Welche Beruhigungsmittel helfen bei Stress?

Wenn Stress so übermächtig wird, dass man mit normalen Strategien nicht weiter kommt, hofft man auf Hilfe durch Medikamente. Beruhigungsmittel gehören darum zu den am häufigsten verschriebenen Psychopharmaka. Doch auch alternative Mittel erfreuen sich großer Beliebtheit.

Beruhigungsmittel bei Stress: Ursachen beheben statt Symptomkosmetik
Grundsätzlich wirken alle Arten von Beruhigungsmittel auf die Symptome von Stress ein. Eine dauerhafte Verbesserung der gesamten Befindlichkeit wird es nur mit der richtigen Bewältigung von Stress geben. Dennoch können es besondere Umstände nötig machen, den Teufelskreis von Stress, Symptomen und wieder Stress durch Beruhigungsmittel zu unterbrechen.

Dazu gehören traumatische Erlebnisse oder außergewöhnliche Belastungssituationen. Selbst eine milde Abschirmung von Stress kann helfen, die Selbstheilungskräfte zu stärken und damit den Weg für ein sinnvolles Stressmanagement zu bereiten.

Beruhigungsmittel bei Stress: Chemie contra Alternativmedizin
So sinnvoll für manche Situationen chemische Beruhigungsmittel sein mögen, so kontrovers wird ihr Einsatz diskutiert. Besonders, wenn es sich um chemische Substanzen wie Benzodiazepine (z. B. Valium) handelt. Das Suchtpotential, das diese Beruhigungsmittel haben, darf auf keinen Fall vernachlässigt werden. Der allzu sorglose Gebrauch dieser Medikamente würde am Ende zu mehr Stress führen als ihn zu verringern. Eine Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Beruhigungsmitteln erfordert einen ähnlichen Entzug wie der von Betäubungsmitteln.

Doch auch hier gilt: In speziellen Lebenslagen ist es notwendig, durch ein gewisses Maß an Beruhigung, die Voraussetzung für die sinnvolle Bewältigung von Stress zu schaffen. Die Dosierung der Beruhigungsmittel sollte daher so niedrig wie möglich und die Gabe so kurz wie nötig sein.  

Alternative Beruhigungsmittel wirken in der Regel sanfter. Bei mäßigem oder länger andauerndem Stress sind sie eine überlegenswerte Option, ohne dass man jedoch das Grundübel von Stress außer Acht lassen sollte. Auch pflanzliche Beruhigungsmittel sind nicht frei von Nebenwirkungen. Dessen sollte man sich immer bewusst sein.

Beruhigungsmittel bei Stress: Was gibt es?
Die am stärksten wirksamen Beruhigungsmittel sind die so genannten Tranquilizer. Sie sind – zu Recht – verschreibungspflichtig und dürfen daher nur mit ärztlicher Begleitung eingenommen werden. 

Pflanzliche Beruhigungsmittel
Diese Mittel gegen Stress gibt es industriell standardisiert oft als Tabletten oder Kapseln. Da viele Wirkstoffe wasserlöslich sind, kann man pflanzliche Beruhigungsmittel häufig als Tee verwenden. Als ätherische Öle sind sie vielfach über die Haut wirksam. Damit lassen sie sich hervorragend als Badezusätze verwenden.
Traditionell als pflanzliches Beruhigungsmittel nutzt man Baldrian, Melisse, Lavendel, Hopfen und bei depressiven Phasen auch Johanniskraut.

Homöopathische Beruhigungsmittel
In der klassischen Homöopathie gehört zur Medikation ein eingehendes Diagnosegespräch, um das richtige Mittel heraus zu finden. Da der Stress bei jedem verschieden wirkt, passt nicht jede Substanz gleichermaßen. Homöopathische Beruhigungsmittel gibt es als Tropfen oder Globuli.
Gebräuchlich ist allgemein:
Acidum phosporicum, Kalium phosphoricum, Arnica und Argentum nitricum. 

Bachblüten gegen Stress
Bachblüten bekommt man meist als Essenz, die in kohlensäurefreiem Wasser eingenommen werden. Kombinationen der einzelnen Bachblüten untereinander sind möglich und üblich.
Gegen Stress werden folgende Präparate eingesetzt:
Elm (Ulme), Impantiens, Larch (Lärche), Olive, Esskastanie, Oak (Eiche).

Zusätzlich gibt es bei Bachblüten die so genannten Rescue Tropfen, die in allen seelischen Notlagen, also auch bei Stress, Verwendung finden.  

Sobald Sie sich stark genug fühlen, sollten Sie die Ursache an der Wurzel packen und sich mit Ihrem Stress auseinander setzen. Beruhigungsmittel jedweder Art sind immer nur Krücken, die in schlimmen Zeiten weiterhelfen. Eine Lösung sind sie nicht.

Veröffentlicht am 18. Februar 2011