Gesprächsführung

Aktiv Zuhören verbessert die eigene Kommunikation: Pausen

Aktiv Zuhören verbessert die eigene Kommunikation: Pausen
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Aktives Zuhören kann Ihre Kommunikation verbessern. Dabei ist es wichtig, dass Sie auch Pausen des Gesprächs aushalten. Pausen des Sprechenden sollten Sie nicht dazu veranlassen, die gegebene Ruhe durch eigenes Sprechen zu füllen. Eine Pause des Gesprächsgegenübers sollte nicht als Startschuss für eigene Aussagen missverstanden werden.

Pausen sind häufig nur Phasen des Überlegens, des Nachdenkens, die Sie dem Gesprächsgegenüber zugestehen sollten.

Aktiv Zuhören bedeutet aktive Anteilnahme
Wenn Sie spüren, dass Ihr Gesprächsgegenüber ein Anliegen hat, dann dient das Gespräch vor allem dieser Person und ihrem Anliegen. Manchmal beginnen solche Gespräche mit der Frage: "Kann ich mal mit dir reden?" oder der Formulierung: "Ich möchte mal mit dir reden".

In solch einem Fall sollten Sie die dahinter liegende Frage: "Kannst du mir mal zuhören?" beziehungsweise die Aufforderung: "Ich fände es gut, wenn du mir mal zuhörst" verstehen. Wenn Sie sich diese meist nicht deutlich geäußerte Frage beziehungsweise Aufforderung ins Gedächtnis rufen, dann fällt es Ihnen vielleicht leichter, in dem dann folgenden Gespräch zu schweigen. Damit zeigen Sie mehr Verständnis für Ihr Gegenüber als mit vielen Worten.

Aktiv Zuhören bedeutet Pausen auszuhalten
Solange die Person, welche Sie zum Gespräch gebeten hat redet, sollten Sie schweigen und der Versuchung wiederstehen, allzu schnell mit Lösungen und eigenen Gedanken beitragen zu wollen.

Ihr Gesprächsgegenüber erwartet so lange das Zuhören von Ihnen, bis er oder sie Sie durch Blicke oder gar mit Worten zu einer Bemerkung auffordert. Dies beinhaltet auch, dass Sie Pausen aushalten müssen.

Stille ist für viele Menschen in einem Gespräch nahezu unerträglich und sie fühlen sich geradezu gezwungen, diese Stille zu durchbrechen. Doch wahre Anteilnahme zeichnet sich auch dadurch aus, dass Sie es verstehen, mit Ihrem Gesprächspartner oder der Gesprächspartnerin zusammen schweigen können. Solange Ihr Gesprächsgegenüber nachzudenken scheint, erwartet er oder sie von Ihnen, dass Sie sich zurückhalten, auch wenn dies eine Gesprächspause bedeutet.

Aktives Zuhören nicht in allen Gesprächssituationen anwenden
Doch Sie müssen diese Form der Gesprächsführung, bei der Sie sich zurücknehmen und Ihre volle Aufmerksamkeit der anderen Person und ihren Inhalten widmen nicht immer anwenden.

In Gesprächen, die sich um tagespolitische Themen oder um sportliche Ereignisse dreht, wäre Ihre schweigsame Zurückhaltung sicherlich falsch. Wenn Sie in solchen Zusammenhängen etwas zu sagen haben, halten Sie sich nicht zurück. Das aktive Zuhören ist vor allem bei persönlichen Gesprächen und Konfliktgesprächen angesagt – wobei bei Konfliktgesprächen noch weitere Methoden der Kommunikation zu beachten sind.

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Dr. Britta Kanacher

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