Gesprächsführung

Aktiv Zuhören verbessert die eigene Kommunikation: mehr als Schweigen

Aktiv Zuhören verbessert die eigene Kommunikation: mehr als Schweigen
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Mit aktivem Zuhören können Sie Ihre Kommunikation verbessern und Ihr Ansehen bei Gesprächspartner/innen steigern. Dies gelingt vor allem dann, wenn die eigenen Gedanken und Vermutungen hinsichtlich des Gesagten bewusst zurückgehalten werden. Aber ist aktives Zuhören das Gleiche wie Schweigen?

Aktives Zuhören ist mehr als Schweigen
Schlechtes Zuhören verursacht den Wunsch beim Gesprächsgegenüber, das Gespräch zu beenden! Gutes Zuhören erzeugt ein Gefühl des Wohlbehagens und den Wunsch nach mehr Gespräch!

Dabei lassen sich die positiven Elemente des aktiven Zuhörens am besten darstellen, wenn man die Dinge darstellt, welche zu Kommunikationsbarrieren führen. Zu Kommunikationshemmnissen kommt es:

  • wenn die Aufmerksamkeit vom Sprecher weggelenkt wird (wenn der eigentlich Zuhörende zu viel selbst redet),
  • wenn der/die Zuhörende abgelenkt oder desinteressiert wirkt,
  • wenn der/die Zuhörende das Thema wechselt,
  • wenn der/die Zuhörende den Sprecher zur Eile drängt,
  • wenn der/die Zuhörende den Sprecher interpretiert.

Aktives Zuhören ist mehr als Zuhören
Aktives Zuhören bedeutet einerseits, die genannten Kommunikationshemmnisse zu vermeiden und hierdurch den Sprecher oder die Sprecherin zum Weitersprechen zu ermutigen. Gegebenenfalls kann Missverständliches durch Nachfragen geklärt werden.

Dabei sollte immer eine Formulierung wie: "Habe ich das so richtig verstanden" oder "Meintest du/Sie das so" einfließen, damit dem Gesprächsgegenüber klar ist, dass diese Frage der Klarstellung dient. Zusammenhänge werden hierdurch sozusagen mit eigenen Worten formuliert, wobei sie nicht verzerrt oder interpretiert werden sollten.

Aktives Zuhören stellt das Gesagte in den Vordergrund
Es ist gänzlich selbstverständlich, dass jede/r im Rahmen eines Gespräches ständig selbst über das Gesagte nachdenkt. Während eines Gesprächs gehört es dazu, dass über das Gesprochene nachgedacht wird, dass es gedeutet und interpretiert wird. Wann immer wir etwas hören, ziehen wir unsere Schlüsse. Häufig werden Aussagen verallgemeinert oder mit eigenen Anschauungen verglichen.

Jeder Zuhörende hat eigene Anschauungen, Ansichten oder Vorstellungen, an denen das, was er oder sie hört in gewisser Weise gemessen wird. Doch dieses Denken muss nicht immer mitgeteilt werden.

Im Gegenteil, häufig kann und sollte es verschwiegen werden. Hierdurch drücken wir unserem Gesprächsgegenüber unsere Wertschätzung aus. Genau diese führt zu Offenheit und ermöglicht es, ein gelungenes Gespräch zu führen. Also, halten Sie sich mit eigenen Beiträgen zurück und äußern Sie gegebenenfalls ein "Mhm". Dadurch zeigen Sie, dass Sie weiterhin interessiert zuhören. Darüber hinaus kann das Spiegeln von Gesprächsinhalten das aktive Zuhören unterstützen.

Über Ihren Experten

Dr. Britta Kanacher

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