 2000 Selbstmorden pro Jahr ausgehen, die durch Mobbing ausgelöst werden. Andere Schätzungen gehen von mehr als 3000 Opfern aus. Zwei Drittel davon betreffen Männer, ein Drittel sind Frauen. Auch wenn es vielleicht zynisch klingt: Diese "Fälle" erscheinen nicht mehr in der Kostenkalkulation für ärztliche Betreuung und Rehabilitations-Maßnahmen.

Wie sieht es aber bei den Hinterbliebenen aus? Wenn wir von einem statistischen Wert von fünf betroffenen Personen bei einem Todesfall ausgehen, so leiden 8 000 bis 15 000 Angehörige unter den Auswirkungen von Mobbing, weil ein Familienmitglied den Druck durch andere Menschen nicht mehr aushielt. Hier verzweifeln Familienangehörige an der Umwelt, hier wachsen Kinder mit einem beschädigten Weltbild auf, hier wird bereits der Grundstein gelegt für die nächste Mobber-Generation, die sich an "den anderen" rächt.

Es entstehen nicht mehr quantifizierbare Folgekosten mit gravierenden gesellschaftspolitischen Auswirkungen.

Wer von selbst geht, fordert keine Abfindung
Dass Selbstmorde wegen Mobbings nicht nur in Deutschland ein Problem sind, zeigen die Statistiken der France Telekom. Dort haben sich seit 2008 mehr als 60 Beschäftigte das Leben genommen. Die Ursache laut Gewerkschaftsangaben sind die "unmenschlichen Arbeitsbedingungen" und der Abbau von 22000 Jobs in den vergangenen Jahren. Und so mancher Chef ist erleichtert, wenn durch das freiwillige Ausscheiden eines Mobbing-Opfers eine gerichtlich verordnete Abfindung erspart bleibt.

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Jürgen W. Goldfuß