Arbeitsschutz

So handeln Sie als Vorgesetzter richtig bei Mobbing

So handeln Sie als Vorgesetzter richtig bei Mobbing
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geschrieben von Thomas Pfister

Mobbing am Arbeitsplatz kann in jedem Unternehmen beliebiger Größe vorkommen. Mobbing zerstört dabei nicht nur die Teamarbeit im Unternehmen, sondern kann schweren wirtschaftlichen Schaden hervorrufen. Wie Sie als Vorgesetzter gegen Mobbing in Ihrem Verantwortungsbereich vorgehen können, das lesen Sie in diesem Artikel.

Wer kann in Ihrem Unternehmen ein typischer Mobbing-Täter sein? Sehen wir uns zunächst einmal folgende Statistik aus Wikipedia bzw. IG-Metall an:

Urheber von Mobbing:

  • 44 %: Kollegen
  • 37 %: Vorgesetzte
  • 10 %: Kollegen und Vorgesetzte gemeinsam
  • 9 %: Untergebene

Für den Arbeitsschutz in Ihrem Unternehmen ist es wichtig, die Ursachen und Tricks des Mobbing am Arbeitsplatz zu erkennen. Die Methoden des Mobbing sind nicht neu. Aber es ist erschreckend, dass die Anzahl der Mobbing-Fälle und die Intensität zunehmen. Einige dieser Tricks haben wir Ihnen zunächst hier zusammengefasst.

Auswüchse des Mobbing am Arbeitsplatz

  1. Negative Beeinflussung des Opfers: Der Täter manipuliert sein Opfer so, dass sein Denken immer negativer und pessimistisch wird. Zum Beispiel durch die Aussage: „Du Nichtsnutz“ oder „Das schaffen Sie sowieso nicht.“
  2. Ständige indirekte Anspielungen: Der Täter oder die Täter-Gruppe macht in der Nähe des Opfers ständig unvollständige Anspielungen, sodass es das Opfer hören kann. Das führt zur Frustration.
  3. Furcht einflößen und Einschüchtern: Diese indirekten Drohungen werden in kleinen negativen Andeutungen versteckt oder auch für jeden offen ersichtlich ausgesprochen. Passiert das in der Öffentlichkeit, so beginnen manche unbeteiligte Personen zu kichern und zu schmunzeln, was den Effekt der Unsicherheit des Opfers verstärkt. Dieses führt zur Selbstunsicherheit und dem Gedanken „Alle sind gegen mich“.
  4. Erniedrigungen des Opfers: Durch für das Opfer typische Beschreibungen, etwa Geräusche, Stimme, Taten, Bilder stellt der Täter das Opfer negativ dar. Das kann so weit führen, dass ein Gerücht entsteht, zum Beispiel das Opfer sein kriminell, ein Lügner oder Unfähig.

Was können Sie als Vorgesetzter gegen Mobbing tun?

Grundsätzlich ist Mobbing eine gesellschaftliche Fehlentwicklung. In Frankreich drohen sogar für Mobbing Gefängnisstrafen. Sie als Vorgesetzter haben die Verantwortung, Mobbing am Arbeitsplatz zu unterbinden, den Täter mit Konsequenzen zu disziplinieren und das Mobbing-Opfer zu schützen.

Sie haben folgende Handhabe gegen Mobber in Ihrem Unternehmen

  • Verwarnung
  • Abmahnung
  • Versetzung
  • Kündigung

Wehret den Anfängen

Nur durch Ihre Aufmerksamkeit als Vorgesetzter können Sie die Schikanen mit System im Keim ersticken. Dabei empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  1. Aufmerksamkeit: Sie dürfen es nicht dulden, wenn einer oder mehrere Kollegen in Abwesenheit eines anderen Kollegen etwas Negatives über ihn berichten.
  2. Einschreiten: Wenn Sie bemerken, dass es Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen gibt, mit denen man nicht spricht, schreiten Sie ein.
  3. Sachverhalte klären: Wenn in Ihrem Unternehmen Konflikte unter Mitarbeitern beginnen zu schwelen, so bringen Sie diese offen auf den Tisch und sprechen mit den Beteiligten darüber.
  4. Sprechen Sie mit dem Mobbing-Opfer: Klären Sie, wie es zum Mobbing am Arbeitsplatz kam. Bleiben Sie neutral. Geben Sie Anregungen zur Selbsthilfe.
  5. Finden Sie die Gruppenkonstellationen und Machtverhältnisse heraus: Fordern Sie Mobber und Opfer auf, sich direkt zu sagen, was sie kränkt, verletzt und stört. Überlegen Sie Maßnahmen, wie der Arbeitsalltag künftig besser gestaltet werden kann, und setzen sie diese umgehend um.
  6. Stärken Sie das Mobbing-Opfer: Versuchen Sie das Opfer zu stärken und versuchen Sie, es zu entlasten, zum Beispiel mit flexibler Arbeitszeit, Veränderung des Arbeitsplatzes oder neuer Aufgabenverteilung. Wenn sich gesundheitliche Probleme beim Opfer einstellen, ist es nämlich schon zu spät!
  7. Gehen Sie strikt gegen Mobber vor: Es muss zu Ihrer Unternehmens-Kultur gehören, dass Mobbing am Arbeitsplatz in Ihrem Unternehmen strikt verboten ist. Machen Sie das jedem Mitarbeiter klar. Stärken Sie den Zusammenhalt und die Teamarbeit. Drohen Sie Mobber mit entsprechenden Konsequenzen.
  8. Informieren Sie den Betriebsrat: Der Betriebsrat ist gesetzlich dazu verpflichtet, bei Mobbing am Arbeitsplatz zu helfen. Auch wenn Sie die Zustimmung des Betriebsrates nicht brauchen, sollten Sie ihn einbeziehen.

Falls alle Versuche scheitern, die Situation des Mobbing am Arbeitsplatz selbst zu lösen, dann sollten Sie sich an einen Mediator wenden. Dieser ist geschult und kann Ihnen dann weiterhelfen.

Bildnachweis: pix4U / stock.adobe.com

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