Employability – Beschäftigungsfähigkeit: Einzigartigkeit als Gegensatz

Es gibt Autoren, die „Beschäftigungsfähigkeit“ zum nicht mehr zeitgemäßen Ziel erklären und stattdessen dem Streben nach „Einzigartigkeit“ das Wort reden. Meines Erachtens ist dieser hochstilisierte Gegensatz Unsinn. Warum?

Weil ich denke, dass beide Konzepte viel mehr Facetten eines umfassenden eigenen Ressourcenmanagements darstellen, die einader sinnvoll ergänzen und nur gemeinsam den angestrebten Bewerbungserfolg sicherstellen.

Beschäftigungsfähigkeit vs. Einzigartigkeit: Nicht "entweder – oder", sondern "sowohl… als auch"
Nicht "entweder Beschäftigungsfähigkeit oder Einzigartigkeit (neudeutsch – und weil Konzepte eindrucksvolle Namen benötigen: uniquability ) kann die Devise für Bewerbungserfolg, also für eine erfolgreiche Vorbereitung auf eine [neue] berufliche Herausforderung, lauten, sondern "sowohl als auch".

Notwendige Bedingung: Beschäftigungsfähigkeit
Beschäftigungsfähigkeit, also breit gestreute Fach- sowie vor allem Methoden- und Sozialkompetenzen, bilden dabei sozusagen die notwendige Voraussetzung für beruflichen oder Bewerbungs-Erfolg.

Notwendig, aber keineswegs hinreichend: Sich ausschließlich auf Erhalt oder Verbesserung der eigenen Employability zu konzentrieren, führt im Endeffekt zu perfekten, aber austauschbaren Bewerberinnen oder Bewerbern. Das Ergebnis des Personalbeschaffungsprozesses wird so mehr oder weniger zufällig.

Hinreichende Bedingung: Einzigartigkeit
Nur eine Bewerberin/ein Bewerber, die/der über ein Alleinstellungsmerkmal verfügt (sich also – positiv! – von der Konkurrenz abhebt), ist von anderen Bewerbern unterscheidbar; liegt ein solches (oder gar mehrere) vor, ist die Entscheidung für (oder gegen) diese Bewerbung rational begründbar.

Aber Einzigartigkeit ohne solide Fundierung durch Kompetenzen (Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz) bedeutet "bunt" im Sinne von "paradiesvogelartig" – und eignet sich nur für eine kleine Handvoll beruflicher Tätigkeiten.

Der ideale Bewerber / die ideale Bewerberin verfügt daher über solide Kompetenzen, vor allem solide und breit gefächerte Methoden- und Sozialkompetenzen <vgl meine Artikel hier zu dem Thema: Entscheidungen treffen ist lernbar oder Employability – Beschäftigungsfähigkeit: Methodenkompetenz und Sozialkompetenzen > UND über ein oder mehrere für die angestrebte Position einschlägige Alleinstellungsmerkmale.

So und nicht anders hebt man sich heutzutage in positiver Weise von seinen 150, 200 oder noch mehr Mitbewerbern ab und erhöht damit die Erfolgsaussichten der eigenen Bewerbung.

Nur in eine der beiden Dimensionen zu investieren, ist grob fahrlässig. Nur mit einem ausgewogenen "sowohl… als auch" können die aktuellen Herausforderungen gemeistert werden.

Zum Thema "Bewerbungserfolg" werde ich in nächster Zeit auf VNR.de eine weitere kleine Reihe von Beiträgen erscheinen lassen.

Veröffentlicht am 18. Februar 2011