Gesprächsführung

Meiden Sie im Gespräch das vorschnelle Anbieten von Lösungsvorschlägen

Lösungsvorschläge sind häufig gut gemeint, aber sie können, sofern sie einem Gesprächspartner direkt angeboten werden, das Gefühl eigener Unfähigkeit vermitteln. Dies sollten Sie in Gesprächen vermeiden und lieber den Gesprächspartner dazu anregen, selbst auf die Lösung zu kommen. Erfahren Sie hier, wie Sie dies tun können.

Je mehr eine Person selbst über ihr Problem erzählen kann, umso mehr befasst sie sich selbst mit den unterschiedlichsten Aspekten und kann so verschiedene Lösungsansätze durchdenken. Sofern direkt ein Lösungsansatz angeboten wird, erscheint ein tiefer gehendes Gespräch und eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Problem unmöglich.

Beispiele für zu schnelle Lösungen
Person A berichtet: Ich hatte mal wieder eine unruhige Nacht und hab kaum geschlafen.
Person B reagiert mit: Dann geh halt mal zum Arzt.
oder:
Person A sagt: Ich fühle mich in letzter Zeit so überarbeitet.
Person B antwortet: Dann nimm dir doch einfach mal ein paar Tage frei.
oder:
Person A beginnt mit: Eigentlich ist mir im Moment gar nicht danach, am Wochenende wegzufahren.
Person B reagiert: Dann bleib doch hier.

Vorschläge oder gar Ratschläge sind nicht prinzipiell negativ zu werten. Wenn eine Person mit einer gezielten Frage um Rat oder Information an Sie heran tritt, so sollten Sie natürlich hierauf reagieren.

Auch kann ein entsprechender Rat nach einem längeren Gespräch angemessen erscheinen. Aber erst dann, wenn Sie den Eindruck gewonnen haben, dass Ihr Gesprächsgegenüber selbst nicht auf die Lösung kommt. Sorgen Sie also dafür, dass ein Gespräch entstehen kann.

So geht es besser
Person A berichtet: Ich hatte mal wieder eine unruhige Nacht und hab kaum geschlafen.
Person B reagiert mit: Dann fühlst du dich jetzt bestimmt völlig erschlagen?
oder:
Person A sagt: Ich fühle mich in letzter Zeit so überarbeitet.
Person B antwortet: Weißt du woran das liegen kann?
oder:
Person A beginnt mit: Eigentlich ist mir im Moment gar nicht danach, am Wochenende wegzufahren.
Person B reagiert: Kannst du sagen, woher deine Unlust kommt?

Sie sollten im eigenen Interesse nicht vorschnell Lösungsansätze anbieten. Überdenken Sie erst selbst, ob Ihr Ansatz passend ist und für Ihre eigene Sicherheit sollten Sie erst mehr über das Anliegen Ihres Gesprächspartners erfahren.

Eine Übersicht mit weiteren Gesprächskillern finden Sie hier.

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Dr. Britta Kanacher