Gesprächsführung

Kommunikation besser verstehen: Grundlagen

Kommunikation besser verstehen: Grundlagen
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Kommunikation besser verstehen ist nicht so schwer, wie viele meinen. Es genügt vielfach, sich der Grundlagen von Kommunikation bewusst zu werden und das gewonnene Verständnis in der Praxis zu beobachten und dann selbst anzuwenden.

Kommunikation ist die Möglichkeit, mit den Mitmenschen in Kontakt zu treten, sich zu verständigen und auszutauschen. Dabei unterstützt und ermöglicht die Kommunikation ein Grundbedürfnis des Menschen nach sozialem Miteinander.

Kommunikation besser verstehen: Ausdruck und Verständnis

Die Kommunikation bietet jedem Menschen die Möglichkeit, sich und seine Bedürfnisse auszudrücken und gleichzeitig andere und deren Bedürfnisse zu verstehen. Kommunikation ist also ein Wechselspiel zwischen unterschiedlichen Menschen. Genau hier liegt vielfach das Problem der Kommunikation: Menschen sind individuell, jeder Mensch ist einzigartig in seinem Wesen und seiner Persönlichkeit.

Er greift bei seiner Kommunikation immer auf individuelles Wissen und individuelle Einstellungen und Erfahrungen seiner Person zurück. Bei der Kommunikation treffen somit immer unterschiedliche persönliche Grundverständnisse aufeinander – und genau dies gilt es zu berücksichtigen.

Kommunikation besser verstehen: ein Grundmodell

Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Es ist samstags am Nachmittag und Sie haben Freunde zu einem Abendessen geladen. Sie freuen sich auf einen schönen Abend aber es gibt noch viel zu tun. Sie müssen noch einkaufen und alles vorbereiten aber Ihr Partner oder Ihre Partnerin ist noch immer mit dem Auto unterwegs. Es dauert nach Ihrem Empfinden eine Ewigkeit, bis er oder sie endlich eintrudelt und dann tut er oder sie noch, als wäre noch ewig Zeit.

Schließlich fahren Sie mit ihm oder ihr in den Supermarkt. Sie wollen schnell alles finden, müssen aber viel zu lange suchen. An der Kasse ist eine lange Schlange und Ihr Nervenkostüm ist langsam ziemlich strapaziert. Endlich haben Sie bezahlt, da ist schon auf dem Parkplatz ein Stau um auf die Straße zu gelangen.

Schließlich packen Sie auch das, kommen voran und müssen schon wieder an der nächsten Ampel halten. Inzwischen ist es fast halb acht, Sie fühlen sich gehetzt und Ihre Stimmung ist am Tiefpunkt. Da sagt Ihr Partner oder Ihre Partnerin: "Die Ampel ist grün."

Kommunikation besser verstehen: sich selbst hinterfragen

Wie schätzen Sie die Situation ein? Was hören beziehungsweise verstehen Sie in diesem Moment?

  • Verstehen Sie: Was bist du wieder so lahm? Sei doch nicht so unkonzentriert? Du willst es eilig haben und gammelst hier rum? – Wenn Sie solche Inhalte "hören", dann verstehen Sie die Nachricht auf der Beziehungsebene. Sie "hören" die Du-Aussage. Sie legen Ihre persönlichen Erfahrungen mit Ihrem Partner oder mit der Partnerin mit in ihr persönliches Verständnis.
  • Verstehen Sie: Mach voran! Jetzt fahr endlich los! Fahr doch! Wenn Sie solche Aussagen hören, dann hören Sie auf der Appellebene. Sie hören, was Sie tun sollen. Sie hören die Aufforderung etwas zu tun.
  • Verstehen Sie: Ich will endlich nach Hause! Mir reicht´s, ich will weiter! Mich nervt deine Langsamkeit! Ich wäre schon längst losgefahren! Wenn Sie solche Aussagen verstehen, dann reagieren Sie auf die Selbstoffenbarungsebene beziehungsweise die Ich-Aussage. Sie "hören", was Ihr Partner oder die Partnerin über sich selbst auszusagen scheint.
  • Verstehen Sie: Die Ampel ist grün – dann hören Sie nur die eigentliche Sachaussage, den Fakt, dass die Ampel nun grün anzeigt.

Kommunikation besser verstehen: zusätzliche Ohren bedenken

Schulz von Thun hat die verschiedenen Verständnisebenen in seinem Vier-Ohren Modell dargestellt und weist darauf hin, dass in der Kommunikation nur selten ausschließlich die eigentliche Sachaussage gehört wird. Stattdessen wird die Kommunikation von eigenen Einschätzungen geleitet, die meist wenig mit der Sachaussage zu tun haben sondern viel mit der hörenden Person und ihrem Verhältnis zum Kommunikationspartner bestimmt sind.

Es gilt somit, ein besseres Verständnis dieser Hintergründe zu erlangen um hierdurch potentielle Fehldeutungen von Aussagen zu verhindern. Dies wird in den jeweiligen Artikeln näher erläutert.

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Dr. Britta Kanacher

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