Businesstipps Marketing

Werbung in eigener Sache – Wie Unternehmen im besten Licht erscheinen

Lesezeit: 4 Minuten In Zeiten allgegenwärtigen starken Konkurrenz-Drucks wie auch eines sich zunehmend verschärfenden Fachkräftemangels ist gerade für Unternehmen mit hohem Fachkräftebedarf die Bildung von imagefördernden Maßnahmen mehr denn je Gebot der Stunde. Die Problemstellung, von gutausgebildeten Fachkräften als Standort besonders nachgefragt zu werden, hat ein Marketing-Instrumentarium auf den Plan gerufen, in dessen Mittelpunkt der attraktive Arbeitgeber steht.

4 min Lesezeit
Werbung in eigener Sache – Wie Unternehmen im besten Licht erscheinen

Werbung in eigener Sache – Wie Unternehmen im besten Licht erscheinen

Lesezeit: 4 Minuten

Eine positive Arbeitgebermarke

Fachkräfte mit hoher Expertise profitieren in hohem Maße von einer gesteigerten Nachfrage, in deren Rahmen sich Betriebe einiges einfallen lassen (müssen), um Fachleute wie Sie durch geschicktes Eigenmarketing auf sich aufmerksam zu machen. Im Zuge populärer Markenbildung-Tools eines starken Employer-Brandings versuchen Arbeitgeber, sich so attraktiv wie möglich zu platzieren. Entsprechende Marketing-Maßnahmen sollen darüber hinaus auch darauf abzielen, sich wirkungsvoll von den Wettbewerbern auf dem Arbeitsmarkt abzugrenzen.

Mittlerweile hat eine Reihe von Unternehmen angesichts kontinuierlich ansteigender Zahlen offener Stellen und sinkender Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren die Zeichen der Zeit erkannt. Sie haben verstanden, dass nicht mehr ausreicht, sich weiterhin zurückzulehnen und auf entsprechende Bewerbungen von Ihnen zu warten. Soll qualitativ hochwertiges Personal rekrutiert werden, müssen Betriebe ihre Komfortzone verlassen und selbst aktiv werden, um besonders fähige Kandidaten anzuwerben.

Durch Alleinstellungsmerkmale Zeichen setzen

Dazu zählt etwa, durch marketingstrategische Maßnahmen hohen Wiedererkennungswert zu erlangen und dadurch so bekannt zu werden, dass Sie auf den Arbeitgeber aufmerksam werden müssen. Getreu der Devise, dass es fast mehr auf die Verpackung als den eigentlichen Inhalt ankommt, arbeiten Unternehmen nicht nur mit prägnantem optischem Erscheinungsbild, das sich angefangen vom Firmenlogo mit charakteristischer Farbgestaltung wie ein visueller Leitfaden durch alle seine Performances zieht, um Ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Psychologische Studien haben gezeigt, dass konsistente optische Erscheinungsmuster, die sich durch Kuverts, Briefbögen, Visitenkarten, Annoncen, Flyern bis hin zu Internetauftritten ziehen und dem Ganzen buchstäblich ihren Stempel aufdrücken, von Arbeitnehmern mit positiv besetzten Attributen wie „seriös“, „hochwertig“ oder „einzigartig“ assoziiert werden. Gerne werden Sie ja auch auf Berufsorientierungs-Veranstaltungen mit entsprechend prägnanten Streuartikeln und Gratis-Werbegeschenken angelockt: Ein einheitlich gestalteter Werbeauftritt vom Gratis-Feuerzeug mit Firmenlogo und Firmenfarben über Werbeplakate bis hin zu Firmenstempeln im einheitlichen Design verfehlt seine Wirkung auch bei Ihnen sicherlich nicht.

Dabei bewährt sich gerade der an sich eher unscheinbar daherkommende Firmenstempel als idealer Multiplikator der einzigartigen Corporate Identity, um damit besser in Ihrem Gedächtnis haften zu bleiben – für den Fall, dass Sie sich beruflich verändern wollen. So ist im Zuge von Employer-Branding das Hinterlassen von derartigen Zeichen, die Zeichen setzen können eine wertvolle vertrauensstiftende und Aufmerksamkeit erregende Werbemaßnahme in der öffentlichen Wahrnehmung.

Werbung in eigener Sache – Wie Unternehmen im besten Licht erscheinen
Schon kleine Details können dabei helfen, das Firmen-Image abzurunden

Aber auch vor dem Hintergrund, dauerhaft wirtschaftlich wettbewerbsfähig zu bleiben und sich weiterentwickeln zu können, ist das Ziel von Employer-Branding zunehmend von wachsender Bedeutung. Es dient dem Ziel, positives Eigenimage herauszubilden, um eigene Marketing- und Vertriebsstrategien zu optimieren. Aus Ihrer Perspektive als potenzieller Bewerber wiederum ist ein klarer Employer-Brand essentiell, um die eigene Persönlichkeit in der jeweiligen Unternehmenskultur als abgebildet wahrzunehmen und sich entsprechend angekommen zu fühlen – kurz: Sie wollen in Ihrer Einzigartigkeit verstanden und wertgeschätzt werden.

Authentisch und echt – vertrauensbildende Maßnahmen

Um eine wechselseitige Identifikation mit Ihrem künftigen Arbeitgeber und Ihnen als Arbeitnehmer zu erzielen, muss die Außendarstellung wahrhaftig sein, und realen Gegebenheiten entsprechen, um als Basis gegenseitigen Vertrauens geeignet zu sein. Dazu muss das aufzubauende Image für Sie Glaubwürdigkeit ausstrahlen, um Ihre Akzeptanz, Ihr Vertrauen und ihren Wert als geschätztes Humankapital zu gewinnen.

Dies impliziert eine Personalisierung des Rekrutierungsprozesses, indem Sie als Bewerber etwa

  • Gelegenheit erhalten, sich mit aktuellen Mitarbeitern über das ausgebildete Unternehmensklima auszutauschen
  • an einem Meeting unverbindlich als Beobachter teilnehmen dürfen
  • im Rahmen des Vorstellungsgesprächs potentiellen Teammitgliedern vorgestellt werden.

Bei allen Maßnahmen sollte der erkennbare Wille dahinterstehen, dass alles, was nach außen kommuniziert wird, sich auch im Innern wiederfinden lassen muss. Sie als Bewerber müssen einen möglichen Nutzen klar erkennbar, aber auch ehrlich vermittelt bekommen, wenn sie sich dazu entscheiden sollten, sich dem Team anschließen zu sollen, beziehungsweise zu wollen.

Nicht nur das Unternehmen muss seinem künftigen Mitarbeiter einen Nutzen nahelegen, auch die Fachkraft selbst muss sich einen Vorteil vom künftigen Arbeitgeber versprechen können, wenn das Employer-Branding gelingen soll.

Zuhören können

Nicht wenige Arbeitgeber meinen in dem Zusammenhang etwa, wertvolles weil rares Fachpersonal pauschal mit einem Dienstfahrzeug, Sportkursen auf Firmenkosten oder regelmäßigen Betriebsfeierlichkeiten anlocken und ködern zu können. Dabei schießt das angebotene Wohlfühlprogramm oftmals über das eigentliche Ziel hinaus – und an den tatsächlichen Gegebenheiten und Wünschen der Belegschaft vorbei.

Um wirkliches Vertrauen und Loyalität zum eigenen Unternehmen und seiner gelebten Kultur im Rahmen von Corporate Identity-Maßnahmen aufbauen zu können, müssen Betriebe sensibel genug sein und aufmerksam zuhören können. Augen und Ohren offen zu halten ist der Schlüssel, Sie als Bewerber wie Mitarbeiter vom eigenen Unternehmen nicht nur kurzfristig zu begeistern, sondern gleichermaßen langfristig zu überzeugen.

Um zu realisieren, was sich Angestellte wirklich wünschen würden, gehört Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit, auch zwischen den Zeilen lesen zu können.

So können je nach Personal- und Bewerberstruktur Mitarbeiter wie Mitarbeiter in spe statt diverser Feierlichkeiten oder Dienstwagen etwa auf

  • Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • gesundheitserhaltende und fördernde Maßnahmen
  • interessantes Aufgabenspektrum
  • tolerantes, lockeres Arbeitsklima
  • flexible Arbeitszeitmodelle
  • eine Option zum Home Office

mehr Wert legen.

Hier gilt es aus Sicht der Unternehmensleitung, in regelmäßig organisierten personalisierten oder anonymen Mitarbeiter-Befragungen und/oder persönlichen Einzelgesprächen wichtige Anhaltspunkte dafür herauszufiltern, was für die Mehrheit des Mitarbeiterstamms von besonderer Relevanz ist.

Letztlich sollten alle ermittelten Maßnahmen zum Ziel haben, die Arbeitsatmosphäre derart günstig und nachhaltig zu beeinflussen, dass sich die positive Kunde im Freundes- und Bekanntenkreis der Mitarbeiter herumspricht und weitere Kreise ziehen kann. Die Bedeutung derart klassischer „Mund-zu-Mund-Propaganda“ sollte nicht unterschätzt werden, wenn es gilt, nicht nur neue Mitarbeiter zu gewinnen, sondern diese auch langfristig zu binden – ein zentraler Faktor zum Unternehmenserfolg in Zeiten begrenzter Verfügbarkeit guter Talente und hohen Zu- wie Abwanderungstendenzen.

Humankapital als wichtigste unternehmerische Ressource

Dabei sind sich nicht nur Betriebe der zentralen Bedeutung ihres Humankapitals als Schlüssel zum Erfolg in zunehmendem Maße bewusst. Auch qualifizierte Bewerber wie Sie selbst wissen um ihren Marktwerkt und treten entsprechend selbstbewusster auf. Und Sie sind dabei nicht allein: So bewertet mit 31 Prozent fast jeder Dritte seine Chancen aktuell besser denn je, und fast jeder Zweite (45 Prozent) schätzt seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt unverändert gleich gut ein.

Langfristiges Engagement verhilft Arbeitgebern wie Arbeitnehmern in gleichem Maße zu Planungssicherheit und auf Vertrauen basierendem, wohlwollenen Entgegenkommen. Auch können monetäre Ressourcen auf beiden Seiten für anderweitige Zwecke frei werden, da durch langfristige Bindung einerseits sowohl Bewerbungs- und Umzugskosten, anderseits sich teure Recruiting-Maßnahmen in engeren Grenzen halten.

Vor dem Hintergrund stellt neben einer positiven Präsenz in den Medien die Belegschaft selbst das entscheidendste wie effektivste Mittel beim Employer-Branding dar. Sie entscheidet über Unternehmenserfolg und Misserfolg maßgeblich mit, indem sie die vorhandene wie auch fehlende Arbeitgeberqualität eines Unternehmens nach außen zu transportieren und darzustellen vermag.

Bildnachweis:

Abb. 1: Robert Kneschke / Adobe Stock

Abb. 2: S. Engels / Adobe Stock

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):