Schufa-Auskunft: Warum sagt die Bank nein?

Konto gesperrt? Kredit verweigert? Das könnte an einer negativen oder falschen Schufa-Auskunft liegen. Vor einem Kreditgespräch sollten Sie auf jeden Fall eine eigene Schufa-Auskunft einholen.

Mit einem 0190-Werbefax fing alles an. Der dubiose Absender versprach per Faxabruf für 1,86 Euro pro Minute, eine Liste von Banken und Sparkassen, die bei einer Kreditvergabe keine Schufa-Auskunft einholen. Leider nur eine weitere Methode, ahnungslose Verbraucher abzuzocken. An der Schufa-Auskunft geht bei einer Kreditvergabe kein Weg vorbei.
Wie das System der Schufa funktioniert
Es ist immer das gleiche Prinzip. Egal, ob Sie ein Konto eröffnen oder einen Kredit für eine geplante Existenzgründung aufnehmen – zuerst müssen Sie die so genannte Schufa-Klausel unterschreiben. Diese Klausel berechtigt Ihre Bank dazu, Auskünfte bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) mit Hauptsitz in Wiesbaden einzuholen.
Die Hessen speichern unter anderem Angaben über Kontoeröffnungen, Bürgschaften und Kontomißbrauch. Es gibt aber auch Daten, die von der Schufa nicht gespeichert werden dürfen, beispielsweise Angaben über Ihren Familienstand, Depotwerte oder die Höhe Ihres monatlichen Einkommens. Insgesamt sind über 55 Millionen Privatpersonen in der Bundesrepublik bei der Schufa erfasst.

Eigene Schufa-Auskunft und Einblick in Ihre Daten
Sollte Ihr Gegenüber beim Bankgespräch die Stirn runzeln, raten wir Ihnen zu einer Selbstauskunft. Überprüfen Sie die über Sie gespeicherten Schufa-Daten. Im Internet geht das unter www.schufa.de oder wenden Sie sich an die zuständige Geschäftsstelle in Ihrer Nähe. Kosten: knapp 8 Euro. 

Zwei Möglichkeiten einer Schufa-Auskunft gibt es, die dabei herauskommen können. Erstens: Die über Sie gespeicherten Daten sind korrekt, egal ob positiv oder negativ. Im positiven Fall steht dem Kredit von seitens der Schufa nichts mehr im Weg. Sollten die Daten negativ sein, werden sie nach einer bestimmten Frist gelöscht. Ein Beispiel: Die Angaben zu Krediten verschwinden drei Jahre nach der letzten Rückzahlung aus den Computern der Schufa.

Falscher Eintrag?
Zweitens: Einträge oder Daten sind fehlerhaft. Dann sofort beschweren. Dies können Sie bei Ihrer Schufa-Geschäftsstelle tun. Einen Beschwerde-Musterbrief finden Sie unter www.verbraucherzentrale-bremen.de, Tel.: (04 21) 16 0777.
Veröffentlicht am 18. Mai 2004
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