Stress

Pausen: 4. Wie Sie sich von Stress distanzieren

Pausen: 4. Wie Sie sich von Stress distanzieren
geschrieben von Michael Hübler

In den letzten beiden Teilen meiner 5-teiligen Serie zum Thema Pausen gehe ich abschließend auf die verschiedenen Möglichkeiten ein, Pausen zu nutzen und somit Stress abzubauen und gleichzeitig nach den Pausen wieder produktiver und kreativer zu sein.

Distanzieren Sie sich vom Stress des Tages mit aktiven Pausen

Der Psychologe Ernest L. Rossi sammelte in Bezug zu den Erkenntnissen von Milton Erickson (dem Gründer der Hypnotherapie) folgende Merkmale, ein Bedürfnis nach Pausen zu erkennen:

  • ein abwesender, leerer Blick
  • Gähnen, Seufzen, tieferes Atmen
  • eine Verlangsamung der Reflexe, Schwerfälligkeit, Müdigkeit, Tagträumen
  • das Bedürfnis sich zu recken und zu bewegen
  • eine tiefere Stimmlage
  • ein leerer Gesichtsausdruck
  • abwesendes Kritzeln
  • ein vorübergehender Verlust des Gehörs oder die Schwierigkeit scharf zu sehen, um die Außenwelt abzuschalten
  • ein abwesendes Spiel mit den Händen
  • Magenknurren, Hunger, Durst
  • Trödelei, Konzentrationsschwierigkeiten, Flüchtigkeitsfehler
  • Leistungsabfall

Sobald diese Merkmal auftauchen, sollten Sie darauf hören, was Ihnen Ihr Körper damit sagen möchte. In der Neurobiologie gibt es dazu das System der Homöodynamik. Dieses System zeigt uns intuitiv an, d. h. mit Hilfe somatischer Marker, dass unser inneres System (bestehend u. a. aus unserem Immunsystem, unbewussten Motiven, Emotionen und Gefühlen) aus dem Gleichgewicht geraten ist. Der Körper drängt danach, dieses System wieder herzustellen.

In vielen von uns taucht jedoch das gute alte schlechte Gewissen auf, wenn wir eine Pause machen wollen: „Dürfen wir das überhaupt? Was werden die Kollegen – was wird unser Vorgesetzter sagen?“ Wir denken dann an all die unerledigten Aufgaben vor uns. All dies repräsentiert unsere Außenwelt.

Daher ist es wichtig, zuerst einmal einen geistigen Abstand zu gewinnen und sich stärker auf die eigene Innenwelt zu beziehen. Rossi nennt diese Phase den „Zugang zu sich selbst finden“ bzw. „einen Dialog herstellen zu unserer Seele-Körper-Einheit“. Erleichtert wird dies u. a. durch Bewegung, Meditation oder Freiraumübungen.

Dadurch gewinnen Sie einen inneren Abstand von äußeren Umständen, um die gefühlte Kontrolle über uns wieder zu gewinnen. Durch mehr Kontrolle gewinnen Sie wieder mehr Freiheit und Kreativität für Ihre Aufgaben. Hilfreich sind hierbei u. a. Focusing-Übungen zur besseren Wahrnehmung der Signale Ihres Körpers:

Focusing-Freiraum-Übung (5 -10 Minuten) zur Nutzung von Pausen

Schließen Sie die Augen, atmen einige Male tief durch und sagen zu sich: „Mir geht es großartig! Ich habe keinerlei Probleme! Es gibt kein Thema, mit dem ich mich beschäftigen möchte.“

Warten Sie ab, was Ihr Körper dazu sagt. Wenn er rebelliert, achten Sie darauf, welches Thema er Ihnen präsentiert.

Nehmen Sie dieses Thema wohlwollend und akzeptierend an und verpacken es in einer Kiste. Beschriften Sie diese und stellen sie in ein Regal. Wenn es Ihnen schwerfällt, sich dies vorzustellen, können Sie das Thema auch auf ein leeres Blatt Papier schreiben und einen Kasten darum zeichnen.

Wenn dieses Problem gelöst wäre, was würde danach für ein Thema kommen (je nach Bedarf solange, bis keine Themen mehr auftauchen).

Ihre Probleme sind nicht gelöst, aber den Problemen wurde klar, dass sie gehört und akzeptiert werden. Sie sind noch da, aber sauber geordnet, sodass Sie sich Ihnen nach und nach widmen können. Wie fühlen Sie sich jetzt?

Sie haben nun zwei Möglichkeiten:

  1. Genießen Sie den Zustand der Distanz von Ihren Themen und Aufgaben.
  2. Sie können sich nach einer Weile der Ruhe ein spezielles Thema zur weiteren Bearbeitung vornehmen. Der Vorteil dabei: Die anderen Themen sind vorerst versorgt, sodass Sie sich konzentriert Ihrer dringendsten Aufgabe widmen können.

Bildnachweis: contrastwerkstatt / stock.adobe.com

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Michael Hübler