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Hypochondrie behandeln: Wenn die Angst um die Gesundheit zum Stress wird

Hypochondrie behandeln: Wenn die Angst um die Gesundheit zum Stress wird
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geschrieben von Jutta Baur

Haben Sie bei Magendrücken auch Angst, dass ein Tumor dahinter steckt? Kennen Sie die Sorge um einen Leberfleck, den Sie jeden Tag genau beobachten? Nimmt Ihnen der Stress vor einer möglichen Krankheit regelrecht die Freude am Leben? Dann gehören Sie zu der Million Deutschen, die an einer Hypochondrie leiden. Wir stellen Ihnen Therapieansätze vor, mit denen Sie Ihre Hypochondrie behandeln können.

Der ständige Stress um die Gesundheit lässt die Lebensfreude schwinden

Die gute Nachricht zuerst: Hypochonder haben eine nachweisbar deutlich höhere Lebenserwartung als andere Menschen. Sie achten mehr auf Ihren Körper und leben gesünder. Die schlechte Nachricht ist die, dass hypochondrischen Menschen der Spaß am Leben oft abhanden kommt.

Es ist ja nicht nur die dauernde Angst vor Krankheiten, die den Betroffenen zu schaffen macht. In den allermeisten Fällen erkennen die Patienten das Irrationale ihrer Befürchtungen. Sicher geht es Ihnen genauso. Angehörige rennen offene Türen ein, wenn sie Ihnen sagen, dass Sie sich keine Sorgen machen müssen. Sie wissen das und es hilft dennoch nicht.

Als hypochondrischer Mensch quälen Sie sich mit Dauerstress. Alle Ihre Antennen sind stets auf Empfang gerichtet, um kleinste Auffälligkeiten wahrzunehmen. Das ermüdet die Seele. Darum sollten Sie sich nicht scheuen und Hilfe suchen. Eine Hypochondrie ist nichts, dessen man sich schämen muss.

Verschiedene Therapien haben sich bewährt

In Untersuchungsreihen, wie auch in der Praxis gibt es inzwischen drei Ansätze, die gute Ergebnisse zeigen. Medikamentös können sogenannte Serotoninwiederaufnahmehemmer helfen. Das sind keine Beruhigungsmittel und sie machen auch nicht süchtig. Für viele Menschen mit einer Krankheitsangst sind allerdings Tabletten nicht geeignet. Die Furcht vor Nebenwirkungen ist häufig zu groß.

Beim verhaltenstherapeutischen Behandlungsmuster lernt der Patient, sich seinen Ängsten mehr und mehr zu stellen. So wird er beispielsweise zusammen mit seinem Therapeuten ein Krankenhaus besuchen. Da sich der Stresspegel nur eine bestimmte Zeit aufrecht erhalten kann, tritt nach einer Weile eine Entspannung ein. Dies muss natürlich mit dem Therapeuten gut auf den jeweiligen Fall abgestimmt sein. Diese Methode stammt aus der klassischen Angsttherapie und zeigt hervorragende Erfolge.

Bei einer anderen Variante wird versucht, den negativen Erwartungen entgegen zu steuern. Man untersucht, warum es für den Patienten notwendig ist, stets die Kontrolle über seinen Körper zu behalten. Außerdem stärkt man das Vertrauen in körperliche Vorgänge.

Entspannung unterstützt

Alle Entspannungsmaßnahmen unterstützen beim Bewältigen einer Hypochondrie. Sie senken den Status an Stresshormonen. Der Körper hat damit die Chance „runterzufahren“. Von einem niedrigeren Stresslevel aus, lässt sich einfacher ein kühler Kopf bewahren. Als zusätzliche Hilfe ist zum Beispiel Progressive Muskelentspannung wunderbar geeignet.

Bildnachweis: New Africa / stock.adobe.com

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