Musterrede zum 50. Geburtstag

Diese Rede eignet sich besonders für Musikliebhaber. Sie kann daher – leicht verändert – auch im Musikverein gehalten werden. Besonders schön wirkt die Rede zum 50. Geburtstag, wenn die Lieder angesungen werden. Der Redner/die Rednerin sollte nicht selbst singen; ein paar Freunde oder Vereinskameraden können dafür eingesetzt werden.

Liebe … (Name des Geburtstagskindes),
liebe Verwandte,
liebe Geburtstagsgäste!
50 Jahre bist du geworden an der Seite deines großen Bruders – ich gebe zu, mal näher, mal weiter entfernt. Heute, zu Deinem 50. Geburtstag, möchte ich ein Loblied auf dich anstimmen – das ist ganz wörtlich gemeint und kommt spät, aber hoffentlich nicht zu spät. Unterstützen wird mich dabei unser Freund … (Name), der meine Rede am Klavier musikalisch untermalt.
Der österreichische Schauspieler Josef Meinrad hat einmal gesagt: “Wenn ein Mann den Geburtstag seiner Frau vergisst, hat er nicht gemerkt, dass sie ein Jahr älter geworden ist.” So charmant sind wir nicht! Zwar merkt man Ihnen Ihr Alter nicht an, aber wir wollen auf Sie anstoßen, deshalb: Herzlichen Glückwunsch!
Zitatautor: Josef Meinrad (1913-96), österreichischer Schauspieler.
“Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis, und jeder Augenblick ein Geschenk.” Das hat die deutsche Sängerin Ina Deter in einem Interview zur ihrem 50. Geburtstag gesagt. Liebe(r) … (Name), ich wünsche dir, dass du das auch so siehst: die Zukunft ein wunderbares Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk. Apropos Geschenk …”
Zitatautor: Ina Deter (*1947), deutsche Liedermacherin (“Neue Männer braucht das Land”)
“Owe war sint verswunden alliu mîniu jâr! ist mir mîn leben getroumet, oder ist ez wâr?” So heißt es in einem mittelalterlichen Gedicht. Ich übersetze: “O weh, wohin ist entschwunden jedes einzelne Jahr! Mein Leben – war es ein Traum nur, oder ist es wahr?” Und ich füge hinzu: “Wenn es ein Traum ist und nicht die Wirklichkeit, dann ist es ein wunderschöner Traum! …”
Zitatautor: Walther von der Vogelweide (um 1170-1230), mittelhochdeutscher Minnesänger
Der österreichische Schauspieler Josef Meinrad hat einmal gesagt: “Wenn ein Mann den Geburtstag seiner Frau vergisst, hat er nicht gemerkt, dass sie ein Jahr älter geworden ist.” So charmant sind wir nicht! Zwar merkt man Ihnen Ihr Alter nicht an, aber wir wollen auf Sie anstoßen, deshalb: Herzlichen Glückwunsch!
Zitatautor: Josef Meinrad (1913-96), österreichischer Schauspieler

“Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis, und jeder Augenblick ein Geschenk.” Das hat die deutsche Sängerin Ina Deter in einem Interview zur ihrem 50. Geburtstag gesagt. Liebe(r) … (Name), ich wünsche dir, dass du das auch so siehst: die Zukunft ein wunderbares Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk. Apropos Geschenk …”
Zitatautor: Ina Deter (*1947), deutsche Liedermacherin (“Neue Männer braucht das Land”)

“Owe war sint verswunden alliu mîniu jâr! ist mir mîn leben getroumet, oder ist ez wâr?”  So heißt es in einem mittelalterlichen Gedicht. Ich übersetze: “O weh, wohin ist entschwunden jedes einzelne Jahr! Mein Leben – war es ein Traum nur, oder ist es wahr?” Und ich füge hinzu: “Wenn es ein Traum ist und nicht die Wirklichkeit, dann ist es ein wunderschöner Traum! …”
Zitatautor: Walther von der Vogelweide (um 1170-1230), mittelhochdeutscher Minnesänger

Liebe Gäste, in der Zeitung habe ich vor ein paar Jahren einen Beitrag über Seamus O’Flanerty gelesen. Er war Ire, und an seinem 102. Geburtstag ist er gefragt worden, ob er ein Geheimrezept für sein hohes Alter habe. O’Flanerty sagte: “Ich habe regelmäßig Steuern gezahlt, regelmäßig Blut gespendet und ebenso regelmäßig all die Leute hinausgeworfen, die mir eine Frau aufschwatzen wollten.” Jetzt ist wohl klar, warum ich nicht so alt werden kann. Ich zahle zwar auch Steuern – und nicht zu knapp. Und ich habe auch schon Blut gespendet. Aber ich habe geheiratet, die beste Frau, die ein Mann sich wünschen kann …
Zitatautor: Seamus O’Flanerty, Irland, an seinem 102. Geburtstag auf die Frage nach dem Grund für sein hohes Alter.
 
Am Tag vor dem fünften Januar, dem Geburtstag Adenauers, betrat sein Privatsekretär das Zimmer. Er traf den Politiker an, wie er mit finsterem Blick im Zimmer auf und ab wanderte, die Hände auf dem Rücken verschränkt. Auf dem Schreibtisch stand eine Flasche Rotwein mit einem Glas, und jedes Mal, wenn Adenauer daran vorbeikam, nahm er einen Schluck. Als er seinen Sekretär sah, ging er auf ihn zu und sagte: “Sie wundern sich, was ich hier treibe? Wundern Sie sich nicht! Wenn ganz Deutschland meinen Geburtstag vergisst und nicht auf meine Gesundheit trinkt, so trinke ich sie mir eben selber zu.” Und er nahm wieder einen Schluck aus seinem Glas. Da erstarrte der Sekretär. “Du lieber Himmel”, sagte er, “die ganze Welt denkt ja daran. Wer sollte auch nicht an den fünften Januar denken. Aber, Herr Bundeskanzler, heute ist erst der vierte.” Adenauer blieb wie angewurzelt stehen, griff nach dem Kalender, überzeugte sich, schüttelte den Kopf und murmelte: “Da habe ich danebengefeiert!”
Zitatautor: Konrad Adenauer (1876-1967), deutscher Politiker (CDU), Bundeskanzler 1949-63

Die Jugend ist meist so allwissend, dass sie alles weiß, bis auf eines: dass auch einmal die Alten allwissend waren.
Zitatautor Ernest Hemingway (1899-1961), US-amerikanischer Erzähler

“Das Geschrei nach der guten alten Zeit ist nur ein Geschrei nach der eigenen Jugend.” Dieser Satz stammt von Robert Lembke – dem Moderator von der Ratesendung “Was bin ich?”. Liebe(r) … (Name), Sie habe ich nie nach der guten alten Zeit schreien hören, und ich habe auch noch nie von Ihnen gehört, dass früher alles besser war. Das zeigt mir, dass Sie jung geblieben sind, dass Sie genau im richtigen Alter sind …
Zitatautor: Robert Lembke (1913-89), deutscher Fernsehmoderator und Journalist,1949-60 Chefredakteur und Fernsehdirektor Bayer. Rundfunk

Du bist, wie wir alle wissen, ein ausgesprochen musikalischer Mensch; das beweist dein Lebenslauf: Zuerst war ich ja sehr einsam als Einzelkind, doch “Dann kamst du”! Jeder, der dich gesehen hat, sang begeistert: “Das gibt’s nur einmal, das kommt nicht wieder.” Du bist zu einem prächtigen Mädchen herangewachsen, “Das macht die Berliner Luft”. Später, wenn wir zum Baden gingen, bist du ganz stolz auf mich gewesen, du hast es jedem gleich erzählt: “Er hat ein knallrotes Gummiboot.” Wie oft hast du damals gerufen: “Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein!”
Mit den Jahren bist du größer geworden. Mit siebzehn, ja “Mit siebzehn hat man noch Träume”. Nach dem Abitur hast du dir erst einmal die Welt angesehen. Du bist nach “Frankreich, Frankreich” gefahren. Dort hast du alles genau überprüft: “Hinter den Kulissen von Paris.” Aber dich interessierte damals auch “New York, New York”. Und eines Tages warst du wieder in der Heimat, und wir haben eine Karte bekommen: “Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren”, hieß es. Du hast auch gleich dazu geschrieben, an wen: “So ein Mann, so ein Mann zieht mich unwahrscheinlich an.”
Es kam, wie es in solchen Fällen manchmal kommen musste. Du hast den Liebeskummer gut überstanden und gelacht: “So schön kann doch kein Mann sein, dass ich ihm lange nachwein‘.” Ich konnte dir als erfahrener Mann nur zustimmen: “Liebeskummer lohnt sich nicht, my darling.” Dennoch hast du die Männer damals nicht abgeschrieben, sondern schon damals ganz genau gewusst, was du wolltest: “Wenn ein junger Mann kommt, der weiß, worauf’s ankommt, weiß ich, was ich tu.” Dein … (Name des Ehemannes) und du, ihr habt euch in … (Ort) getroffen. Und er hat dir zärtlich ins Ohr geflüstert: “Tanze mit mir in den Morgen.”
In der Folgezeit konnte ich oft hören, wie du gesagt hast: “Siebenmal in der Woche möcht’ ich ausgeh’n.” Als Realist meinte ich nur: “Wer soll das bezahlen? Wer hat soviel Geld?”
Und eines Tages hieß es dann: “Wir wollen niemals auseinander geh’n.” Darüber habe ich mich sehr gefreut und mir gewünscht: “Ich möcht’ auf deiner Hochzeit tanzen.” In deinem wunderschönen Brautkleid hast du entzückend ausgesehen: “Ganz in Weiß, mit einem Blumenstrauß”. Nach der Hochzeit kam der Alltag, und du hast ihn hervorragend gemeistert, deinen Beruf als … und “Das bisschen Haushalt”. Deine Kochkünste haben sich schnell herumgesprochen, vor allem deine Kuchen und Torten. Und so hieß es stets: “Aber bitte mit Sahne”. Deinem Mann ist das gute Essen gar nicht so gut bekommen, und er hat angefangen zu meckern: “Ach – sag’ doch nicht immer wieder Dicker zu mir.”
Bald aber ward Ihr zu dritt und habt am Bettchen eures Sohnes gemeinsam gesungen: “La-le-lu, nur der Mann im Mond schaut zu.” Und du bist sehr stolz gewesen und hast gesagt: “Yes, Sir, that’s my baby.” Jetzt feiert euer Sohn hier mit uns, und auf dem Tisch steht “Griechischer Wein”. Doch ich glaube, der Klavierspieler bevorzugt nach seiner hervorragenden Leistung was anderes: “Geb’n Sie dem Mann am Klavier noch ein Bier.”
Ich wünsche dir, liebe … (Name), weiterhin Freude an der Musik und noch viele schöne Feste, dass du stets sagen kannst: “Nein, ich bereue nichts” – “Non, je ne regrette rien.”
Jetzt noch einmal herzlichen Glückwunsch, und – ich suche noch etwas. (Guckt einen Freund an:) “Sag mir, wo die Blumen sind.” (überreicht Blumenstrauß) – So, und jetzt heißt es: “Wir machen durch bis morgen früh und singen Bums Valdera.”

Liebe Gäste, in der Zeitung habe ich vor ein paar Jahren einen Beitrag über Seamus O’Flanerty gelesen. Er war Ire, und an seinem 102. Geburtstag ist er gefragt worden, ob er ein Geheimrezept für sein hohes Alter habe. O’Flanerty sagte: “Ich habe regelmäßig Steuern gezahlt, regelmäßig Blut gespendet und ebenso regelmäßig all die Leute hinausgeworfen, die mir eine Frau aufschwatzen wollten.” Jetzt ist wohl klar, warum ich nicht so alt werden kann. Ich zahle zwar auch Steuern – und nicht zu knapp. Und ich habe auch schon Blut gespendet. Aber ich habe geheiratet, die beste Frau, die ein Mann sich wünschen kann … Zitatautor: Seamus O’Flanerty, Irland, an seinem 102. Geburtstag auf die Frage nach dem Grund für sein hohes Alter.

Am Tag vor dem fünften Januar, dem Geburtstag Adenauers, betrat sein Privatsekretär das Zimmer. Er traf den Politiker an, wie er mit finsterem Blick im Zimmer auf und ab wanderte, die Hände auf dem Rücken verschränkt. Auf dem Schreibtisch stand eine Flasche Rotwein mit einem Glas, und jedes Mal, wenn Adenauer daran vorbeikam, nahm er einen Schluck. Als er seinen Sekretär sah, ging er auf ihn zu und sagte: “Sie wundern sich, was ich hier treibe? Wundern Sie sich nicht! Wenn ganz Deutschland meinen Geburtstag vergisst und nicht auf meine Gesundheit trinkt, so trinke ich sie mir eben selber zu.” Und er nahm wieder einen Schluck aus seinem Glas. Da erstarrte der Sekretär. “Du lieber Himmel”, sagte er, “die ganze Welt denkt ja daran. Wer sollte auch nicht an den fünften Januar denken. Aber, Herr Bundeskanzler, heute ist erst der vierte.” Adenauer blieb wie angewurzelt stehen, griff nach dem Kalender, überzeugte sich, schüttelte den Kopf und murmelte: “Da habe ich danebengefeiert!” Zitatautor: Konrad Adenauer (1876-1967), deutscher Politiker (CDU), Bundeskanzler 1949-63

Die Jugend ist meist so allwissend, dass sie alles weiß, bis auf eines: dass auch einmal die Alten allwissend waren. Zitatautor Ernest Hemingway (1899-1961), US-amerikanischer Erzähler

“Das Geschrei nach der guten alten Zeit ist nur ein Geschrei nach der eigenen Jugend.” Dieser Satz stammt von Robert Lembke – dem Moderator von der Ratesendung “Was bin ich?”. Liebe(r) … (Name), Sie habe ich nie nach der guten alten Zeit schreien hören, und ich habe auch noch nie von Ihnen gehört, dass früher alles besser war. Das zeigt mir, dass Sie jung geblieben sind, dass Sie genau im richtigen Alter sind … Zitatautor: Robert Lembke (1913-89), deutscher Fernsehmoderator und Journalist,1949-60 Chefredakteur und Fernsehdirektor Bayer. Rundfunk

Veröffentlicht am 4. August 2004
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