Kommunikation

Wahrnehmung als Grundlage der menschlichen Kommunikation

Wahrnehmung als Grundlage der menschlichen Kommunikation
geschrieben von Ursula Becky

Wie kann es immer wieder passieren, dass zwei oder mehrere Menschen vom gleichen Sacherhalt sprechen und doch verschiedene Dinge meinen? Wie können Missverständnisse entstehen, wenn doch eigentlich alles klar sein sollte? Lesen Sie hier, warum der Schlüssel allen Übels die unterschiedliche Wahrnehmung ist und wie Sie Ihren Blickwinkel erweitern. .

Die Wahrnehmung zweier Menschen ist nie gleich

Seien Sie sich bewusst, dass das, was Sie sehen, hören oder über irgendeinem anderen Kanal "mitkriegen" nicht das Gleiche ist, was ihr Gesprächspartner wahrnimmt. Jeder Mensch, der eine Information aufnimmt, tut dies mit der ihm eigenen Verzerrung, Vergrößerung oder Schattierung. Und zwar ohne dass wir uns dagegen wehren können.

Eine Informationsaufnahme ohne persönliche Filter oder "Beimischer" ist unmöglich. Damit ist der Grundstein für Missverständnisse allerdings gelegt, da die ausschnitthafte Wahrnehmung des Einen nicht unbedingt auf den gleichen Ausschnitt der wahrgenommenen Information beim Anderen trifft.

Ein Beispiel: Wenn Sie als Versicherungsberater in einem x-beliebigen Gespräch mit beispielsweise Ihrem Nachbarn nur Ihren Ausschnitt "Kunden und Verkauf"  im Visier haben, der Nachbar Ihnen aber gerade eine persönliche Geschichte über Verlust und menschliche Schwächen erzählt, nehmen Sie das Gespräch auf  einem jeweils anderen Stern wahr. Begegnen werden Sie sich deshalb nie. Und Sie beide werden hinterher nicht das Gefühl haben, sich verstanden zu haben. Sie hatten eine unterschiedliche Wahrnehmung von dem Gespräch.

Den Blickwinkel erweitern

Wahrnehmung ist ein Teil von Kommunikation. Um zu einer gelingenden Kommunikation beizutragen, müssen Sie zum Einen bereit sein, Ihre Wahrnehmung als etwas "Subjektives" einzuschätzen (Sie haben nicht unbedingt immer recht und Sie sehen auch nicht immer alles richtig) und zum Anderen versuchen, Ihren Zoom so einzustellen, um – ähnlich wie bei einer Kamera – mehrere Blickwinkel einzufangen, was gemeinhin als Einfühlungsvermögen bekannt ist.

Sobald Sie einsehen, dass Ihre Sicht der Dinge nur eine von vielen ist (eine Kameraeinstellung von vielen möglichen), wird Ihr Kommunikationsverhalten vielschichtiger werden. Menschen, die mehr sehen und in mehrere Richtungen blicken können, sind weniger anfällig für Missverständnisse, da sie die eigene Wahrnehmung nicht als Richtwert für die Kommunikation nehmen. Zoomen Sie, stellen Sie Weitwinkelaufnahmen her, wechseln Sie die Objektive, so oft Sie können, damit Sie Ähnliches wie Ihre Gesprächspartner sehen und ihn dadurch besser verstehen können.

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Ursula Becky

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