Baukredit – Was tun bei mangelnder Liquidität?

Baukredit – Was tun bei mangelnder Liquidität?

Wenn das Geld nicht mehr für die Bezahlung des Baudarlehens reicht, scheinen die Aussichten alles andere als rosig. Doch die Banken können helfen, größtenteils aus eigenem Interesse. Wie eine aussichtslose Lage bei mangelnder Liquidität gelöst werden kann, lesen Sie hier.

Es wirkt wie ein perfekter Albtraum – das Baudarlehen ist nicht abbezahlt, aber aus verschiedenen Gründen, sei es Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit oder Scheidung, ist kaum Geld mehr da. Bedeutet dies das Ende des Traums vom Eigenheim? Droht in diesem Fall wirklich, wie manche annehmen, eine Zwangsversteigerung?

Durchaus nicht, denn die Banken können aus eigenem Interesse flexibel bei der Tilgung sein. Denn für die Banken ist ein geplatzter Bausparvertrag ein geplatztes Geschäft, es liegt also in ihrem Interesse, dieses Geschäft aufrechtzuerhalten.

Tilgungsherabsetzung ist oft möglich

Beispielsweise ist bei vielen Banken eine Tilgungsaussetzzungszeit von 3 bis 6 Monaten möglich, je nach Darlehenshöhe und Laufzeit. Ferner kann man den Vertrag prüfen, ob eine Möglichkeit der Tilgungsherabsetzung besteht. Das lohnt sich, denn in den meisten Verträgen existiert eine Klausel, die es gestattet, den Tilgungssatz mehrere Male während der Laufzeit zu wechseln.

Sollte eine Tilgungsherabsetzung nicht möglich sein, bieten einige Banken die Option eines Tilgungsdarlehens. Dabei übernimmt die Bank einen Teil der monatlichen Rate. Doch dieser Zuschuss ist insofern problematisch, da auch er Darlehenszinsen kostet.

Restschuldversicherung abschließen

Auch der Abschluss einer Restschuldversicherung ist sinnvoll, diese gilt bei Arbeitsunfähigkeit, Arbeitsverlust oder Tod. Allerdings sind die Leistungen bei Arbeitslosigkeit oftmals eher begrenzt.

Prinzipiell gilt es natürlich, diesen Fall zu vermeiden, denn auch wenn viele Banken Kulanz zeigen, ist dies bei Weitem noch keine Lösung der Situation. Von größter Wichtigkeit vor dem Termin bei der Bank, ist die detaillierte Ausarbeitung eines Plans, mit mehreren Alternativen und Lösungsvorschlägen.

Je früher der Darlehensempfänger bei der Bank erscheint, und je aktiver er bei der Formulierung einer Lösungsstrategie ist, umso mehr ist der Bankangestellte bereit, auf den Kunden einzugehen, und mehrere Lösungsvorschläge zu kombinieren. Dies kann eine Zwangsversteigerung verhindern. Sollten alle Stricke reißen, ist immer noch zum Verkauf auf eigene Initiative zu raten, anstatt die Umständlichkeiten einer Zwangsversteigerung auf sich zu nehmen. [mv]

Veröffentlicht am 12. Januar 2012