Stress: Das sind typische Anzeichen für Überforderung

Jeder fühlt sich irgendwann einmal überfordert – ohne dadurch jedoch beeinträchtigt zu werden. Wenn Sie jedoch ernsthafte Anzeichen für Überforderung bei sich erkennen, gilt es zu handeln. Je früher Sie Anzeichen für Überforderung erkennen, desto früher können Sie gegensteuern. Nutzen Sie die folgende Liste für sich: Überlegen Sie, ob Sie solche Anzeichen für Überforderung bei sich erkennen. Wenn ja, ist es Zeit zu handeln.

Anzeichen für Überforderung

  • verminderte Genussfähigkeit und Interessensverlust
  • zunehmender Zeitbedarf für die Erledigung von Routineaufgaben
  • zunehmende Schwierigkeiten zu entscheiden, auch bei einfachen Dingen
  • körperliches Unbehagen, zunehmende Ermüdbarkeit und Angespanntheit, Vergesslichkeit, auch Schlafstörungen, negative Veränderungen im Essverhalten
  • Häufung "dummer" Fehler, zunehmendes Vertagen unerledigter Aufgaben
  • Sinnverlust bzw. die Unfähigkeit zwischen alltäglichem Handeln und Lebenszielen einen Zusammenhang herzustellen

Überforderung trübt die Wahrnehmung
Bedenken Sie auch. Gerade, wenn wir uns überfordert fühlen, fällt es uns oft schwer, die Anzeichen für Überforderung wahrzunehmen. Versuchen Sie, mit Ihrem Partner oder einem nahen Freund oder einer Freundin über Ihre Gefühle zu sprechen. Und versuchen Sie auch, die Wahrnehmung solcher Ihnen nahestehenden Personen einzubeziehen.

Überfordert? So können Sie gegensteuern
Selbst wenn Sie scheinbar schon bis zum Hals im Chaos stecken, sind Sie nicht hilflos: Im Kasten unten sehen Sie, wie Sie wieder zu Ihrem Leitthema und zu sich finden können.
Halten Sie sich an die Schritte: von 1. zum 2. zum 3. zum 4. und eventuell zum 5. Schritt. Besonders zwischen dem 1. und 2. Schritt fällt das Dranbleiben offenbar vielen Menschen schwer: Die Pausen, die sie sich sonst selten oder nie gönnen, geben kurzfristig Kraft und verleiten leicht dazu, weiterzumachen wie bisher. Machen Sie es anders, machen Sie den 2. und die folgenden Schritte, damit Sie Ihr Leitthema finden und sich danach von der Überforderung befreien.

Kurzum: Wenn Sie sich überfordert fühlen, schaffen Sie als Erstes einen wirksamen Schutz gegen weiteren Kräfteverschleiß. Tanken Sie auf und konzentrieren Sie sich dann auf ein einziges Thema.

So befreien Sie sich Schritt für Schritt von der Überforderung

  1. Steigen Sie aus dem Hamsterrad Ihrer täglichen Routine aus. Machen Sie eine Pause. Vielleicht genügt ein freier Tag oder ein Wochenende, vielleicht brauchen Sie Urlaub. Nehmen Sie zum Beispiel eine heiße Dusche, machen Sie einen Spaziergang, gönnen Sie sich ein Wellness-Wochenende. Wichtig: Verschieben Sie diese Pause nun nicht mehr!
  2. Fragen Sie sich: Was ist im Augenblick mein Hauptthema? Das kann eine konkrete Aufgabe sein, eine spezifische Lebenssituation oder auch ein Grundgefühl wie beispielsweise Angst, Einsamkeit oder Sinnleere.
  3. Legen Sie sich mit einem Blick auf Ihr Hauptthema eine Liste von maximal 5 Aktivitäten an.
  4. Tun Sie’s! Gegebenenfalls wiederholen Sie Entspannung und zielgerichtete Aktivität im Wechsel so lange, bis Sie merken, dass Sie ein Stück weitergekommen sind.
  5. Falls Sie Ihr "Thema" nicht allein finden können oder bei Punkt 3 oder 4 scheitern, suchen Sie sich Unterstützung. Ein Freund oder der Partner kann hilfreich sein, besser ist an dieser Stelle der Überforderung aber professioneller Rat durch einen Psychologen bzw. einen Psychotherapeuten.
Veröffentlicht am 26. Dezember 2006
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