Büroorganisation

Powernap im Büro – glauben Sie auch an diese Mythen?

Powernap im Büro – glauben Sie auch an diese Mythen?
geschrieben von Wera Nägler

Powernap, der zielgerichtete Büroschlaf, steigert die Leistungsfähigkeit und Konzentration. Doch ist man hinterher nicht müder als vorher? Oder braucht man weniger Schlaf, wenn man den Kurzschlaf in die Mittagspause einbaut? Wir räumen auf mit den Mythen rund ums Power Napping.

Wie sich der Powernap vom Mittagsschlaf unterscheidet, haben Sie im ersten Teil dieser Serie erfahren. Zur Zusammenfassung hier die Kurzformel fürs Power Napping:

  • zwischen 12 und 14 Uhr
  • liegen oder entspannte Körperhaltung
  • geschlossene Augen
  • 10 – 30 Minuten, optimal scheinen 20 Minuten zu sein
  • „wegnicken“ und entspannen reicht, es muss nicht richtiges Schlafen sein.

Glauben Sie diese Mythen rund um den Powernap?

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse für den gesunden Kurzschlaf werden nach wie vor größtenteils ignoriert. Dies geschieht häufig aus Unkenntnis. Da gibt es Fragen, Befürchtungen und eine Menge Märchen und Mythen. Schauen wir uns diese Mythen genauer an und betrachten ihren Wahrheitsgehalt:

  • Mythos 1: Mittagsschlaf und Powernap sind das gleiche. Nein. Power Napping ist das kurze, gezielte, zeitlich auf maximal 30 Minuten begrenzte Schlafen. Nach 30 Minuten geht der Körper in die Tiefschlafphase über. Das ist beim Powernap explizit nicht gewünscht.
  • Mythos 2: Man muss schlafen. Nein. Ausruhen, Entspannen und das gezielte „Herunterfahren“ (körperlich und mental) reichen völlig aus.
  • Mythos 3: Unter 30 Minuten wirkt es nicht . Nein. Bereits 10 Minuten zeigten nachweisliche Wirkung, wie in verschiedenen Studien von verschiedenen Forscherteams nachgewiesen wurde.
  • Mythos 4: Power Napping muss man lernen. Jein. Normalerweise muss man den Powernap nicht extra lernen oder trainieren. Allerdings verhindern ein hoher Stresspegel, Übermüdung und innere Unruhe, dass man ausreichend zur Ruhe kommt. Hier helfen in der Tat Entspannungstechniken, eventuell sind Dunkelheit und Ungestörtheit bereits ausreichend.
  • Mythos 5: Man wacht von alleine auf. Nein. Das ist nicht unbedingt gesichert. Damit der erfrischende Powernap nicht in den tatsächlich oft müder machenden Mittagsschlaf von bis zu eineinhalb Stunden übergeht, empfiehlt es sich, für das Aufwachen zu sorgen.
  • Mythos 6: Nach dem Power Napping ist man erst recht müde. Jein. Wenn Sie die Obergrenze von 30 Minuten einhalten, sind Sie in der Regel frischer als vorher. Allerdings braucht Ihr Körper unter Umständen nach dem Aufwachen einen Moment, um wieder auf „Betriebstemperatur“ zu kommen.
  • Mythos 7: Man braucht dadurch weniger Schlaf. Nein. Power Napping ist nicht als Schlafersatz zu sehen. Sie erinnern sich: Beim Energieschlaf im Büro wird die Tiefschlafphase vermieden. Gerade in dieser Phase läuft nachts unsere komplette Regeneration des Körpers. Aktivitäten, Gedanken, Erfahrungen, Gelerntes des Tages wird in den Tiefschlafphasen verarbeitet, das Gehirn bearbeitet komplexe Zusammenhänge und das Immunsystem wird gestärkt. Aber eben im Tiefschlaf.
  • Mythos 8: Man schläft wegen des Powernaps abends schlechter ein. Nein. Erfahrene Powernapper sind es gewohnt, sich schnell zu entspannen. Das hilft ihnen auch beim abendlichen Einschlafen, so dass der Körper schnell „herunterfährt“ und in den Schlafmodus kommt.
  • Mythos 9: Durch Power Napping wird man „nur“ konzentrierter. Nein. Die regenerative Pause kann mehr. Dies belegen verschiedene internationale Studien. Nachweislich kann das Herzinfarktrisiko um 37 Prozent gesenkt werden; einige Studien konnten bei berufstätigen Männern sogar 64 Prozent Risikobegrenzung nachweisen. Powernaps fördern die Zellerneuerung, steigern die Reaktionsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit. Zudem werden komplexe Tätigkeiten schneller erlernt und können präziser ausgeführt werden. Der Powernap erhöht Kreativität und Wohlbefinden, reduziert die Ausschüttung von Stresshormonen und führt insgesamt zu mehr Ausgeglichenheit.
  • Mythos 10: Allen Menschen fällt der Powernap gleich leicht . Nein. Starker Koffeinkonsum und zu kalorienreiches Essen können das „Herunterfahren“ bremsen. Außerdem scheint es Frauen schwerer zu fallen, in den Powerschlaf zu finden als Männern.
  • Mythos 11: Power Napping gibt’s nur in den USA und in Japan. Nein. Einige wenige Unternehmen in Deutschland erlauben nicht nur die regenerative Pause, sondern stellen auch geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Stadtverwaltung Vechta gilt seit 2000 als Vorreiter unter den großen Konzernen.

Jetzt sind Sie dran – Powernap statt Mittagstief

Überprüfen Sie für sich die vorgestellten Informationen. Überlegen Sie, wie Sie eine Testphase für beispielsweise dreimal wöchentliches Power Napping organisieren könnten. Starten Sie dann eine Testphase. Brechen Sie aber nicht nach zwei Versuchen ab. Lebenslange Gewohnheiten zu verändern braucht oft Zeit. Geben Sie sich eine Testphase von sechs Wochen. Dann wissen Sie, ob Sie vom Powernap profitieren oder nicht.

Bildnachweis: Paolese / stock.adobe.com

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