Büroorganisation

Krank ins Büro: Warum Sie dies vermeiden sollten

Krank ins Büro: Warum Sie dies vermeiden sollten
geschrieben von Wera Nägler

Halsschmerzen, Schnupfen, Gliederschmerzen – alles kein Grund, sich zu Hause auszukurieren? Jetzt beginnt wieder die Zeit, dass sich viele Menschen krank zur Arbeit schleppen. Dass das nicht sinnvoll ist, wissen Sie. Wissen Sie aber auch, warum es oft so schwierig ist, Nein zum Arbeiten zu sagen? Lesen Sie außerdem meine Vorschläge, wie Sie bei Krankheit die Übergabe Ihrer Arbeit gestalten.

Kennen Sie das? “Jetzt hat’s mich auch erwischt”, denken Sie beim Aufwachen. Schnupfen und Halsschmerzen haben über Nacht zugeschlagen. Gesund fühlt sich nicht nur anders an, Sie fühlen sich richtig krank. Zugleich denken Sie mit Schrecken daran, dass es bereits weitere Krankheitsausfälle in Ihrem Team gibt. Die Arbeit war am Vortag schon kaum zu schaffen. Außerdem haben Sie heute mit einem Kollegen eine wichtige Kundenpräsentation.

Einerseits wollen Sie das Team nicht belasten und auch ihren Kollegen nicht hängen lassen. Andererseits fühlen Sie sich deutlich mies und haben jetzt schon das Gefühl, dass Ihr Kopf zerspringt. Ein echtes Dilemma. Wie entscheiden Sie sich?

Es gibt sogar einen Fachbegriff, wenn jemand krank zur Arbeit geht

Wenn jemand krank zur Arbeit geht, nennt sich das Präsentismus. Die häufigsten Gründe, weshalb Mitarbeiter sich trotz Krankheit zur Arbeit schleppen, sind recht gut bekannt. Es ist nicht ausreichend Personal da. Das führt zu schlechtem Gewissen gegenüber Kollegen. Löblich ist das starke Gefühl der Selbstverantwortung. An dieser Stelle ist es jedoch fehl am Platz.

Denn nachweislich schädigen kranke anwesende Mitarbeiter Unternehmen in stärkerem Maße, als kranke, aber abwesende Kollegen. Allerdings führt eine ablehnende, negative Haltung zu Fehlzeiten im Team oder bei Vorgesetzten ebenfalls zu einem erhöhten sozialen Druck, sich nicht auszukurieren.

 

Mehr Probleme als Nutzen

Sich im angeschlagenen Zustand nicht zu Hause auskurieren, birgt dabei kurz- und langfristige Risiken. Wer schon einmal krank gearbeitet hat, weiß, dass die übliche Arbeitsleistung nicht möglich ist. Die Fehlerquote steigt. Gleichzeitig geht das Arbeitstempo runter. Dadurch entstehen mehr Hektik und Stress. Und die Unzufriedenheit mit der eigenen Arbeitssituation nimmt zu.

Darüber hinaus steigt bei Infekten die Gefahr, Kollegen und Kunden zu infizieren. Und dies ist nicht nur ärgerlich, sondern beispielsweise bei Magendarmerkrankungen auch ziemlich fahrlässig. Krankheiten werden oft verschleppt oder sogar chronisch. Fakt ist, wer öfter krank zur Arbeit geht, gefährdet seine Gesundheit. Bis hin zu Langzeitarbeitsunfähigkeit.

Öfter mal im Bett auskurieren

Vielleicht ist noch einmal deutlich geworden, dass es ziemlich unvernünftig ist, krank ins Büro zu gehen. Und sicher wissen Sie auch, dass es Ihnen niemand wirklich dankt. Denn wenn Kollegen nacheinander erkranken und ausfallen, werden sich alle daran erinnern, dass Sie als Erstes trotz Erkältung nicht zu Hause geblieben sind. Damit das Auskurieren beim nächsten Mal besser klappt, hier einige Empfehlungen:

  1. Finden Sie die Balance zwischen Arbeit und Privatleben.
  2. Lernen Sie, Ihr eigenes Gesundheitsbedürfnis wahrzunehmen.
  3. Beachten Sie dieses Gesundheitsbedürfnis dann auch.
  4. Kümmern Sie sich um Maßnahmen, um die eigene Gesundheit langfristig zu erhalten.
  5. Vereinbaren Sie im Team, dass Sie sich alle gegenseitig den Rücken freihalten. Dass es beispielsweise keine Verdächtigungen gibt, dass jemand blaumachen würde.
  6. Vereinbaren Sie eine gegenseitige Unterstützung zum Auskurieren.
  7. Wenn Sie Leitungskraft sind, kultivieren Sie aktiv das Motto “Wer krank ist, soll sich gefälligst auskurieren!”

 

Jetzt sind Sie dran – krank ins Büro? Nein danke!

Was ist die Alternative? Statt zu überlegen, wie Sie sich trotz Erkrankung ins Büro schleppen könnten, stecken Sie Ihre Energie lieber in die Umorganisation. Oft hat man ja bereits ein oder zwei Tage vorher ein leichtes Krankheitsgefühl. Arbeiten Sie in diesen Tagen Ihre wichtigsten Aufgaben ab. Erstellen Sie eine separate Aufgabenliste mit den Aufgaben der nächsten Tage. Ordnen Sie dazugehörende Unterlagen so, dass eine andere Person sich schnell zurechtfindet.

Wenn Sie dies so detailliert nicht machen können, erstellen Sie eine Liste Ihrer aktuellen Projekte und Vorgänge. Zu jedem Projekt notieren Sie stichwortartig den Ist-Stand und die erwarteten nächsten Schritte. Dazu Querverweise, wo Unterlagen, Kontaktdaten etc. abgelegt sind und welche Kollegen noch aussagefähig sind.

Wenn Sie überraschend krank werden, erstellen Sie zu Hause eine kurze Liste. Zielfrage ist: Was ist Wichtiges und Dringendes für die nächsten zwei Tage zu erledigen, was nicht liegen bleiben kann? Diese Liste gehen Sie am Telefon mit einem Kollegen oder einer Kollegin durch.

Lassen Sie sich zudem informieren, was beispielsweise in Ihrer Wiedervorlagemappe liegt und was in Ihrer Outlook-Aufgabenliste eingetragen ist. Dann können Sie ggf. noch weitere Hinweise geben und haben keine Angst mehr, auf etwas Wichtiges nicht hingewiesen zu haben. Tja und dann gibt es keine Ausreden mehr: Ab ins Bett und auskurieren!

Gutes Gelingen! Ihre Wera Nägler, Expertin für Büroorganisation

Bildnachweis: Elnur / stock.adobe.com

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