Kommunikation

Klassische Redefallen: Falsche Betonung und zu hektisches Sprechen

Falsche Betonungen und zu hektisches Sprechen können schnell zur Redefalle werden. In diesem Artikel werden Sie Kenntnis darüber erlangen, wie Sie bei einer Rede oder einem Vortrag eine unnatürliche Sprachmelodie oder eine zu schnelle Sprechweise in den Griff bekommen.

Viele Vortragende gehen bei ihrer Rede am Ende jedes Satzes mit der Stimme nach oben und wundern sich dann, dass ihre Aussagen und Ideen anscheinend überhaupt nicht wahrgenommen werden.

Ein derartiger erhöhter Tonfall am Satzende bewirkt beim Publikum, dass jeder Satz als Frage und nicht als Statement wahrgenommen wird. Zusätzlich ermüdet eine solche Vortragsweise die Teilnehmer sehr schnell und diese werden bald überhaupt nicht mehr zuhören.

Sprechen Sie Ihre Sätze am Satzende daher fast ausschließlich nach unten. Zur Spannungssteigerung hat ein Sprechen in einer höheren Tonlage (die sogenannte ansteigende Intonation) zwar gelegentlich ihren Sinn, aber bitte vergessen Sie nie, Ihre Stimme baldmöglichst wieder nach unten zu führen.

Falsche Betonung

Ebenso weitverbreitet ist die Unsitte der
falschen Betonung: Viele Redner betonen in ihren Sätzen permanent das
letzte Wort oder haben eine fortwährende eintönige Satzmelodie
(besonders beim Rezitieren von Gedichten): Es entsteht eine Monotonie in
der Stimme, welche die Zuhörer zum Einschlafen bringt.

Richtig ist es, wenn Sie immer das pointieren, was wichtig ist.
Nehmen Sie als Beispiel den kurzen Satz "Die Tür ist zu". Je nachdem,
welches der 4 Worte Sie betonen, ergibt diese Aussage einen veränderten
Sinn:

  • "Die Tür ist zu" bedeutet einen Hinweis auf eine bestimmte Tür unter mehreren Türen.
  • "Die Tür ist zu" ist z. B. die Bemerkung, dass der Türöffner eines mehrstöckigen Hauses nicht funktioniert, da die Tür zusätzlich abgeschlossen ist.
  • Die Feststellung "Die Tür ist zu" ist eine sehr klare und bestimmte Definition über den Zustand der Tür.
  • "Die Tür ist zu" ist der wohl eher genervte Ausspruch über eine geschlossene Tür, welche eigentlich offen sein sollte.

Erleichtert wird die richtige Pointierung von bestimmten Worten, indem Sie möglichst oft kurze Sätze verwenden. Dem Zuhörer fällt es sowieso sehr schwer, komplizierten Schachtelsätzen zu folgen, bei denen man sich auch noch sehr leicht verhaspeln und verheddern kann.

Vermeiden Sie zu schnelles Sprechen

Eine ebenso häufig vorkommende Redefalle ist das zu schnelle Sprechen. Viele Sprecher referieren viel zu hektisch und meist reden sie auch noch ohne Punkt, Komma und Pausen.

Welche Möglichkeiten gibt es, um Ihr Sprechtempo zu drosseln? Ganz einfach: Entspannen Sie sich! Ihre Stimme geht einher mit Ihrer Körperspannung und -Bewegung. Langsamere und konzentrierte Bewegungen des Körpers bewirken eine automatische Anpassung Ihres Sprechens.

Die richtige Sprechgeschwindigkeit bewirkt ferner, dass der Redner als kompetenter Sprecher wahrgenommen wird und nicht wie ein nervöser Zappelphilipp wirkt. Wenn man nervös ist, atmet man meistens zu viel und zu hektisch ein und vergisst dabei die Ausatmung. Sie müssen daher einfach nur öfter AUS-atmen. Eine richtige Ausatmung wird sehr schnell zu einer Entspanntheit des Körpers und des Sprechens führen.

Richtiges Ein- und Ausatmen

Die richtige Ein- und Ausatmung ist einer der Hauptfaktoren für erfolgreiches und überzeugendes Sprechen! Eine korrekte Atmung bewirkt nicht nur eine souveräne Sprechweise, sondern beeinflusst Ihre gesamte Wirkung auf andere Menschen.

Mithilfe dieser Tipps können Sie in Zukunft Ihre Reden erfolgreicher und professioneller gestalten. Vergessen Sie aber bitte nicht: Gelegentlich Fehler zu machen ist menschlich und kann Ihnen auch durchaus Sympathien einbringen. Redner, die zu perfekt wirken wollen, erwecken meist nur den Anschein von Unnatürlichkeit und Arroganz.

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Klaus Neumann