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Kredite beantragen – worauf ist zu achten?

Kredite beantragen - worauf ist zu achten?
geschrieben von Burkhard Strack

Wer heute ein Auto oder das Traumhaus finanzieren will, braucht vor allen Dingen eines – Geld. Gerade teure Anschaffungen werden oft über Kredite finanziert. Banken haben laut Bundesbank im Januar 2017 ein Gesamtvolumen von mehr als 8,6 Milliarden Euro an Verbraucher – in Form von Konsumkrediten – ausgereicht.

Werden Wohnungskredit hinzugerechnet, steigt das Volumen noch einmal deutlich. Die Höhe der Darlehen schwankt übrigens von wenigen tausend bis mehrere zehntausend Euro.

Was finanzieren Haushalte mit den Darlehen ihrer Hausbank oder einer Direktbank? Im Mittelpunkt stehen ganz unterschiedliche Finanzierungsgüter. Klassiker sind beispielsweise der Pkw oder Immobilienkäufe. Aber auch Hightech oder Möbel werden gern über Kredite finanziert. Schließlich kann eine hochwertige Küche für den 4-Peronenhaushalt schnell 10.000 Euro oder mehr kosten. Und nicht jede Familie hat diese Summe einfach in der Haushaltskasse zur Hand. Bevor Haushalte das Geld in den Händen halten, sind einige Hürden zu überwinden – wie die Suche nach der Wunschfinanzierung und der Bonitätsprüfung durch Auskunfteien wie die SCHUFA.

Kredite beantragen - worauf ist zu achten?

Abbildung 1: Onlinekredite sind häufig günstiger – auch aufgrund der zahlreichen Vergleichsmöglichkeiten

Hausbank vs. Direktbank – ein Vergleich

In den letzten Jahren hat sich nicht nur das Konsumverhalten der Verbraucher verändert. Immer mehr Menschen nutzen das Internet, um online einzukaufen. Und die Zahl jener Kreditnehmer, die Kredite online vergleichen, steigt ebenfalls. Warum nicht gleich online den passenden Kredit beantragen? In der Vergangenheit sind vermehrt Kreditinstitute am Markt erschienen, denen Verbraucher so nicht über den Weg laufen werden – da kein Filialgeschäft betrieben wird. Diese Direktbanken machen den etablierten Geschäftsbanken zunehmend Konkurrenz, und zwar nicht selten mit guten Konditionen. Die einfache Vergleichsmöglichkeit tut ihr Übriges, um die Konditionen der Direktbanken als Gesamtheit zu verbessern da Kreditnehmer sich bequem für möglichst günstige Darlehen entscheiden können.

Wie ist diese Situation entstanden? Und wo liegen die Unterschiede zwischen beiden? Direktbanken konzentrieren sich in erster Linie auf ihr Kerngeschäft. Und verzichten auf Filialen, die in Bezug auf:

  • Unterhalt
  • Personalkosten
  • Ausstattung

durchaus ein Kostenfaktor sind. Aus Sicht der Verbraucher rechnet sich diese Strategie in Form von – im Vergleich zu Filialbanken – niedrigen Kreditzinsen oder Kontomodellen ohne Kontoführungsgebühr.

Aber: Der Kredit mit Direktbanken hat auch den einen oder anderen Nachteil. Gerade im Zusammenhang mit Serviceaspekten oder dem Kontakt zum Support führt die Filialbank. Kreditnehmer haben hier einen Ansprechpartner vor Ort – und können hier beispielsweise die Kreditunterlagen samt Legitimation einreichen. Für das Darlehen einer Direktbank geht nichts ohne Video- oder PostIdent-Verfahren.

Kredit beantragen – was ist wichtig?

Die Wunschfinanzierung finden ist eine Sache. Am Ende des Tages steht die Frage im Raum, wie der Kredit beantragt – und ob er bewilligt wird. Für den Kreditantrag stellen die Banken heute standardisierte Formulare zur Verfügung. Erfasst werden:

  • Name, Vorname
  • Alter
  • Wohnsitz
  • wirtschaftliche Verhältnisse.

Letztere umfassen verschiedene Angaben. Im Zusammenhang mit niedrigen Kreditsummen begnügen sich Banken teilweise mit einer Angabe über die Einkünfte und zu bestehenden Verbindlichkeiten.

Steigt der Darlehensbetrag, schauen die Kreditgeber nicht selten genauer hin – und wollen mehr wissen. Unterhaltspflichten sind für Banken genauso interessant wie die Kosten der Lebenshaltung. Aufgeschlüsselt nach einzelnen Bereichen finden die Banken auf diese Weise heraus, wie leistungsfähig der Kreditnehmer ist.

Zum Kreditantrag gehört aber auch eine Einwilligung in die Prüfung der Kreditwürdigkeit durch Auskunfteien. Hieran führt in der Regel kein Weg vorbei.

Wichtig: Banken verlassen sich nicht nur auf die eingetragenen Angaben – sondern wollen auch Nachweise sehen. Dazu können beispielsweise Lohnabrechnungen oder die BWA gehören. Wer seinen Antrag zügig bearbeitet wissen will, bereitet die Unterlagen am besten schon im Vorfeld vor.

Wichtige Entscheidungskriterien

Die Entscheidung für oder gegen ein Kreditangebot machen viele Haushalte zuerst am Zinssatz fest. Im Prinzip ist dagegen auch nichts einzuwenden. Aber: Wer sich nur auf die Sollzinsen fokussiert, trifft am Ende immer noch die falsche Entscheidung. Welche Punkte sollten in die Entscheidung einfließen?

  • Sondertilgung: Dieser Aspekt spielt im Zusammenhang mit höheren Darlehenssummen eine Rolle. Konsumanschaffungen – wie ein TV-Gerät für 1.500 Euro – sind hier weniger betroffen, da sich der Ratenzahlungszeitraum oft nur zwischen 12 Monate bis 24 Monate erstreckt. Ein Autokredit oder gar die Baufinanzierung sind eine ganz andere Hausnummer. Hier geht es schnell um mehrere zehntausend Euro. Und wenn fünf Prozent oder 10 Prozent außerhalb des Tilgungsplans getilgt werden, reduzieren sich die Kreditkosten deutlich. Und bei der Sondertilgung können die Unterschiede erheblich sein.
  • Restkreditversicherung: Oft als Restschuldversicherung oder auch Sorglos-Paket bezeichnet, wird hier Sicherheit bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit suggeriert. Mit in den Vertrag eingeschlossen, können sich die Darlehenskosten deutlich erhöhen. Das Problem: Verbraucher fühlen sich oft genötigt – in dem Glauben, die Vergabe des Darlehens beeinflussen zu können – diese Versicherung abzuschließen. Gerade bei kleineren Darlehen lohnt sich der Abschluss jedoch nicht.
  • Tilgungssatzänderung: Dieser Aspekt gewinnt an Bedeutung, je höher die Kreditsumme ist – da sich hiermit meist auch die Tilgungsphase entsprechend lange hinzieht. Kreditnehmer, die im Rahmen der Laufzeit mehrfach den Tilgungssatz verändern können, bleiben flexibel und reagieren auf Veränderung der persönlichen Lebensumstände.
  • Angebotene Kreditarten: Der Ratenkredit prägt die Vorstellung vieler Verbraucher von Darlehen. Am Ende ist er aber nur eine Kreditart. Entsprechend der Rahmenbedingungen haben andere Varianten eventuell mehr Potenzial – wie Tilgungsdarlehen oder endfällige Kredite. Ein Aspekt, den Kreditnehmer in ihre Entscheidung einbeziehen sollten.
  • Bonität und Zinsen: Leider fällt dieser Aspekt schnell unter den Tisch. Aber einige Banken erheben Kreditzinsen unabhängig von der Bonität. Dieser Aspekt kommt beispielsweise Selbständigen zugute, die bei vielen Banken oft mit ungünstigen Konditionen für Finanzierungen abgespeist werden.

Fazit: Wer Kredite richtig abschließt, kann Kosten sparen

Finanzierungen und Bankkredite sind für viele Haushalte inzwischen selbstverständlich. Im Handel oder von Banken angeboten, ist der Kreditantrag eine Hürde, an welcher der Traum vom neuen Auto genauso platzen kann wie der vom Eigenheim. Wer beim Antrag für seine Finanzierung alles richtig macht, kann am Ende nicht nur die Chancen auf die Vergabe erhöhen. Clevere Verbraucher nutzen die Möglichkeiten von Internet und Co., um die Angebot der Filialbanken unter die Lupe zu nehmen und treffen erst dann ihre Entscheidung.

Bildquellen:

Aleksandr Davydov/123rf.com

Abbildung 1: @ geralt (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ WerbeFabrik (CC0-Lizenz) / pixabay.com

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.