Selbstmanagement: So bändigen Sie Ihren inneren Schweinehund

Auch mit dem inneren Schweinehund kann man sich anfreunden - man muss nur wissen, wie

Viele Dinge lassen sich im Grunde genommen schnell und einfach erledigen, wenn da nicht der innere Schweinehund wäre, der Ihnen einen Strich durch die Rechnung macht, weil er gerade so zu gar nichts Lust hat. Doch wenn Sie ehrlich sind, ist sein Widerstand häufig sehr willkommen, vor allem wenn unliebsame oder langweilige Aufgaben anstehen. Wie Sie damit umgehen, erfahren Sie jetzt.

Erkennen Sie Ihren inneren Schweinehund an

Denn er will nur Ihr Bestes. Hat sich in der Vergangenheit etwas als positiv für Sie herausgestellt, wird das automatisch wiederholt. Ähnlich im negativen Fall: Alles, was auch nur im Entferntesten mit Schmerzen zu tun hat, wird vermieden. Und wie macht er das? Indem er zum Beispiel in einer bestimmten Situation einfach Zweifel aufkommen lässt: „Das soll  funktionieren??“ Oder vom Bauchgefühl her berechtigte Ängste werden verdrängt: „So gefährlich wird’s schon nicht werden!“

Doch Sie sind gut beraten, wenn Sie den Reaktionen Ihres inneren Schweinehundes Gehör schenken. Sind seine Einwände berechtigt? Ist seine Unterstützung für Ihr Vorhaben nachvollziehbar? Was veranlasst ihn zu der einen oder anderen Reaktion? Ist die neue Situation tatsächlich mit einer abgespeicherten alten Situation vergleichbar oder gibt es neue Argumente, die das Geschehen in einem anderen Blickwinkel erscheinen lassen? Schauen Sie genau hin und entscheiden Sie erst nach dieser Prüfung. Anders gesagt: Ihr innerer Schweinehund erfüllt eine bestimmte Aufgabe, also nehmen Sie ihn ernst.

Achten Sie auf Symptome

Wie oft bekommen Sie ein Projekt auf den Tisch, das an sich sinnvoll erscheint, dem Sie aber so gar nichts abgewinnen können? Ihr innerer Schweinehund meldet sich dann mit absoluter Zuverlässigkeit und produziert Ablehnung, lässt Zweifel aufkommen und macht Sie empfänglich für jede Art von Ablenkung. Doch wie entstehen diese Reaktionen? Ganz einfach: Er hat in der Vergangenheit mehrfach die Erfahrung gemacht, wie Sie sich mit solchen Aufgaben quälen müssen, weil sie Ihnen nicht liegen, keinen Spaß machen oder was auch immer. Das ist etwas Ähnliches wie Schmerzen empfinden. Also hält er dagegen und produziert Gedanken wie: „Darum kümmere ich mich aber erst später“.

Prompt finden Sie andere Aufgaben, die Sie stattdessen erledigen könnten und der zu einem Schwätzchen aufgelegt Kollege kommt Ihnen auch gerade recht. Jetzt könnten Sie sich fragen, warum Sie sich denn auf solches Verhalten überhaupt einlassen? Die Antwort lautet: Auch etwas nicht zu tun (Vermeidungsstrategie) bewahrt Sie vor Schmerzen und stellt insofern eine Belohnung dar. Und Ihr Gehirn ist darauf aus, dass Sie etwas tun, was Ihnen gute Gefühle verschafft. Ihr innerer Schweinehund bringt Sie also sehr effizient dazu, Dinge zu tun, die Sie eigentlich nicht tun wollten. 

Trainieren Sie Ihren inneren Schweinehund

Denn der ist durchaus lernfähig. Sie müssen ihm nur die Möglichkeit einräumen, etwas Neues zu lernen und damit eine neue Erfahrung zu machen. Die einzige Bedingung: Diese neue Erfahrung muss mit mehr positiven Gefühlen verbunden sein als es die alte war. In diesem Fall werden nämlich neue Nervenverbindungen auf- und bestehende abgebaut. Ihr innerer Schweinehund bekommt also auf eine elegante Art mit, dass er auch anders reagieren kann. Sie können das auf zwei Wegen erreichen.

  • Sie fangen mit einer unbeliebten Aufgabe einfach an. Der erste Schritt ist immer der schwerste, aber danach geht es fast von allein weiter. Denn in der Regel stellen Sie schnell fest, dass es so schlimm  gar nicht ist.
  • Sie stellen sich nach getaner Arbeit eine Belohnung in Aussicht. Denn darauf fährt der innere Schweinehund immer ab. Gönnen Sie ihm deshalb den Spaß. Es wird ihn milde stimmen und Sie kommen schneller zum Ziel. Und das spart Zeit.

Viel Erfolg beim Umsetzen!

Ihr Burkhard Krupa (Experte für Zeitmanagement)

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Veröffentlicht am 25. November 2016