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Prokrastination: Stress durch Aufschieberitis

Prokrastination: Stress durch Aufschieberitis
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geschrieben von Jutta Baur

Aufschieberitis kennt jeder. Auch der Stress, der entsteht, weil man wieder einmal bis zur letzten Minute gewartet hat, ist vielen vertraut. Doch obwohl Prokrastination ein übliches, geradezu menschliches Verhalten ist, kann man etwas dagegen tun und dem Stress entgehen.

Was ist Aufschieberitis?

Häufig setzen Menschen die Begriffe „Aufschieberitis“ und „Prokrastination“ mit Faulheit oder Trägheit gleich. Dabei handelt es sich jedoch um das Gegenteil. Jemand mit Aufschieberitis erledigt alles Mögliche. Er hält sich in Beschäftigung mit dem einzigen Ziel, die ungeliebte Aufgabe nicht in Angriff zu nehmen.

Er entscheidet sich also gegen das notwendig Wichtige und bevorzugt weniger bedeutende Angelegenheiten. Als Konsequenz gerät eine Person mit Aufschieberitis in so großen Druck, dass schließlich Stress folgt.

Wo tendiert man zu Aufschieberitis?

Neigt man zu Aufschieberitis, betrifft das natürlich nicht alle Teile des Lebens gleichermaßen. Jemand, der sich permanent Stress bereitet, weil er mit der Steuererklärung in Verzug kommt, kann völlig problemlos Termine im Beruf einhalten. Jeder hat seine ganz speziellen Gebiete, auf denen er immer wieder Dinge hinauszögert. Das können offensichtliche Bereiche sein. Einen Anruf erledigen oder einen überfälligen Brief schreiben sind recht typische Felder, um sich Stress durch Aufschieberitis einzuhandeln.

Prokrastination funktioniert aber auch subtiler. Der Besuch beim Zahnarzt, für den nie Zeit ist oder der Beginn einer Diät, die gerade jetzt nicht passt – überall da, wo es um ein Ziel geht, kann die Quelle von Aufschieberitis und damit auch von Stress liegen.

Wie kann man die eigene Aufschieberitis erkennen?

Um leichter abzuschätzen, wo man sich selbst üblicherweise dem Stress der Prokrastination aussetzt, ist es sinnvoll, sich der Aufschieberitis im Alltag bewusst zu werden. Dazu eignet sich ein einfacher Zettel oder ein Kalender. Immer dann, wenn man bemerkt, dass man wichtige Aufgaben durch weniger wichtige ersetzt, kann man dies notieren. Damit erhält man relativ schnell eine Übersicht über die Gebiete, in denen man bevorzugt der eigenen Aufschieberitis nachgibt und in Stress gerät. Wichtig ist, dass wirklich alle Bereiche eingeschlossen werden.

  • Prokrastination bei der Arbeit
    Einhaltung von Terminen, Erledigung von Telefonanrufen, Abarbeiten von Papierkram
  • Prokrastination im Haushalt
    Spülen, Aufräumen, Fenster putzen
  • Prokrastination bei sozialen Kontakten
    Glückwunschkarten schreiben, Verabredungen treffen, Einladungen erwidern
  • Prokrastination bei Finanzen
    Steuererklärung, Rechnungen bezahlen
  • Prokrastination bei Belangen der Gesundheit
    Besuch beim Zahnarzt, Sport treiben, gesund ernähren
  • Prokrastination bei Hobbys und Interessen
    Gartenarbeit, einen VHS-Kurs besuchen, ein Buch lesen

Im nächsten Kapitel lesen Sie, wie man vor sich selbst die Aufschieberitis rechtfertigt und sich damit unweigerlich in den Stress manövriert.

Bildnachweis: Vadym / stock.adobe.com

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