Stress

Schlaflosigkeit: Stress durch die Angst vor der nächsten Nacht

Schlaflosigkeit: Stress durch die Angst vor der nächsten Nacht
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geschrieben von Jutta Baur

Schlaflosigkeit nimmt eine Menge der Lebensfreude. Besonders wenn negative Gedanken den Stress erhöhen. Am Ende steht die selbsterfüllende Prophezeiung: Schlaflosigkeit führt zu Stress und Stress zu Schlaflosigkeit.

Je mehr Stress man sich mit der Schlaflosigkeit macht, desto hartnäckiger wird sie. Sie schleicht sich in die Gedanken ein und verursacht Angst. Bereits am Abend denkt man mit Grauen an die schlaflose Nacht. Der nächste Tag wird in der Fantasie müde und lang. Diese Sorgen führen unweigerlich zu Stress im Körper. Adrenalin wird ausgeschüttet und man hält sich damit erst recht wach.

Schlaflos durch ungute Gedanken

Es ist also hilfreich sich nicht nur die äußeren Bedingungen, die schlaflos werden lassen, anzusehen, sondern sich auch über die eigenen Befürchtungen klar zu werden. Erst erkennen, dann ersetzen, lautet die Devise, um die schlafhemmenden Überlegungen gegen entspannende, schlaffördernde einzutauschen.

Gedanken, die schlaflos machen (Beispiele)

  • Verallgemeinerung: Jede Nacht das Gleiche. Nie kann ich einschlafen, wenn ich ins Bett gehe. Immer liege ich stundenlang wach.
  • Katastrophisierung: Wenn ich nicht schnell genug einschlafe, werde ich morgen zu müde sein. Wer nicht 8 Stunden schläft, wird über kurz oder lang krank werden. Ich werde meine Arbeit verlieren, wenn ich weiterhin schlaflos bin.
  • Hoffnungslosigkeit: Ich werde nie wieder so gut wie früher schlafen können. Ich kann nichts gegen meine Schlaflosigkeit tun.
  • Hellsehen: Ich weiß genau, dass ich mich ewig schlaflos herumwälzen werde. Wenn ich Glück habe, werde ich auf 2 Stunden Schlaf kommen.
  • Unrealistische Erwartungen: Es ist normal 8 Stunden zu schlafen. Wer tagsüber viel tut, kann auch nachts gut durchschlafen.

Vielleicht haben Sie noch andere Gedanken, die Ihnen während der langen, wachen Stunden nachts durch den Kopf gehen. Darum ist es sicher sinnvoll, wenn Sie Ihre eigene Liste aufschreiben. Sie werden überrascht sein, wie oft diese tückischen Gedanken bei Ihnen auftauchen. Alle diese Beispiele sind für einen guten Schlaf kontraproduktiv.

Natürlich braucht es ein gewisses Maß an Übung und auch Zeit, um diese Vorstellungen durch neue, positive zu ersetzen. Zudem müssen diese Denkweisen genau zu Ihnen passen. Seien Sie deshalb geduldig mit sich.

Beispiele für Überlegungen, die gegen Schlaflosigkeit wirken

  • Keine Verallgemeinerung: Jede Nacht ist anders. In manchen schläft man besser, in anderen schlechter.
  • Keine Katastrophisierung: Auch wenn ich wenig schlafe heute Nacht, ruhe ich mich aus und entspanne. Jeder Mensch hat ein unterschiedliches Schlafbedürfnis. 8 Stunden sind nicht für jeden nötig.
  • Keine Hoffnungslosigkeit: Schlaflosigkeit kann man behandeln. Ich bin auf einem guten Weg, wieder besser schlafen zu können.
  • Kein Hellsehen: Ich weiß nicht, was heute Nacht passieren wird. Es kann sein, dass ich schnell einschlafe oder auch nicht. Es ist alles möglich.
  • Keine unrealistischen Erwartungen: Es gibt viele Leute, die schlecht schlafen. 8 Stunden sind kein Muss. Es gibt Zeiten im Leben, da kommt man mit weniger Schlaf aus.

Zusätzliche Hilfen gegen Schlaflosigkeit

Die Arbeit an der inneren Einstellung geht nicht von heute auf morgen. Genau, wie ein Denkmuster eine Weile braucht, um zu entstehen, erfordert es auch eine Spanne, um zu verschwinden. Damit Sie es sich selbst ein wenig leichter machen, können Sie noch einige zusätzliche Tricks anwenden:

  • Drehen Sie Ihre Uhr so, dass Sie nicht drauf schauen können. Zu wissen, wie lange Sie schon wach liegen, ist völlig gleichgültig. Es hilft Ihnen kein bisschen weiter. Stattdessen verursacht es Stress, der Sie schlaflos hält.
  • Schonen Sie sich tagsüber nicht. Versuchen Sie ganz normal Ihren Alltag zu bewältigen. Sollten Sie wegen Ihres Schlafdefizits ein Nickerchen machen wollen, verzichten Sie darauf. Schon ein paar Minuten Schlaf am Tag können das abendliche Schlafbedürfnis herabsetzen. Damit geraten Sie tiefer in den Teufelskreis von Schlaflosigkeit.
  • Lassen Sie den Abend ruhig ausklingen. Eine Phase zwischen Aktivität und Schlaf bei gedämpftem Licht fördert die Bildung von Melatonin, einem Hormon, das den Tag und Nachtrhythmus des Menschen steuert.

Extra-Tipp zur Schlaflosigkeit am Schluss

Wenn Sie abermals nicht einschlafen können, zählen Sie keine Schäfchen. Denken Sie viel mehr an ein Ereignis oder einen Ort, bei dem Sie sich so richtig wohl gefühlt haben. Erinnern Sie sich intensiv daran. Versuchen Sie alle Eindrücke erneut zu spüren, zu erleben. Damit fahren Sie Ihren Stress herunter und stimmen sich positiv. Oft ist das schon der richtige Einstieg für erholsamen Schlaf.

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