Lebensberatung

So verhalten Sie sich richtig, wenn der Kollege nach Schweiß riecht

So verhalten Sie sich richtig, wenn der Kollege nach Schweiß riecht
geschrieben von Wilfried Bauer

Viele Menschen kennen das: ein Kollege riecht nach Schweiß. Wenn der Kollege in einem Büro sitzt, dann riecht nach einiger Zeit der ganze Raum nach diesem unangenehmen Geruch. Wenn es die Sekretärin unseres Chefs ist, dann trauen wir uns nichts zu sagen. Wir wollen einfach so schnell wie möglich diesen Ort verlassen. Wie können Sie angemessen reagieren?

Einem Menschen zu sagen, dass er unangenehm riecht, ist eine sehr sensible Angelegenheit. Das ist auch der Grund, warum wir Menschen uns nicht trauen, dies unseren Mitmenschen zu sagen. Wir befürchten, sie damit zu beleidigen.

Riecht ein Mensch immer nach Schweiß oder nur aktuell?

Hier muss nur unterschieden werden, ob ein Mensch nur einmalig unangenehm riecht oder ob er andauernd nach Schweiß riecht. Was das Umfeld in der Regel nicht weiß ist, dass die Betroffenen das selbst nicht riechen. Denn wenn sie es selbst merken würden, dann würden sie es selbst abstellen. Wer boykottiert bewusst sein Umfeld mit unangenehmen Körperdüften?

Hier ist einfach Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen gefragt. Im folgendem will ich eine von mehreren Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie mit solchen Kollegen/Kolleginnen umgehen können, ohne dass Sie dann der „Buhmann“ sind.

So könnten Sie einen unangenehm riechenden Menschen ansprechen

Selbst hatte ich einen Patienten, der einen unangenehmen Körpergeruch verbreitete. Nach der dritten Konsultation bei mir begann ich das Gespräch so:

„Herr X, gleich werde ich Ihnen etwas sagen, das Sie persönlich nicht als angenehm empfinden werden. Vielleicht sage ich Ihnen etwas, was andere Menschen bisher noch nicht zu Ihnen gesagt haben, weil diese sich nicht trauten. Würden Sie das zu mir sagen, was ich gleich zu Ihnen sage, dann wäre ich im ersten Moment vielleicht beleidigt.

Das, was ich Ihnen sage, können Sie auf zweierlei Art und Weise interpretieren: Erstens, Sie können das so auslegen, dass ich Ihnen Schaden zufügen will und ich Sie „niedermachen“ möchte. Zweitens können Sie das so auslegen, dass ich Ihnen helfen will, damit ihre Umgebung Sie mehr als bisher akzeptiert. Auf jeden Fall sage ich Ihnen jetzt etwas, auch wenn Sie das als unangenehm empfinden mögen, und denken Sie dabei daran: Ich will Ihnen helfen.“

Mit dieser Einleitung habe ich einen Spannungsbogen aufgebaut, der den Sinn hat, die ganze Aufmerksamkeit des Menschen auf meine Worte zu richten.

„Mir ist aufgefallen, dass Sie in allen drei Konsultationen übermäßig nach Schweiß gerochen haben. Sie selbst werden das nicht merken, weil die Betroffenen ein anderes individuelles Geruchsempfinden haben. Auch ich schwitze sehr, sehr schnell und auch ich hatte das Glück, dass mich in meinem Umfeld jemand darauf hingewiesen hat.

Für den ersten Moment war ich fast beleidigt. Nach einer kritischen Denkpause war ich sehr dankbar und ich habe die Möglichkeiten gefunden, dies weitestgehend abzustellen. Heute frage ich manchmal Freunde, ob ich unangenehm rieche, weil es mir selbst nicht auffällt.

Auch Sie haben die Möglichkeit, etwas dagegen zu tun. Wenn Sie möchten, dann können wir gemeinsam nach guten Möglichkeiten suchen. Einige Tipps, die persönlich geholfen haben, gebe ich sehr gerne an Sie weiter.“

Bildnachweis: StockPhotoPro / stock.adobe.com

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Wilfried Bauer