Kosten sparen bei der Finanzierung: Kredite in fremder Währung

Der Artikel erläutert, wie Sie mit Finanzierungen in fremder Währung Kosten sparen können. Er macht aber auch deutlich, dass damit erhebliche Risiken verbunden sind. Sie erfahren, worin der Unterschied zwischen dem Versuch Kosten zu sparen und reiner Währungsspekulation liegt.

Warum können Sie überhaupt auf die Idee kommen, sich in fremder Währung zu finanzieren?
Wegen dem zeitweise unterschiedlichen Zinsniveau.

In der Vergangenheit hat es zwischen den frei konvertierbaren Währungen wie Euro einerseits und Yen und Schweizer Franken andererseits Zinsunterschiede bis 4 Prozentpunkte gegeben. Das hat viele Unternehmer veranlasst, Finanzierungen in diesen Währungen vorzunehmen.

Gibt es nicht ein unumstößliches Naturgesetz: Höherer Ertrag (bei der Finanzierung niedrigere Kosten), höheres Risiko?
Ja, das gibt es!

Wer jedoch ein weiteres kaufmännisches Grundgesetz beachtet, nämlich billig einkaufen, geduldig und nicht gierig sein, konnte in der Vergangenheit erhebliche Gewinne erzielen.

Ein Beispiel von mir selbst: Finanzierung in Schweizer Franken begonnen 1997, umgewandelt in Euro 2007, Kursgewinn 10 %, Zinsvorteil über 10 Jahre von durchschnittlich 1,8 % – Punkten.

Hätte ich bis heute gewartet, hätte ich zwar eine ähnliche Zinsersparnis gehabt. Statt einem Kursgewinn von 10 % hätte ich jedoch einen Kursverlust von 7 % verbucht und ein Teil meines Zinsgewinns wäre aufgebraucht gewesen.

Heißt das, wenn eine Währung teuer ist, kann man sie für die Finanzierung verwenden und wenn sie billig ist, muss man sich trennen?
Grundsätzlich ja.

Entscheidend ist jedoch das wirtschaftliche Umfeld und die zu erwartende Entwicklung bei Beginn und während der Laufzeit der Finanzierung. Daher sind Finanzierungen in Fremdwährungen ständig zu beobachten. Werden Währungen nur durch die Spekulation getrieben und nicht durch volkswirtschaftliche Daten, kann es sehr günstige Einstiegs- und Ausstiegspunkte geben.

So ist der Schweizer Franken von 2003 bis 2007 durch die Spekulation so stark gefallen, weil er als Finanzierungswährung für die weltweite Spekulation in Aktien und Rohstoffe verwendet wurde. Als die Preise dafür zu sinken begannen, stieg der unterbewertete Schweizer Franken wieder. Jetzt ist er überbewertet, weil viel Geld aus Angst vor Schuldenorgien in den USA und der Griechenlandkrise in die Schweiz flüchtet.

Welche Währung eignet sich noch?
Z.B. der YEN. Aber der ist in letzter Zeit stark gestiegen. Auch hier war es in erster Linie der der Ausstieg als Finanzierungsquelle im Zuge der Weltwirtschaftskrise.

Warum ist der YEN grundsätzlich interessant?
Weil die Verschuldung der Euroländer ungefähr 80% des BIP beträgt, aber in Japan ungefähr 230%. Das heißt, es bestehen erhebliche wirtschaftliche Ungleichgewichte, die mittelfristig zu Abwertungen führen müssten.

Warum müssten?
Weil Währungen stark manipuliert werden- und sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern können. Dann wäre es, abgesehen vom Restrisiko das immer besteht sinnvoll, Finanzierungen in diesen Währungen vor zu nehmen?

Aus dem Gesichtspunkt der Kostenersparnis – und den vertreten wir -nicht!

Warum?
Weil die Zinsen in den wichtigen Weltwährungen fast alle gleich niedrig sind.

Erst wenn sich der Zinsabstand verändert, die Rahmenbedingungen aber ähnlich sind, ist es aus dem Gesichtspunkt der kaufmännischen Vorsicht sinnvoll. Sonst würde es sich um Spekulation und nicht um den Versuch der Kostenersparnis handeln.

Warum ist die Finanzierung von Immobilien in Fremdwährung besonders interessant?
Weil es in diesen Währungen manchmal unglaublich niedrige langfristige Zinsen gibt, z. B. auf 30 Jahre 2,5%. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Mieten die Bedienung der Finanzierung ermöglichen, sehr groß. Je länger der günstige Zinssatz, desto weniger gefährlich die Wechselkursschwankungen. Vorausgesetzt, Sie haben eine gute Bonität und die Bank wird nicht nervös, wenn die Währung stärker steigt oder stark schwankt.

Gibt es noch weitere Möglichkeiten meine Kosten für Finanzierungen zu reduzieren?
Es gibt noch weitere Gestaltungsmöglichkeiten. Darüber mehr im nächsten Artikel.

Veröffentlicht am 19. Mai 2010