Basel III ist nun beschlossene Sache

Als Basel III Regeln werden aktuell jene Vereinbarungen bezeichnet, die dieser Tage vom Baseler Ausschuss der Bankenaufsicht zur Finanzreform beschlossen wurden. Dem Ausschuss gehören Wirtschaftsfachleute und Notenbanker der großen Wirtschaftsnationen an. Lediglich die Unterschrift der jeweiligen Regierungen fehlt noch.

Zwei Jahre ist die große Finanzkrise nun her, und endlich haben die Finanzwächter auf internationaler Ebene einen Weg mit Basel III gefunden, um vielleicht künftige Krisen dieser Art zu verhindern. In erster Linie verpflichtet diese Regel die großen Geldhäuser zu einer Aufstockung ihres Kernkapitals sowie zu einem größeren Kapitalpuffer. 

Schützt Basel III vor weiteren Krisen?
Laut Meinung von Jean-Claude Trichet, dem Vorsitzenden des Baseler Ausschusses, wurde mit der Einigung auf Basel III "eine grundlegende Stärkung des globalen Kapitals" erreicht. Gleichzeitig werden sie zur "langfristigen Stabilisierung der Finanzen und Wachstum" beitragen. Kritisiert wird die Einigung vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), da sie durch ihre "Gleichmacherei" bei den Eigenkapitalvorschriften die gesamte Kreditwirtschaft träfe. Seiner Ansicht nach müssten jene, die die Krise ausgelöst hätten, mit schärferen Regeln bedacht werden, als jene, die "Stabilität" gezeigt hätten.

Macht Basel III mein Geld sicherer?
Fragen Sie sich nun auch, ob Ihr Geld auf der Bank durch das Abkommen Basel III ein Stück sicherer ist? Was Sie auf jeden Fall vor einer Geldanlage beachten sollten:  

  • Wie hoch ist die Einlagensicherung der Bank?
  • Wie transparent sind die Rahmenbedingungen?
  • Fallen noch weitere Gebühren, etwa für die Kontoführung, an?
  • Hält sich das Geldinstitut bereist an das Abkommen oder ist es noch in der Übergangsphase? (Gibt möglicherweise Aufschluss über die Kernkapitalquote der Bank.)

Basel III – Regierungsabstimmungen fehlen noch
Die Verträge von Basel III sind noch nicht ganz in trockenen Tüchern und auch die Regierungshäupter in Europa müssen noch darüber entscheiden, dennoch wird es bereits als das Heilsinstrument beschrieben, das künftige Krisen verhindern soll. Selbst "exzessive Risiken" sollen durch Auflagen "im Zaum" gehalten werden. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht wieder der Steuerzahler sein wird, der dann die Zeche zu zahlen hat.

Veröffentlicht am 18. Februar 2011