Gesprächsführung

Gefühle oder Situationen herunterspielen wirkt gesprächsstörend

Gerade dann, wenn Menschen in einem Gespräch Hilfe erwarten, begegnet ihnen häufig das Herunterspielen von Gefühlen und Situationen. Dies ist in den meisten Fällen sogar durchaus wohlmeinend gedacht, wirkt aber zumeist gesprächsstörend. Hier erfahren Sie, wie Sie dies vermeiden können.

Vor allem dann, wenn jemand Hilfe oder Trost erwartet, der Gesprächspartner zwar helfen möchte, aber nicht weiß wie, werden die Gefühle oder Situationen heruntergespielt.

Beispiel: Gefühle oder Situationen herunterspielen
Person A klagt: Ich fühle mich elend, weil ich durch die Prüfung gefallen bin.
Person B reagiert: Ach nimm das doch nicht so tragisch, das ist schon vielen passiert.
oder:
Person A sagt: Ich bin vom Pech verfolgt. Jetzt hab ich auch noch Stress auf der Arbeit.
Person B antwortet: Mach dir nichts draus. Es kommen auch wieder bessere Zeiten.
oder:
Person A beschwert sich: Mir ist das alles zu viel im Moment.
Person B entgegnet: Das wird schon wieder. Man gewöhnt sich an alles!

"Das war doch schon immer so!" oder "Irgendwie wird es schon weitergehen!" sind weitere Sätze, die gerne im Zusammenhang mit dem Herunterspielen von Gefühlen genutzt werden. Doch die Person, die mit Gefühlen an einen Gesprächspartner heran tritt, will nicht mit der Allgemeinheit verglichen sondern persönlich ernst genommen werden.

Nehmen Sie Ihre Gesprächspartner ernst und reagieren Sie entsprechend individuell. Allgemeinplätze helfen der Person, die sich Ihnen öffnet, nicht weiter. Begegnen Sie Ihren Gesprächspartnern mit der ehrlichen Absicht zu beruhigen und zu ermutigen -“ dies gelingt, wenn Sie auf die genannten Gefühle eingehen.

So geht es besser
Person A klagt: Ich fühle mich elend, weil ich durch die Prüfung gefallen bin.
Person B reagiert: Das ist sicher schlimm für dich.
oder:
Person A sagt: Ich bin vom Pech verfolgt. Jetzt hab ich auch noch Stress auf der Arbeit.
Person B antwortet: Was ist denn alles passiert, dass du dich so mies fühlst?
oder:
Person A beschwert sich: Mir ist das alles zu viel im Moment.
Person B entgegnet: Was ist denn so schlimm im Moment?

Im Allgemeinen ist es einer Person, die mit persönlichen Problemen ein Gespräch beginnt, völlig gleichgültig, ob es anderen ähnlich geht. Sie möchte in ihrer Situation mit ihren Gefühlen ernst genommen werden und eine Hilfestellung erfahren oder beruhigt und ermuntert werden. Aus diesem Grund sollten Sie in einer entsprechenden Situation auf das Herunterspielen verzichten und auf die Person und Ihr Anliegen eingehen.

Eine Übersicht mit weiteren Gesprächskillern finden Sie hier.

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Dr. Britta Kanacher