Arbeitszeugnis

Wie reagieren Sie auf ein schlechtes Arbeitszeugnis?

Wie reagieren Sie auf ein schlechtes Arbeitszeugnis?
geschrieben von Burkhard Strack

Ein schlechtes Arbeitszeugnis muss sich kein Arbeitnehmer bieten lassen. Jedes Arbeitszeugnis ist vom Arbeitgeber wohlwollend zu formulieren, damit der Arbeitnehmer auf seinen künftigen Berufsweg keine Nachteile erleidet. Dennoch gilt für den Arbeitgeber auch eine Wahrheitspflicht.

Der Arbeitgeber muss in einer angenehm formulierten Sprache die Vorzüge und im Ansatz die Schwächen des Arbeitnehmers darstellen, damit sich ein künftiger Arbeitgeber ein Bild machen kann.

Inhalt und Form des Zeugnisses

Jeder Arbeitnehmer hat nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, in dem alle Daten von der Person über die ausgeübten Tätigkeiten bis zu Leistungen aufzuführen sind. Auch das Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten gehört zur Leistungsbeurteilung dazu. Die Zeugnissprache kann in Noten übersetzt werden. Daher ist es üblich bei der Beurteilung der Leistung wie auf dem Schulzeugnis Noten zu vergeben.

Ein schlechtes Arbeitszeugnis muss aber nicht nur eine schlechte Note aufweisen. Ein schlechtes Arbeitszeugnis kann sich auch durch formale Aufbaufehler und durch Fehler in der Rechtschreibung ergeben. Sowohl die schlecht formulierten als auch die formal fehlerhaften Zeugnisse sollen ein Hinweis auf eine weniger gute Arbeitsleistung sein. Aber jeder Arbeitnehmer hat den Anspruch auf ein Zeugnis mit der Note “Befriedigend.” Arbeitnehmer, die ein besseres Zeugnis wollen, müssen die “guten” Leistungen nachweisen können. Dieser Nachweis wird oft vor Gericht durch Zeugenaussagen der Kollegen oder Arbeitserfolge erbracht.

Arbeitszeugnis immer prüfen lassen

Da ein schlechtes Arbeitszeugnis massive Auswirkungen auf die Zukunft eines Menschen haben kann, sollte jedes Zeugnis von einem Fachmann überprüft werden. Nur der Spezialist aus dem Bereich Arbeitsrecht oder Personalwesen kann ein Zeugnis richtig beurteilen und alle Sätze als Beurteilung deuten. Bei allen schlechteren Noten als “Befriedigend”, bei Fehlern in der Rechtschreibung und der Zeichensetzung kann ein Arbeitnehmer die Korrektur vom Arbeitgeber verlangen.

Innerhalb von sechs bis maximal acht Monaten muss der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis durchgesetzt werden. Ein schlechtes Arbeitszeugnis sollte aber umgehend beim Arbeitgeber bemängelt werden. Der Arbeitnehmer kann die Angelegenheit auch direkt einem Anwalt übergeben, der dem Arbeitgeber einen Vorschlag für ein angemessenes Zeugnis unterbreiten kann. In der Regel reagieren Arbeitgeber rascher auf das Schreiben eines Anwalts als auf die einfache Beschwerde ihres ehemaligen Mitarbeiters.

Klage vor dem Arbeitsgericht

Weigert sich der Arbeitgeber hartnäckig, ein ordentliches Zeugnis zu erstellen, so kann der Arbeitnehmer vor dem Arbeitsgericht klagen. Diese Klage kann der Arbeitnehmer auch ohne Anwalt erheben. Die Kosten in der ersten Instanz vor dem Arbeitsgericht trägt jede Partei selbst. Arbeitsrichter kennen sich bestens mit der Zeugnissprache aus, da sie in vielen Fällen bei den Klagen wegen Beendigung eines Arbeitsverhältnisses auch über das Zeugnis entscheiden.

Daher können Arbeitnehmer sicher sein, dass sie im Klageweg einen Titel auf Erteilung eines gut formulierten Arbeitszeugnisses erhalten.

Die Kosten für eine Zeugnisklage richten sich nach dem einfachen Bruttomonatsgehalt, aus dem die Gerichtskosten nach der Tabelle errechnet werden.

Bildnachweis: Antonioguillem / Adobe Stock

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.