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Burn-Out-Prophylaxe: Kohärentes Bewusstsein

Lesezeit: 2 Minuten Unser Gehirn besitzt Fähigkeiten, die wir mit unserem normalen Alltagsbewusstsein überhaupt nicht nutzen, obwohl wir es für schwierige Problemlösungen im Leben dringend notwendig hätten. Ein kohärentes Bewusstsein ermöglicht es uns, alle Intelligenzen zu nutzen, die Menschen zur Verfügung stehen.

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Burn-Out-Prophylaxe: Kohärentes Bewusstsein

Burn-Out-Prophylaxe: Kohärentes Bewusstsein

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Kohärentes Bewusstsein: Die Ausgangssituation

Die meisten Probleme im Leben eines Menschen aber auch eines Unternehmens entstehen wegen der Unfähigkeit, die komplexen Zusammenhänge zwischen einzelnen Teilen eines größeren Ganzen zu erkennen und zu verstehen. Dies gilt sowohl für persönlich wichtige Entscheidungen wie auch für berufliche Fachtätigkeiten oder die Zusammenarbeit in Teams.

Eine unvollständige Art zu denken erzeugt in der Folge immer Inkohärenz, also ein Ungleichgewicht oder eine Nichtbeachtung wesentlicher Einflussfaktoren auf eine Entscheidung bzw. einen Sachverhalt und deren Beziehungen untereinander. Langfristig zerstört inkohärentes Denken sowohl biologische wie soziale Systeme aber auch persönliche Absichten weil es Chaos erzeugt, in dem erfolgreiches Handeln immer schwieriger wird.

Was bedeutet kohärentes Denken?

Kohärentes Denken bedeutet einen Arbeitsmodus im menschlichen Bewusstsein herzustellen, in dem all seine Potentiale genutzt werden und gemeinsam bewussten Sinn ergeben. Bewusster Sinn ist das Ergebnis, das aus der Vereinigung somatischer, emotionaler, kognitiver, sozialer und systemischer Intelligenzen.

Kohärentes Denken ist die Fähigkeit, aus all diesen Informationskanälen diejenigen Inhalte auszuwählen, die für nutzvolle Ergebnisse sowie für Lösungen von Herausforderungen oder Problemen am effektivsten sind. Ohne Kohärentes Bewusstsein kann keine Kreativität entstehen.

Kohärentes Bewusstsein ist eine natürliche Fähigkeit des Gehirns

Die Fähigkeit zum kohärenten Denken ist bereits im Gehirn des Menschen angelegt. So werden synchron schwingende Nervenzellen aus ganz verschiedenen Hirnarealen in Bruchteilen von Sekunden zu riesigen Informationsnetzwerken zusammengeschaltet.

In der einfachen Übertragung kann man sich das vorstellen, in die Suchmaschine von Google z. B. „Finanzkrise“ einzugeben. Dieser Begriff erzeugt auf Knopfdruck sofort Kohärenz zu weit über 5 Millionen Einträgen im Internet. Die notwendige Aufgabe der Selektion dieser kohärenten Informationen übernimmt im menschlichen Gehirn die Großhirnrinde, besonders der präfrontale Kortex (Stirn- und Scheitellappen).

Dieses jüngste Areal der Großhirnrinde hat die Aufgabe aus der großen Informationsflut eines kohärenten Netzwerks diejenigen Informationen auszuwählen, die für seine aktuellen und subjektiven Absichten am meisten Sinn ergeben. Vergleichbar würde man jetzt bei Google noch weitere Suchbegriffe, z. B. „Deutschland, Banken, Spareinlagen“ hinzufügen. (Man erhält dann zwar noch immer 50.000 Einträge, aber nur der erste (!) enthält alle Suchkriterien.)

Neueste Ergebnisse der Gehirnforschung

Wie gut der präfrontale Kortex in der Lage ist aus der Flut an Informationen, die wirklich sinnvollen auszuwählen, hängt vom Arbeitsmodus des gesamten Gehirns ab. Neuste Erkenntnisse der Gehirnforschung (siehe Uhlhaas et al. Neuronal synchrony in cortical networks, Frontiers in Integrative Neuroscience, 2009) zeigen, dass ein kohärentes Bewusstsein vor allem durch Gamma-Synchronität entsteht.

Dies bedeutet, dass  Kommunikation zwischen verschiedenen Hirnbereichen, die unterschiedliche Intelligenzen beinhalten, hauptsächlich in diesem Frequenzbereich (30 – 50 Hertz) stattfindet. Parallel führt dies zur Annahme, dass der präfrontale Kortex als Entscheidungszentrale für bewusste Handlungen seine Funktion nur dann effektiv ausführen kann, wenn er mit anderen Hirnarealen in einer synchronen Gamma-Verbindung steht.

Gamma-Synchronität erlebt man als einen Zustand des Bewusstseins, in dem man sowohl sehr wach und hochkonzentriert ist als sich auch in innerer Ruhe und Gelassenheit befindet.

Bei den meisten Menschen arbeitet die Großhirnrinde im Alltag im Betabereich (15 -30 Hertz). Besonders die hohen Betafrequenzen erzeugen im Bewusstsein Stress, innere Unruhe oder gar Angst, wodurch die Qualität der Informationsverarbeitung natürlich erheblich einschränkt wird.

Wie lernt man kohärentes Bewusstsein?

Es bedeutet einen Lernprozess, gezielt ein kohärentes Bewusstsein herzustellen. Traditionsgemäß lehren verschiedene Mediationsrichtungen (Transzendale M., Vipassana M.), wie es gelingt das menschliche Denken und Handeln auf diesen Arbeitsmodus einzustellen. In den letzten beiden Jahrzehnten sind jedoch in der westlichen Welt verschiedene neue Methoden entstanden, mit denen Menschen lernen können, ein „Gamma-Denken“ zu entwickeln und auch im Alltag aufrecht zu erhalten.

Solche neuen Vorgehensweisen ergänzen die traditionellen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Quantenphysik, Neurowissenschaft, Psychologie und Philosophie sowie den langjährigen Erfahrungen von Praktikern. Diese Techniken können zwar kein Training ersetzen, mit entsprechender Neugier und Motivation jedoch sehr viel schneller, teilweise spontan, zu ersten Ergebnissen führen als jahrelange Meditation.

Bildnachweis: joyfotoliakid / stock.adobe.com

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