Mitarbeiterführung

Ist eine formlose Kündigung wirksam?

„Hiermit sind Sie gekündigt, packen Sie Ihre Sachen und verschwinden Sie!“ Es gibt immer noch Arbeitgeber, die meinen, dass es möglich ist, mit einer solchen formlosen Kündigung einen Mitarbeiter zu kündigen.

Das ist erstaunlich, weil bereits seit dem 01.05.2000 eine klare gesetzliche Regelung besteht.

Formlose Kündigungen sind unwirksam
Nach § 623 BGB bedarf jede Kündigung, also z. B. auch eine Kündigung innerhalb der Probezeit, der Schriftform. Formlose Kündigungen sind von vornherein unwirksam. Schriftform liegt vor, wenn das Kündigungsschreiben von dem Aussteller eigenhändig unterschrieben wurde, § 126 Abs. 1 BGB.

Unwirksam sind folgende formlose Kündigungen

  • Eine Kündigung per SMS.
  • Eine Kündigung, die nur per Fax zugestellt wird.
  • Eine Kündigung, die per E-Mail zugestellt wird.
  • Eine mündliche Kündigung.
  • Eine nicht unterschriebene Kündigung

Wichtig: Das Verbot formloser Kündigungen gilt für beide Seiten
§ 623 BGB unterscheidet nicht danach, ob eine Kündigung durch den Arbeitgeber oder den Arbeitnehmer ausgesprochen wird. Das Formerfordernis gilt für beide Seiten gleichermaßen. Die Kündigung muss in jedem Fall in Schriftform erfolgen.

Auch Aufhebungsverträge sind nur wirksam, wenn sie in Schriftform vorliegen.

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Rechtsanwalt Heiko Klages

Rechtsanwalt Heiko Klages

Heiko Klages ist selbstständiger Rechtsanwalt in Hamburg. Vorher war er zunächst Mitarbeiter einer Anwaltskanzlei und mehrere Jahre Geschäftsführer eines Arbeitgeberverbandes. Dabei gehörten sowohl die Rechtsberatung der Mitglieder als auch Tarifverhandlungen zu seinen Aufgaben. Er veröffentlicht regelmäßig für verschiedene Verlage Fachbeiträge zu juristischen Themen.